21 Februar 2017, 10:45
Visitator: Papst will geordnete Aufnahme der Medjugorje-Pilger
 
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Erzbischof Hoser: Neuerliche Untersuchung soll "Chancen" erkennen lassen - Gespräche aus "neutraler Position" mit Diözese, Franziskaner und Seelsorgern geplant

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus ist daran gelegen, dass es im Wallfahrtsort Medjugorje eine "geregelte, pastorale Aufnahme" der Pilger gibt: Das hat der Erzbischof von Warschau-Praga, Henryk Hoser, am Montag im Interview mit "Radio Vatikan" erklärt. Hoser war am 11. Februar vom Papst zum Sondergesandten für die Untersuchung der Seelsorgesituation in dem bosnischen Pilgerziel, das durch Berichte über Marienerscheinungen bekannt ist, ernannt worden. Die Ernennung sei Ausdruck dieser "Sorge des Papstes", sagte er.

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Die "Millionen von Pilgern" in Medjugorje seien eine Herausforderung für die Kirche und eine "Aufforderung, die Aufnahme, wenn möglich, zu verbessern", betonte der polnische Erzbischof. Franziskus wolle eine klare und geordnete Lage in Medjugorje, "dass man vor Ort die Situation überblickt und dabei vielleicht auch Chancen erkennt, die sich bieten."

Er selbst sei noch nie in Medjugorje gewesen und verstehe sich als jemand, der in der bestehenden "Uneinigkeit" zwischen dem Wallfahrtsort und der zuständigen Diözese Mostar neutral sei, sagte der Sondergesandte. Letztlich müsse es darum gehen, die seelsorgliche Betreuung "in Absprache und Harmonie mit der kirchlichen Hierarchie vor Ort" zu organisieren. Er werde dafür mit den Diözesanvertretern, mit den Franziskanern und mit den für die Aufnahme und seelsorgliche Betreuung der Pilger verantwortlichen Personen sprechen.

Den Bericht mit Vorschlägen, den er verfassen und dem Papst übergeben werde, werde jenen der Untersuchungskommission über die Echtheit der berichteten Marienerscheinungen ergänzen, so Erzbischof Hoser. "Das kann dann hoffentlich zur endgültigen Lösung beitragen, die die Kirche vorschlagen wird." Wann beide Berichte veröffentlicht werden, stehe noch nicht fest; Hosers Mandat ist bis Sommer begrenzt.

"Nicht ausgeschlossen" ist laut Hoser die "Hypothese", dass der Papst nach den Untersuchungen einen Apostolischen Administrator für Medjugorje ernennt. "Vielleicht wird man die Struktur der Hierarchie vor Ort ergänzen müssen, damit die Initiativen besser abgestimmt und damit wirksamer sein können."

Untersuchung läuft seit 2010

Am 24. Juni 1981 sollen in Medjugorje Marienerscheinungen begonnen haben. Sechs Kinder berichteten damals, die Gottesmutter habe sich ihnen gezeigt, während sie Schafe hüteten. Die Erscheinungen dauern nach Angaben der inzwischen erwachsenen Seherinnen und Seher mit großer Häufigkeit weiter an. Sie sind innerhalb der katholischen Kirche jedoch umstritten. Insbesondere die zuständige Diözese hat sich kritisch zu den Vorgängen geäußert, während die für das Heiligtum zuständigen Franziskaner ihnen positiv gegenüberstehen. Die zuständige Bischofskonferenz hatte sich 1991 in Leitlinien zurückhaltend zu dem Phänomen geäußert und offizielle Wallfahrten in den Ort untersagt.

Bereits 2010 hatte Papst Benedikt XVI. eine Kommission unter dem früheren römischen Patriarchalvikar Kardinal Camillo Ruini mit einer Untersuchung beauftragt. Diese hatte ihre Ergebnisse 2014 der Glaubenskongregation vorgelegt. Papst Franziskus zögerte bislang mit einer Entscheidung.

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