01 März 2017, 10:15
Unser Auftrag: Gottes Wort und Gottes Reich allen zu verkünden!
 
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Als Christen dürfen wir keine Duckmäuser sein. Die Fastenzeit kann uns neuen Schwung geben, uns sichtbar zu Christus zu bekennen. Monatliche kath.net-Kolumne von Claudia Sperlich

Berlin (kath.net/cs) Diesen ganzen März ist Fastenzeit. Das ist eine gute Gelegenheit, sich zu besinnen, was wir als Christen eigentlich für einen großen Auftrag haben: Gottes Wort und Gottes Reich allen zu verkünden!

Ich bin ganz und gar keine Freundin der Pappschild-Missionare, die sich mit dem Slogan „Jesus liebt dich“ auf die Straße stellen. Das nämlich zieht das Christentum ins Lächerliche. Es ist auch nicht zu empfehlen, pausenlos nur von Jesus zu sprechen – wir haben, um zu leben, die ganz gewöhnlichen Dinge zu tun, die zum Leben gehören. Aber wir sind alle angehalten, unser Leben so auf Jesus Christus auszurichten, dass andere auf Ihn neugierig werden – und das auch bei den ganz gewöhnlichen Dingen. Wenn man uns fragt, warum wir den gehässigen Klatsch in der Firma nicht mitmachen, oder warum wir Ehe und Sexualität so heilig halten, oder warum wir Nächstenliebe so wichtig finden, dass wir sie auch auf jene ausdehnen, die uns feindlich gesonnen sind, oder warum wir am „Vatertag“ keine Zeit für Besäufnisse haben (und sonst auch nicht), dann soll Er in unserer Antwort vorkommen. Wenn wir mit spöttischer Miene gefragt werden, dürfen wir das nicht als Grund für ausweichendes Herumeiern verstehen.

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Es ist uns aufgetragen, außer Gott niemanden zu fürchten, nicht den spottenden Kollegen und nicht den drohenden Christenfeind, und nie, weder aus Angst vor Spott noch aus Angst vor dem Tod, Jesus Christus zu verleugnen. Beispiel und Fürbitte der Heiligen können uns dabei helfen. Ich nenne einige, deren Todes- und Gedenktag in den März fällt:

Heiliger Suitbert (637-713), Gedenktag 1. März

Der angelsächsische Benediktiner kam um 690 – also über dreißig Jahre nach dem Märtyrertod des heiligen Friesenmissionars Bonifatius – in einer zwölfköpfigen Gruppe von Geistlichen aus seiner Heimat England nach Friesland. Er muss gute Führungsqualitäten gehabt haben; seine Gefährten wählten ihn zum Leiter der Mission. Wenig später wurde er in England zum Bischof geweiht, allerdings ohne eigene Diözese, zum Wanderbischof. Danach missionierte er bei den Brukterern, einem germanischen Stamm in der Gegend des heutigen Ruhrgebiets. Anfängliche Erfolge wurden durch einfallende Sachsen zunichte gemacht.

Suitbert gründete auf einer Rheininsel ein Kloster und lebte in Askese und Zurückgezogenheit. Er starb dort am 1. März 713.
Die Siedlung, die sich um das Kloster herum bildete, heißt heute Düsseldorf.

Es mag sein, daß es beim Missionieren schmerzhafte Rückschläge gibt, daß man den Erfolg nicht selbst erleben kann. Dann ist es unter Umständen besser, den Menschen durch Gebet und Kontemplation beizustehen. Nicht ausgeschlossen, daß über vierhundert Jahre später dort, wo die Mission zunächst scheiterte, eine schöne Kirche errichtet wird, wie St Lambertus in Düsseldorf.

Heiliger Johannes Ogilvie (1580-1615), Gedenktag 10. März

John Ogilvie war der Sohn eines schottischen calvinistischen Beamten am Hofe Maria Stuarts. Seine hervorragende Ausbildung erhielt er auf dem europäischen Festland, u.a. in Regensburg. Er konvertierte zum katholischen Glauben und trat als junger Mann dem Jesuitenorden bei. Einige Jahre war er in Österreich tätig. 1610 wurde er in Paris zum Priester geweiht. Im Folgejahr ging er zurück nach Schottland, wo Katholizismus streng verboten war. Er wurde von einem Edinburgher Anwalt aufgenommen, war Seelsorger für die katholische Untergrundkirche und besuchte gefangene Katholiken.

