Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  12. THESE: Warum die UNO weg muss!
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. 'Glaube ist kein PR-Problem': US-Burger-Kette verweigert Entfernung von Bibelversen

Von Jesus 'diskriminiert'?

28. Februar 2017 in Kommentar, 21 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gibt es zu kurz Gekommene in der kirchlichen Hirtensorge, nicht nur gleichnishaft abstrakt, sondern auch wahrhaft konkret? Eine Checkliste von Schafen, die ohne Hirten sind. kath.net-Kommentar von Helmut Müller


Vallendar (kath.net) Von Jesus „diskriminiert“ und im Stich gelassen? Gibt es so jemanden? Kandidaten dafür wären:

Die 99 Schafe, die im Stall geblieben und wegen eines einzigen vom Hirten verlassen worden sind. Der zu Hause gebliebene Bruder des verlorenen Sohnes. Die Gesunden, die angeblich keinen Arzt brauchen? Die in der Hitze des Tages im Weinberg Arbeitenden? Der Reiche, der wie ein Kamel nicht durch ein Nadelöhr passt und daher nicht in den Himmel kommt? Der fromme Pharisäer, der die Gesetze hält und den Sabbat heiligt? Die Mächtigen, die Jesus nur bei Nacht und Nebel aufsuchen können wie Nikodemus?

Nein, natürlich nicht! Die Struktur der Vergleiche, Erzählungen und Gleichnisse verlangt, dass das ins Licht Gestellte zur besseren Erkenntnis einen Schlagschatten wirft, in dem sich dann vermeintlich Diskriminierte befinden. Wenn die Frohe Botschaft um die Gerichtsreden gekürzt wird, geraten die Gleichnisse in eine Schieflage. Ohne die Botschaft von Gott als dem gerechten Richter wird der barmherzige Vater zum gutmütigen Deppen. Umgekehrt wird der gerechte Richter ohne die Barmherzigkeit Gottes zum gnadenlosen Despoten. Hirtensorge sollte also umfassend sein und die biblische Botschaft vom barmherzigen Vater und zugleich gerechten Richter abbilden.

Seit geraumer Zeit kann man allerdings den Eindruck gewinnen, dass kirchliches Handeln bis zum Papst hinauf die Sinnspitze der Gleichnisse einseitig favorisiert – zumindest medienwirksam – und die Hirtensorge als Ganze in eine Schieflage gebracht hat. Prekäre Lebenswirklichkeiten werden auf „Augenhöhe“ zu kirchlichen Lebensordnungen gehievt und ganze Personengruppen leben dann – nicht abstrakt wie im Gleichnis, sondern konkret - im Schlagschatten kirchlicher Hirtensorge. Die sprachliche Prägnanz der Gleichnisse hat so gesehen fatale Folgen für das sittliche Handeln. Barmherzigkeit degeneriert so schnell zur „billigen Gnade“ Bonhoeffers. Warum soll man in der Hitze des Tages arbeiten, wenn schon eine kühlere Abendstunde genügt? Gnade und Barmherzigkeit werden berechenbar. Kein Schüler strengt sich mehr an, wenn an der Strenge des Lehrers Zweifel bestehen. Diese Berechenbarkeit der Barmherzigkeit verunmöglicht es dem Barmherzigen, sich überhaupt barmherzig zu erzeigen. Er wird leicht zum gutmütigen Deppen. Kein Wunder, wenn dann fatale, falsche Schlüsse gezogen werden, wie die von dem linksliberalen Publizisten Eugenio Scalfari in Republica: „Die Revolution von Franziskus: er hat die Sünde abgeschafft“. Wer sind nun die, die im Schlagschatten kirchlicher Hirtensorge leben?


• Allen voran die Geschiedenen, die nur deshalb nicht wieder geheiratet haben, um zu den Sakramenten gehen zu können.

• Ebenso die Wiederverheirateten, die am kirchlichen Leben teilnehmen, aber nicht zu den Sakramenten gehen, weil sie es für unerlaubt halten oder sich unwürdig fühlen.

• Die jungen Liebenden, die bis zur Ehe warten und von kaum jemandem darin bestärkt werden.

• Die homosexuell Fühlenden, die aber auf gleichgeschlechtlichen Verkehr verzichten, was für unmöglich, unnötig, ja ärgerlich angesehen wird.

• Die „um des Himmelreiches willen“ ehelos Lebenden, die sich Vorwürfe der sexuellen Unreife, Verklemmtheit und jugendlicher Verstiegenheit anhören müssen.

• Vater-Mutter-Kind-Familien erscheinen vielfach vorgestrig und als Auslaufmodell. Sie sind bisweilen sogar ein lebendiger Vorwurf wie schon im Buch der Weisheit beklagt, heute für sog. alternative Familienformen.

• Alle bisher genannten arbeiten augenscheinlich in der Hitze des Tages im Weinberg. Ein Dank an Hirten, die durch ein Wort der Ermutigung alle so Schuftenden stärken.

• Bloß in „ordentlichen Verhältnissen“ Lebende oder Wohlsituierte sind oftmals Verdächtigungen ausgesetzt. Als „Bürgerliche“ sind sie bestenfalls ein Grauton in der ständig gepriesenen „Buntheit“ oder zu überwindende Einfalt auf dem Weg zur angestrebten Vielfalt.

• Vertretern einer Theologie des Leibes wird eine Theologie der Liebe entgegen gehalten, die die heteromorphe Struktur des Leibes gering achtet und den homo duplex der Schöpfung durch einen homo multiplex der Sexualpädagogik der Vielfalt ersetzen wollen.

• Freunde der alten Liturgie werden bis in höchste Kreise als Nostalgiker angesehen und entsprechend belächelt.

• Konservativ wird eher als Schimpfwort angesehen, denn als eine Überzeugung.

• Und überhaupt: Auf alles Vorhergehende aufmerksam zu machen – wie diese Zeilen – wird den Geruch des Pharisäerhaften nicht los.

Alle Genannten, die im Schlagschatten der Gleichnisse leben, bedürfen auch der Hirtensorge. Niemand ist perfekt. Wohlmeinende Hirtenworte muss man mit der Lupe suchen. Es sollten mehr sein als die Brösel, die unter den Tisch fallen, von denen dann auch die Hunde satt werden.

Medial inszenieren lassen sich Worte an o. g. Gruppen nicht. Vielleicht habe ich sie deshalb auch überhört. Wenn es sie gibt, entschuldige ich mich bei denen, die sie gesprochen oder geschrieben haben. Bedanken möchte ich mich bei allen Hirten, die auf Anfragen und Bemerkungen wie diesen überhaupt antworten. Ja, solche Hirten gibt es Gott sei Dank auch.

kath.net-Lesetipp:
Unterirdische Ansichten eines Oberteufels über die Kirche in der Welt von heute
Von Helmut Müller
80 Seiten
2015 Dominus Verlag
ISBN 978-3-940879-38-7
Preis 5.10 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berthier GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  2. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  3. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  4. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  5. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  7. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  8. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  9. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  10. Weihesakrament und Leitungsvollmacht







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  10. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. „Öffnet eure Herzen“: Protestantin begeistert das Netz mit dem Rosenkranz
  14. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'
  15. THESE: Warum die UNO weg muss!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz