Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  3. Der stumme Gott unserer Zeit
  4. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  5. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  6. Realitätsverlust im Bistum Chur
  7. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  10. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  11. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  12. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  15. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

'Weniger erfreulich ist, wie Politiker mit dem Erbe Kohls umgehen'

11. Juli 2017 in Kommentar, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Ich durfte Bundeskanzler Helmut Kohl einige Male begegnen.“ Nachruf auf den deutschen Altbundeskanzler Helmut Kohl. Von Dekan Ignaz Steinwender


Zell am Ziller (kath.net) Der Tod des ehemaligen österreichischen Vizekanzlers Alois Mock und des früheren deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Zwei Politikerpersönlichkeiten, die ein christlich-soziales Profil hatten, sind gestorben. Der allgemeine Profilverlust in Politik und Kirche ist eines der beängstigenden Phänomene unserer Zeit.

Ich durfte Bundeskanzler Helmut Kohl einige Male begegnen. Einmal im Jahre 1989, als ich Erzbischof Georg nach Hofgastein fuhr, wo er sich mit Bundeskanzler Kohl unterhielt. Dann ab dem Jahre 1996 als Kooperator in Hofgastein. Helmut Kohl war normalerweise um Ostern herum in Hofgastein, um eine Mayr-Kur (Heilfasten) zu machen.

Der Weltpolitiker, der historisch bedeutsame Entscheidungen traf und die Geschicke Europas maßgeblich mitgestaltete, saß ganz selbstverständlich am Sonntag an seinem gewohnten Platz beim Pfarrgottesdienst in Hofgastein. Nach der Messe stand er vor der Kirche und redete mit den Leuten. Jedes Jahr kam er in den Pfarrhof, um sich mit Dekan Dietmann bzw. mit Dekan Wagner zu unterhalten.


Wenn er in Hofgastein Spaziergänge machte, dann kehrte er bei gewissen Bauern ein und ging in den Stall, um nach den Pferden zu sehen.
Einmal kam Kohl ins Krankenhaus Schwarzach, um einen Besuch zu machen. Als man dort sah, dass Bundeskanzler Kohl kam, da wurde sofort spekuliert, welche prominente Persönlichkeit als Patient im Krankenhaus sei. Aber Kohl fragte nach einem Hofgasteiner Bauern, den er eben besuchen wollte.

Bundeskanzler Kohl war sehr aufmerksam gegenüber den einfachen Leuten und auch Dekan Dietmann war sehr erstaunt, dass Kohl mit ihm ein ausführliches Gespräch führte über die Praxis der Visitation der Pfarrer durch die Dechanten, wobei er sich für viele konkrete Details interessierte.

Was man an Bundeskanzler Kohl besonders bewundern konnte, war seine profunde Geschichtskenntnis. Er beurteilte gegenwärtige Entwicklungen aus dem Blickwinkel der Geschichte und konnte so den Kairos für die deutsche Wiedervereinigung erkennen. Als ich ihn einmal fragte, was er von Putin halte, gab er eine positive Einschätzung und erklärte an Hand eines Beispiels, was man von der Geschichte her zu bedenken habe, wenn man von Russland spreche.

Bei der Verabschiedung von Helmut Kohl wurden viele lobende Worte gesagt von hohen Politikern. Das ist sehr erfreulich. Weniger erfreulich ist, wie Politiker mit dem Erbe Kohls umgehen. Dabei könnte man überlegen, wie es wäre, wenn Kohl heute Bundeskanzler wäre. Er würde wohl jeden Eindruck einer deutschen Dominanz vermeiden, er würde mit Putin, Trump, May, Kurz und Orban, mit dem er bis zuletzt Kontakt hatte, an einem Tisch sitzen. Sanktionen gegen Russland in der jetzigen Form, öffentliche Belehrungen des wichtigsten und mächtigsten Nato-Verbündeten Amerika und die Ausgrenzung der Visegrad-Staaten wären unvorstellbar.

Kohl würde an einem Europa arbeiten, wie es die Gründerväter vor Augen hatten, davon bin ich überzeugt.

Archivfoto: Helmut Kohl als Bundeskanzler (1989)
(c) Wikipedia/Konrad Adenauer-Stiftung/CC BY-SA 3.0 de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  4. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  5. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz