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Türkei: Kloster Sumela weiter für orthodoxe Feiern gesperrt

12. Juli 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Patriarch Bartholomaios kann auch heuer Maria Himmelfahrt nicht in Sumela feiern - Offiziell werden die noch andauernden Renovierungsarbeiten als Grund für die Verweigerung angegeben


Istanbul (kath.net/KAP) Auch heuer wird der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. am 15. August (Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel) im berühmten Kloster Sumela in der Schwarzmeerregion (Pontus) nicht den Festgottesdienst zelebrieren können. Wie im Vorjahr werden auch in diesem Jahr von den türkischen Behörden die laufenden Renovierungsarbeiten als Ursache für die Nichterteilung der Erlaubnis angegeben. Von 2010 bis 2015 hatte Bartholomaios I. alljährlich in Sumela die Göttliche Liturgie feiern können. Orthodoxe Gläubige aus allen Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres waren aus diesem Anlass jeweils nach Sumela gekommen.

In einem Kommunique des Ökumenischen Patriarchats wird mitgeteilt, dass die Renovierungsarbeiten in Sumela erst bis zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel im kommenden Jahr beendet sein werden. Heuer werde Bartholomaios I. den Festgottesdienst im verlassenen Kloster der Theotokos Faneromeni bei Erdek (griechisch: Artaki), einem beliebten Ferienort am asiatischen Ufer des Marmara-Meers, zelebrieren, allerdings erst am Ende der Festwoche der Aufnahme Mariens in den Himmel.


Ertek war eine ganz überwiegend christliche Kleinstadt gewesen. Wie in Sumela mussten auch in Artaki alle Christen 1923 die Stadt verlassen.

Das Kloster Sumela wurde im Jahr 386 gegründet und war viele Jahrhunderte hindurch der bedeutendste Wallfahrtsort am Schwarzen Meer, vor allem wegen der in Sumela verehrten Marienikone, die dem Evangelisten Lukas zugeschrieben wurde. Es gibt verschiedene Versionen, wie die Ikone nach Sumela gelangt ist. Heute befindet sie sich in Griechenland.

Nach dem Ende der kurzlebigen Pontischen Republik mussten 1923 alle griechischen und armenischen Christen des Pontus das Land verlassen, auch die Mönche von Sumela. Jahrzehnte hindurch war das Kloster eine Ruine, bis es 1972 von der Regierung in Ankara zum Nationaldenkmal erklärt wurde. 2010 wurde erstmals dem Ersuchen von Patriarch Bartholomaios I. stattgegeben, am 15. August die Göttliche Liturgie in Sumela feiern zu dürfen.

Die ältesten erhaltenen Gebäude des Klosters in dem romantischen Gebirgstal südlich von Trapezunt stammen aus der Zeit der Komnenen, die ab 1204 geherrscht hatten. Mehrere Kaiserkrönungen fanden in Sumela statt.

Auch nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1461 blieb das Kloster ein spirituelles und kulturelles Zentrum, das auch von den Sultanen durch große Schenkungen gefördert wurde. Im 19. Jahrhundert erfolgte noch einmal ein großer Ausbau des Klosters, das sowohl christliche als auch muslimische Pilger aus dem ganzen kleinasiatischen Raum, aber auch aus Russland und dem Kaukasus anzog.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Symbolbild



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