Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Kirche im Verfall
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  11. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  12. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  13. THESE: Warum die UNO weg muss!
  14. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  15. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“

Wichtige Wahrheiten unter den Tisch gefallen

9. Februar 2017 in Aktuelles, 31 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Münchner Pastoraltheologe Wollbold zum Schreiben der DBK über "Amoris laetitia": "Wenn nun selbst kirchliche Medien vom Durchbruch zu einer anderen Pastoral sprechen, ist das interessegeleitete Propaganda"


München (kath.net)
Der Münchner Pastoraltheologe Andreas Wollbold sieht das Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) als "Druckventil". In einem Interview mit der "Tagespost" freut er sich über die Notwendigkeit hin, dass ein Ehekatechumenat entwickelt werden soll. Dies sei "einer der starken Punkte des Papiers". Der Theologieprofessor fordert aber "attraktive und substanzielle Kurse" und "keine Allerweltsratschläge", die man leichter im Internet findet. "Katechumenat heißt Glaubensweg. Bei den meisten Brautpaaren hieße dies überhaupt erst einmal Evangelisierung." Der Münchner Pastoraltheologe möchte, dass beim Ehekatechumenat auch erfahrene Ehepaare beteiligt werden und diese Kurse nicht nur den Profis überlassen werden. Wollbald erinnerte dann auch an die Klarheit eines Johannes Paul II. und dass die Vorbereitung für die Ehe schon viele Jahre vor der Trauung beginne. "Bereits in Religionsunterricht und Firmkatechese müsste man über die Bücher gehen und die großen Wahrheiten von Liebe und Ehe unverkürzt und ansprechend zugleich vermitteln."


Angesprochen auf die Verwirrung rund um "Amoris laetitia“ und die mögliche Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion bedauerte Wollbold, dass die Mediendynamik hier eine enormen Erwartungsdruck aufgebaut habe und sich alles auf die Frage der Kommunionzulassung konzentriert habe. Auch innerkirchlich gab es Druck zur Anerkennung einer neuen Verbindung. "Wenn nun selbst kirchliche Medien vom Durchbruch zu einer anderen Pastoral sprechen, ist das interessegeleitete Propaganda." Wollbold spricht dann ausdrücklich von Verwirrung und dass es "für Betroffene wie für Seelsorger" einen deutlichen Rückschritt gegenüber der Praxis darstelle, wie sie etwa unter Johannes Paul II. durchaus möglich war.

Der Pastoraltheologe kritisiert dann, dass sowohl im Schreiben „Amoris laetitia“ als auch im Bischofswort die kirchenrechtliche Klarheit fehle. Das Schreiben der Bischofskonferenz behandle nur das "forum internum". Hier ist der geschützte Raum von Gewisse, Beichte und Seelsorge gemeint, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Für die Öffentlichkeit selbst gelte aber laut Wollbold nach wie vor das „forum externum“ und damit auch Kanon 915 des CIC, nachdem wiederverheiratete Geschiedene an den Orten, wo ihre Situation bekannt sei, nicht zur Kommunion zugelassen werden dürfen.

Kritisch sieht Wollbold in dem Zusammenhang auch die Diskussion um das "Gewissen", das als "Zauberwort" verwendet werde, um der Einzelfallregelung "eine höhere Weihe" zu verleihen. Für den Theologen werde damit aber die "Gewissenslehre des Thomas von Aquin" deutlich überstrapaziert, da das Entlastende der Zehn Gebote ja gerade darin bestehe, dass ich "klare Grenzen" kenne. "Ich weiß, was ich unbedingt zu vermeiden habe, also zum Beispiel Mord, Lüge oder Ehebruch. Diese Gebote verbieten bestimmte Handlungen ‚semper et pro semper‘, also stets und unter allen Umständen. Das verlangt keine Gewissensanstrengung ‚in höchstem Maߑ, sondern ist ganz einfach."

Abschließend bezeichnet Wollbold das Schreiben der Bischöfe als ein Schreiben, das "einem Eiertanz" gleiche. Leider seien hier " wichtige Wahrheiten" unter den Tisch gefallen. Er hoffe, dass die Diözesanbischöfe den Mut aufbringen werden, wieder an diese zu erinnern.

Interview 2015: Prof. Andreas Wollbold, Pastoraltheologe Ludwig-Maximilians-Universität München zu ZdK-Forderungen Wiederverheiratete/homosexuelle Paare


Foto Prof. Wollbold (c) Andreas Wollbold


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ehe

  1. „Warum erlaubt die katholische Kirche keine Hochzeiten im Garten?“
  2. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  3. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  4. Vatikan kündigt bevorstehende Veröffentlichung eines Dokuments zu Monogamie an
  5. Evangelische Landeskirche in Württemberg: Gleichgeschlechtliche „Ehe“ verfehlt Zweidrittelmehrheit
  6. „Menschliches Leben ist Geschenk und muss mit Respekt, Fürsorge und Dankbarkeit angenommen werden“
  7. Papst Leo XIV.: „Von den Berufungen ist die Ehe eine der edelsten und höchsten“
  8. ‚Mädelsabend in der Moschee‘: Seminarreihe für Mädchen und Frauen ab 13 zur Vorbereitung auf die Ehe
  9. Die drei schlechtesten Gründe um zu heiraten
  10. Moderator über seine Ehe mit einer gläubigen Frau: ‚Das beste Gefühl der Welt’







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  8. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  9. Kirche im Verfall
  10. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  11. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  14. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  15. Bozner Bischof: Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung feiern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz