29 März 2017, 12:15
Die Hoffnung gegen jede Hoffnung
 
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Franziskus: Die Verkündigung der neuen Menschheit. Das enge Band zwischen Glauben und Hoffnung. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Deshalb gilt: «aus Glauben», damit auch gilt: «aus Gnade». Nur so bleibt die Verheißung für alle Nachkommen gültig, nicht nur für die, welche das Gesetz haben, sondern auch für die, welche wie Abraham den Glauben haben. Nach dem Schriftwort: Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt, ist er unser aller Vater vor Gott, dem er geglaubt hat, dem Gott, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft. Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Ohne im Glauben schwach zu werden, war er, der fast Hundertjährige, sich bewusst, dass sein Leib und auch Saras Mutterschoß erstorben waren. Er zweifelte nicht im Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde stark im Glauben und er erwies Gott Ehre, fest davon überzeugt, dass Gott die Macht besitzt zu tun, was er verheißen hat. Darum wurde der Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Doch nicht allein um seinetwillen steht in der Schrift, dass der Glaube ihm angerechnet wurde, sondern auch um unseretwillen; er soll auch uns angerechnet werden, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat. Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, / wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt“ (Röm 4, 16-25).

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Generalaudienz am Mittwoch der vierten Woche der Fastenzeit. In seiner Katechese setzte Papst Franziskus seine Betrachtungen zur christlichen Hoffnung fort und konzentrierte sich auf das Thema „Die Hoffnung gegen jede Hoffnung“.

Der Gott, der sich Abraham offenbare, „ist der Gott, der rettet, der Gott, der aus der Verzweiflung und aus dem Tod heraustreten lässt, der Gott, der zum Leben ruft“. In der Geschichte Abrahams werde alles zu einem Hymnus auf Gott, der befreie und erneuere, „alles wird Prophetie“. So werde es auch für uns, die wir nun die Erfüllung von all dem im Pascha-Geheimnis kennten. Gott „hat Jesus von den Toten erweckt“, damit auch wir in ihm vom Tod zum Leben kommen könnten.

Ausgehend vom Brief an die Römer erklärte der Papst, dass der Apostel Paulus uns einlade, den Blick auf die enge Beziehung zwischen Glauben und Hoffnung zu richten. Im Römerbrief mache er das am Beispiel des Abraham deutlich. Unsere Hoffnung basiere nicht auf einem Nachdenken, Prognosen und menschlichen Sicherheiten. Sie zeige sich dort, wo keine Hoffnung mehr gegeben sei, wo es nichts mehr zu hoffen gebe.

Abraham vertraue gegen jede menschliche Erfahrung der Verheißung Gottes, ihm noch im Alter Nachkommen zu schenken. Der Herr nenne ihn „Vater vieler Völker“, und Abraham sei „fest davon überzeugt, dass Gott die Macht besitzt, zu tun, was er verheißen hat“ (Röm 4,21).

Seine große Hoffnung gründe im Glauben an den Gott des Lebens und ist deshalb fähig, über jede menschliche Erwartung hinauszugehen. Die Hoffung gründe so im Glauben. Sie weiche nicht einmal vor dem Tod zurück, weil sie sich vom Gott der Auferstehung und des Lebens angesprochen wisse und Gott vertraue.

Insofern „ist Abraham Vorbote einer neuen Menschheit, die von Jesus Christus aus Sünde und Tod errettet ist und zum barmherzigen Vater geführt wird, der sie mit offenen Armen empfängt“.

Abschließend betete Franziskus: „Wir wollen den Herrn heute um die Gnade bitten, uns nicht so sehr auf unsere Sicherheiten zu gründen, auf unsere Fähigkeiten, sondern auf die Hoffnung, die der Verheißung Gottes entspringt, als wahre Kinder Abrahams. So wird unsere Leben ein neues Licht annehmen, in dem Bewusstsein, dass er, der den Sohn auferweckt hat, auch uns auferwecken wird und uns wirklich eins mit ihm werden lässt, zusammen mit all unsere Brüdern und Schwestern im Glauben“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Pilger und Besucher deutscher Sprache. Gebt eurer Hoffnung Nahrung durch den täglichen Kontakt mit Christus im Gebet, beim Lesen der Heiligen Schrift und in den Werken der Liebe. Nutzt gut diese Fastenzeit, um den Glauben an den Gott des Lebens zu erneuern. Der Herr beschütze euch und eure Familien.











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