1614 wurde er verraten, und ein protestantischer Erzbischof ließ ihn einsperren. Er wurde schwer gefoltert, blieb aber standhaft, verriet seine Glaubensgeschwister nicht und schwor der katholischen Kirche nicht ab. Daraufhin wurde er wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Im Jahre 1615 gehängt; seine Leiche wurde gevierteilt.

Im Gefängnis schrieb er einen „Bericht über die Gefangenschaft“, der als Kassiber zu seinen Ordensbrüder gelangte und gedruckt wurde.

Zwar haben wir in Europa als Katholiken derzeit nicht viel mehr zu ertragen als Spott und in einigen Fällen berufliche Nachteile sowie immer noch illegale Drohungen und Vandalismus. Weltweit ist die Kirche stark verfolgt, und ein Ende ist nicht abzusehen. Viele unserer Glaubensgeschwister werden ähnlich grausam behandelt wie John Ogilvie und bleiben standhaft wie er. Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen, wenn wir in Versuchung geraten, um der Bequemlichkeit willen – und ganz und gar nicht mit Folter bedroht - unserem Glauben untreu zu werden!

Heilige Gertrud von Nivelles (626-659), Gedenktag 17. März

Gertruds Vater, Pippin der Ältere, war ein hoher belgischer Hofbeamter, kaum weniger mächtig als der König. Sie sollte einen fränkischen Edelmann heiraten, weigerte sich aber und wurde Nonne in das Kloster Nivelles, das ihre Mutter gegründet hatte (sicher ohne zu ahnen, dass es ihre Tochter dorthin ziehen würde).

Erst 25jährig, wurde sie Äbtissin. Sie war hochgebildet, las viel, beschaffte geistliche Literatur und lud irische Mönche nach Nivelles ein, um den Schwestern die Heilige Schrift zu erklären. (Irland war zu ihrer Zeit ein Hort der Bildung und Mission.)
Besondere Anliegen waren ihr die Ausbildung von Mädchen und die Fürsorge für Kranke und Sterbende. Auch soll einmal eine Rattenplage auf ihr Gebet hin aufgehört haben.

Bildung und Güte, Frömmigkeit und praktische Klugheit sind uns gleichermaßen nötig, wenn wir das Evangelium glaubwürdig leben wollen. Auch wenn sie sich nicht in jedem so harmonisch vereinen wie in der Heiligen Gertrud, sind wir alle gehalten, unser Bestes zu geben – nicht um des gesellschaftlichen Renommées willen, sondern um Gottes willen.

Auch sollten wir mehr darauf vertrauen, alte und moderne „Rattenplagen“ auch betend bekämpfen zu können.

Ingbert Naab (1885-1935), Gedenktag 28. März

Inbert Naab war als Kapuzinerpater und Studentenseelsorger um den rechten Glauben besorgt und begriff sofort, dass dieser Glaube von den Nationalsozialisten bedroht war. Als Hitler 1932 bei der Reichspräsidentenwahl 30% der Stimmen erhielt, schrieb Naab einen Offenen Brief, der als Flugblatt kursierte und über 20 Millionen mal vervielfältigt wurde. Darin hieß es: „Herr Hitler, wer hat Sie denn gewählt? Leute mit antirömischem Affekt. Eine gute Zahl verführter Idealisten. Die Masse der Suggerierten. Die wirtschaftlich Zusammenbrechenden. Die Feiglinge, Stellenjäger und zukünftigen Parteibuchbeamten. … Ihre politische Tätigkeit hat eine Seite, die zutiefst in das Gewissen hineingreift, in die Verantwortung vor Gott.“ 1933 floh Naab zunächst in die Schweiz, dann ins Elsass, wo er – noch nicht 50jährig – starb.

Als Christen dürfen wir keine Duckmäuser sein. Wir haben die Pflicht, Unrecht als Unrecht zu bezeichnen. Wenn wir der Kirche treu bleiben, wenn wir realistisch bleiben und irdischen Machthabern keine Superkräfte zutrauen, wenn wir uns auch in existenziellen Nöten nicht verführen lassen, wenn wir mutig bleiben und eher unsere Karriere riskieren als unsere Seele, dann können wir Christus die Ehre erweisen durch unser Leben.

Die Fastenzeit kann uns neuen Schwung geben, uns sichtbar zu Christus zu bekennen. Auf die Fürsprache des Heiligen Suitbert, des Heiligen Johannes Ogilvie, der Heiligen Gertrud von Nivelles und aller Heiligen (Pater Ingbert Naab könnte durchaus auch dazugehören!) helfe Gott uns zu Bekennermut.







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