Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  2. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  3. Der Graben zwischen Rom und der deutschen Ortskirche wird immer tiefer
  4. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  5. Hubschrauber am Landeplatz der Arche Noah
  6. Die Welt heilen
  7. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  8. Ich glaube an … Engel?
  9. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  10. Papst fordert Abschaffung der Atomwaffen
  11. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  12. „Papst Benedikt selbst ist optimistisch, dass er bald wieder zu Kräften kommt“
  13. Dichter Reiner Kunze: Sprachgenderismus bringt Sexualisierung und Verarmung der Sprache 
  14. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  15. Päpstliche Akademie für das Leben verteidigt ihr jüngstes „Gott-loses“ Dokument zur Covid-Pandemie

Hat die Frau eine Zukunft? - Der manipulierte Körper

11. Mai 2017 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bioethikerin Laetitia Pouliquen warnt vor der Entwicklung hin zu einer 'Frau 2.0', einem genderneutralen, 'technisch verbesserten' Individuum ohne Nachkommenschaft. Gastkommentar von Dominik Lusser, Stiftung Zukunft CH


Winterthur (kath.net/www.zukunft-ch.ch) Der Muttertag am 14. Mai ist eine gute Gelegenheit, sich über das Genie der Frau, die Mutterschaft, und dessen Zukunft Gedanken zu machen. Eine, die dazu viel zu sagen hat, ist die in Belgien lebende Bioethikerin Laetitia Pouliquen. Als Gründerin der Organisation Woman Attitude und mit dem Slogan „Rechtsgleichheit, Komplementarität, Verschiedenheit“ ist sie bestrebt, die Fehlleistungen des Radikalfeminismus zu überwinden.

2016 ist Pouliquens Buch „Femme 2.0“ erschienen. Darin zeigt sie, wie Feminismus, Gender-Ideologie und Transhumanismus Hand in Hand an einer Entwicklung arbeiten, die letztlich zu einem gänzlichen Verschwinden der Frau führen könnte. Dieser Entwicklung stellt sich Pouliquen mutig entgegen, u.a. im Umfeld des EU-Parlaments in Brüssel. Sie zeigt Frauen Alternativen zum Mainstream-Feminismus auf, ermutigt sie dazu, „ganz Frau zu sein“, über das eigene Frausein zu staunen und ihre Rolle als Schützerinnen des Lebens wahrzunehmen.

Radikalfeministisches Erbe

Der Radikalfeminismus seit den 1960er-Jahren sei über sein Ziel hinausgeschossen, warnt Pouliquen: „Dieser stellte die Sexualität ins Zentrum, indem er sie als Hauptursache der Unterdrückung der Frau ausmachte.“ Die durch Relativismus, Liberalismus und Existentialismus geprägte Theorie der Frauenbewegung habe Frauen allerdings dazu angestiftet, sich von moralischen Normen, von der Kultur und den geschlechtlichen Unterschieden zu befreien: Ein durch Relativismus und Individualismus geprägter Feminismus forderte Unabhängigkeit und sexuelle Freiheit. „Die Frau wurde so zum Konkurrenten des Mannes“. Für Pouliquen bedeutet dies das Ende der Anerkennung der Komplementarität und Unterschiedlichkeit von Mann und Frau.

In der tiefgreifenden Veränderung, welcher die Frau in unserem Jahrhundert unterworfen ist, sieht Pouliquen das Ergebnis dreier politischen Agenden, „die eng zusammenhängen, und die zur Schöpfung einer ‘Frau 2.0’ führen könnten, einem genderneutralen, ‘technisch verbesserten’ Individuum ohne Nachkommenschaft.“


Die politische Agenda des radikalen Feminismus der 1960er-Jahre mit seiner Devise „Mein Körper gehört mir“ basiert laut Pouliquen auf der technischen Manipulierbarkeit der Fruchtbarkeit der Frau durch Verhütung, Abtreibung, Eispende, künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, und letztendlich die künstliche Gebärmutter. Diese wäre eine Maschine, welche die Entwicklung eines menschlichen Embryos bzw. Fötus von der Empfängnis bis zur Geburt außerhalb des weiblichen Körpers bewerkstelligen könnte. Dazu wird gegenwärtig in amerikanischen und südkoreanischen Labors mit lebenden menschlichen Föten tatsächlich geforscht, wie Pouliquen aufzeigt. Bereits die Radikalfeministin Shulamith Firestone hatte 1970 in „Die Dialektik der Geschlechter“ Schwangerschaft und Geburt als Quelle der Geschlechterungleichheit benannt und postuliert, dass eine künstliche Gebärmutter „die Frauen von der Tyrannei ihrer reproduktiven Biologie befreien“ würde.

