30 Januar 2017, 09:00
Tschechischer Bischof warnt bei Karlsamt vor Identitätsverlust
 
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Bistum Limburg: Festprediger warnte in Pontifikalamt im Frankfurter Dom, dass Europa mit seinem „schlecht wirkenden Multikulturalismus“ seine Identität verliere und dass islamische Immigranten Europa verwandeln könnten.

Frankfurt (kath.net) Der Festzelebrant beim diesjährigen Karlsamt im Frankfurter Dom, der emeritierte Bischof Frantisek Radkovsky aus Pilsen (Archivfoto), warnte in seiner Predigt davor, dass Europa mit seinem „schlecht wirkenden Multikulturalismus“ seine Identität verliere und dass islamische Immigranten Europa verwandeln könnten. Außerdem wies er darauf hin, dass eine negative Haltung zu Familie und Kindern Europa aussterben lasse und auf diese Weise Raum für Immigration böte. Darüber berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Weiters warnte der tschechische Bischof im vollbesetzten Dom vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union.

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Außerdem wies der Bischof darauf hin, dass nach mehr als 40 Jahren Kommunismus mit politisch verordneten Atheismus in seiner Heimat Tschechien sich nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs 1989 ganz allmählich ein „Durst nach geistlichen Werten“ verbreitet habe: „Wo der atheistische Druck am größten war, kehren die Menschen am meisten zurück zum Glauben.“ Dies gab die katholische Stadtkirche Frankfurt a.M. in einer Presseaussendung bekannt.

Radkovský erläuterte gemäß Presseaussendung allerdings auch, dass der Rückweg vom Atheismus oftmals nicht direkt zum Christentum führe, da es eine Vielzahl von spirituellen Angeboten gebe. Aber das christliche Kulturerbe habe einen positiven Einfluss. Was in Osteuropa seit 25 Jahren wachse, sei auch eine Hoffnung für das säkularisierte Westeuropa, unterstrich der Bischof: „Das braucht viel Geduld und Gebete“, sagte er. Wichtig sei aber auch das Beispiel von Christen, die auf dem Fundament des Evangeliums ein glückliches harmonisches Leben führten.

Das Karlsamt fand am Samstag statt. Dieses Pontifikalamt wird jährlich am letzten Samstag des Januars gehalten und erinnert damit an den Todestag und Gedenktag von Kaiser Karl dem Großen, der am 28. Januar gefeiert wird. Der Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt war zeitweise eine Krönungskirche deutscher Kaiser gewesen, der jetzige Bau entstand ab Mitte des 13. Jahrhundert, seine Vorgängerbauten gehen zeitlich deutlich weiter zurück. Kaiser Karl war 747 oder 748 geboren worden und am 28. Januar 814 in Aachen gestorben. Der Frankfurter Dom ist eine Kirche des Bistums Limburg.

Noch im Vorjahr hatte sich der Stockholmer Bischof Anders Arborelius als Festzelebrant des Karlsamtes mit Blick auf die Flüchlingskrise für ein offenes Europa eingesetzt.







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