Wesentliche Konsequenzen dieser politischen Agenda sind laut Pouliquen u.a. ein verschärfter Konkurrenzkampf zwischen Mann und Frau auf verschiedenen Ebenen: wirtschaftlich, verhältnismäßig und psychologisch; eine Zunahme von Frauengewalt und paradoxerweise die Schaffung eines Marktes für die fruchtbarkeitsrelevanten Nebenprodukte des weiblichen Körpers: Verkauf von Eizellen, Menstruationsblut und Muttermilch sowie die Vermietung der Gebärmutter. „Und im Namen der Geschlechtergleichheit, die sich auf die politische Gender-Agenda stützt, lässt die Antwort des ‚Hirten’ auf die ‚Hirtin’ nicht auf sich warten: Manche Männer fordern bereits ein ‚Recht‘ auf Mutterschaft, indem sie durch Fortpflanzungstechnologie die natürliche Abstammung verdrehen und den männlichen Zugang zum Stillen und zur Schwangerschaft fordern.“ Überhaupt führe die Gender-Ideologie zu einer Einebnung der Geschlechtsunterschiede, weil Geschlecht und Körper angeblich nichts mehr über die Person aussagten.

Bereits die politischen Agenden des Radikalfeminismus und des Genderismus schaffen also, wie Pouliquen resümiert, eine von ihrer Fruchtbarkeit und ihrem geschlechtlichen Körper „befreite“ Frau: Diese wird zu einem geschlechtslosen Wirtschaftsfaktor.

Ende oder Renaissance der Frau?

Doch der Transhumanisus als weitere politische Agenda „wird eine noch gefährlichere, weil irreversible Transformation mit sich bringen“: Diese Ideologie gebe sich nicht damit zufrieden, den Tod zu überwinden. Sie wolle „ein ganz und gar neues Wesen schaffen, das weder Mann noch Frau sein soll“. Die Fortschritte der Nano-, Bio-, Informations- und Kognitionswissenschaften könnten so das Ende der Mutterschaft bedeuten, und aus Gründen sozialer Eugenik ein geschlechtsloses, „verbessertes“ Individuum ohne Nachkommenschaft hervorbringen, in dem man weder Mann noch Frau wird erkennen können.

Als ermutigende Nachricht für alle Frauen und Mütter hält Pouliquen aber auch eine Alternative zu dieser Entwicklung bereit. „So viel ist klar: Der Transhumanismus würde der Identität von Frau und Mann ein Ende setzen.“ Pouliquen schlägt darum als Gegenmittel einerseits vor, die biologische Abhängigkeit und die Verletzlichkeit des menschlichen Lebens neu zu akzeptieren; anderseits müsse eine große Liebe zur Menschheit den Erfinderdrang dazu führen, die neue Technologie in den Dienst eben dieser Menschheit zu stellen. „Das Staunen über die Schönheit des Frauseins sowie über die Komplementarität zum Mann ist also heute nötiger denn je zuvor!“

Mutterschaft: Das Genie der Frau

Für den Fall, dass das nicht gelingen sollte, prognostiziert Pouliquen das „désenfantement“ der Menschheit, also das Verschwinden der natürlichen Mutterschaft und somit der Frau überhaupt. Denn ein komplett vom Muttersein losgelöstes Frausein ist für Pouliquen nicht denkbar, wie sie im April in einem TV-Interview sagte. Nicht, dass es nicht auch eine geistige Fruchtbarkeit der Frau geben könnte. Rede man mit nicht-ideologischen Frauen im Alltag, stelle man allerdings fest: Die Mehrheit wünscht sich, Kinder zu bekommen. Nehme man der Frau die Mutterschaft, raube man ihr „ihre Spezifizität, das ihr eigentümliche Genie, ihre Großzügigkeit. Die Frau verzehrt sich, gibt all ihre Kraft in die Geburt hinein; sei es physiologisch, oder auch als eine Öffnung zum anderen hin, als eine Beziehung zum anderen.“ Die Frauen sind, wie die Mutter von vier Söhnen nicht ohne gesunden Stolz sagt, diejenigen, „die Liebe ermöglichen, und die den Kindern erlauben, die Liebe weiterzugeben. Sie sind es, die dem Mann sagen: Du wirst nun Vater.“ So entstehe eine Bewegung der Liebe, die durch die Frau und niemanden sonst angestoßen werde.

Wenn allerdings, wie Pouliquen kritisiert, nach den Zielen der EU bald alle Frauen arbeiten sollen, wird der Frau genau diese Spezifität genommen. Sie wird dann – „wie alle anderen“ – zu einem simplen Konsumenten. Dass die engagierte Frauenrechtlerin dies mit allen Kräften zu verhindern versuchen wird, nimmt man ihr ab. Wären alle Feministinnen wie sie, es stünde besser um unsere Gesellschaft, auch um uns Männer und Väter!

Symbolbild: Fragezeichen und Frau



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Thomas59 12. Mai 2017 
 

Keine Angst

Gott gibt uns noch ein wenig Zeit zur Umkehr, greift dann aber machtvoll ein und beendet den Spuk des Modernismus und Relativismus.


3

0
 
 Dismas 11. Mai 2017 

Genderismus und Radikalfeminismus

sind, das muss ich ohne Umschweife sagen, dämonisch. Diser wichtige Artikel zeigt einen Blick in eine schauerliche, grausame Zukunft. Es ist klar, dass der Widersacher GOTTES hier dessen wichtigste Schöpfung, das Abbild GOTTES zerstören will in seinem Hass. Auch hier läuft das System ohne, dass es den Menschen publik gemacht wird in Heimlichkez ab. Ist das Volk denn je befragt worden, als sich die Deutsche Bundesregierung vor Jahren dem Gendermainstreaming als Leitlinie unterwarf? Nein,die Menschen sind da erstaunlich unwissend,gottloser Relativismus und Materialismus zerstören die Lebensgrundlage der Menschen. Und wenn jemand, sich dagegen stellt wird er von den mit Geldmitteln gut ausgestattenten Lobbygruppen des Genderismus und Radikalfeminismus hart bekämpft.Denn andere Meinungen werden unterdrückt und diffamiert.


7

0
 
 ottokar 11. Mai 2017 
 

Frau bleibt Frau und Mann bleibt Mann!

FAZ vom 10.Mai 2017, S.N1 (Natur und Wissenschaft):Auch wenn Mann und Frau über eine nahezu identische Ausstattung mit Genen verfügen und von den Geschlechtsorganen abgesehen eine überschaubare Zahl an äusserlichen Unterschieden aufweisen -sobald man genauer die Erbanlagen untersucht, dann findet man gewaltige Unterschiede, wie Genomforscher vom Weizmann-Institut in Israel herausfanden und im BMC Biology publizierten: Mindestens 6500 von knapp 20000 untersuchten Erbanlagen sind entweder in dem einen oder anderen Geschlecht stärker aktiviert und für die geschlechtsspezifische Ausprägung verantwortlich (z.B.Behaarung, Fettspeicheranlagen ect.)


8

0
 
 Christa.marga 11. Mai 2017 
 

Eine Horrorgeschichte!

Mensch, wo treibst du hin?
Ein Leben ohne Gott - die ganze Schöpfungsgeschichte wird ausgehebelt - der Mensch nur noch ein Individuum!
GENDER ist die größte Gefahr für die ganze Menschheit!!!
Warum werden die Machenschaften von diesen "Dr. Frankenstein und Co." nicht publik gemacht in unseren Kirchen und in den großen Medien? Aufklärung über diese verbrecherischen Manipulationen mit lebenden menschlichen Föten tut not, was da geschieht, das ist absolut menschenverachtend!!!
Als Mann und Frau schuf Gott sie...
GENDER ist gottlos!!!


11

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

gender mainstreaming

  1. Dichter Reiner Kunze: Sprachgenderismus bringt Sexualisierung und Verarmung der Sprache 
  2. Irischer Minister will ‚Geschlechtsänderung’ für Jugendliche vereinfachen
  3. Geschlechtsverwirrung in den Niederlanden
  4. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  5. Gender-Ideologie widerspricht Natur und Offenbarung
  6. Transgender: Die feministische Revolution frisst ihre Kinder
  7. US-Regierung definiert ‚Gender’ als biologisches Geschlecht
  8. Kritik an Joanne Rowling im kanadischen Kinderfernsehen
  9. Joanne Rowling: Transgender-Bewegung schadet den Frauen
  10. „Hier werden Frauenrechte auf dem Trans-Altar geopfert“








Top-15

meist-gelesen

  1. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  2. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  3. Der Graben zwischen Rom und der deutschen Ortskirche wird immer tiefer
  4. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  5. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt
  6. „Papst Benedikt selbst ist optimistisch, dass er bald wieder zu Kräften kommt“
  7. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  8. Tödlich verunglückt: Trauer um zwei Seelsorger
  9. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  10. Vatikanist Edward Pentin: Franziskus-Nachfolger ist „wahrscheinlich konservativ“
  11. Kathedrale von Sheffield löst um „Inklusion“ willen traditionsreichen Kirchenchor auf
  12. Französische Nationalversammlung stimmt für neues Bioethikgesetz – „So sterben Zivilisationen“
  13. LEHRMÄSSIGE NOTE zur Abänderung der sakramentalen Formel der Taufe
  14. Brandanschlag auf Kathedrale in Managua
  15. Dichter Reiner Kunze: Sprachgenderismus bringt Sexualisierung und Verarmung der Sprache 

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz