Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  4. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  5. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  8. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  12. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

'Weniger erfreulich ist, wie Politiker mit dem Erbe Kohls umgehen'

11. Juli 2017 in Kommentar, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Ich durfte Bundeskanzler Helmut Kohl einige Male begegnen.“ Nachruf auf den deutschen Altbundeskanzler Helmut Kohl. Von Dekan Ignaz Steinwender


Zell am Ziller (kath.net) Der Tod des ehemaligen österreichischen Vizekanzlers Alois Mock und des früheren deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Zwei Politikerpersönlichkeiten, die ein christlich-soziales Profil hatten, sind gestorben. Der allgemeine Profilverlust in Politik und Kirche ist eines der beängstigenden Phänomene unserer Zeit.

Ich durfte Bundeskanzler Helmut Kohl einige Male begegnen. Einmal im Jahre 1989, als ich Erzbischof Georg nach Hofgastein fuhr, wo er sich mit Bundeskanzler Kohl unterhielt. Dann ab dem Jahre 1996 als Kooperator in Hofgastein. Helmut Kohl war normalerweise um Ostern herum in Hofgastein, um eine Mayr-Kur (Heilfasten) zu machen.

Der Weltpolitiker, der historisch bedeutsame Entscheidungen traf und die Geschicke Europas maßgeblich mitgestaltete, saß ganz selbstverständlich am Sonntag an seinem gewohnten Platz beim Pfarrgottesdienst in Hofgastein. Nach der Messe stand er vor der Kirche und redete mit den Leuten. Jedes Jahr kam er in den Pfarrhof, um sich mit Dekan Dietmann bzw. mit Dekan Wagner zu unterhalten.


Wenn er in Hofgastein Spaziergänge machte, dann kehrte er bei gewissen Bauern ein und ging in den Stall, um nach den Pferden zu sehen.
Einmal kam Kohl ins Krankenhaus Schwarzach, um einen Besuch zu machen. Als man dort sah, dass Bundeskanzler Kohl kam, da wurde sofort spekuliert, welche prominente Persönlichkeit als Patient im Krankenhaus sei. Aber Kohl fragte nach einem Hofgasteiner Bauern, den er eben besuchen wollte.

Bundeskanzler Kohl war sehr aufmerksam gegenüber den einfachen Leuten und auch Dekan Dietmann war sehr erstaunt, dass Kohl mit ihm ein ausführliches Gespräch führte über die Praxis der Visitation der Pfarrer durch die Dechanten, wobei er sich für viele konkrete Details interessierte.

Was man an Bundeskanzler Kohl besonders bewundern konnte, war seine profunde Geschichtskenntnis. Er beurteilte gegenwärtige Entwicklungen aus dem Blickwinkel der Geschichte und konnte so den Kairos für die deutsche Wiedervereinigung erkennen. Als ich ihn einmal fragte, was er von Putin halte, gab er eine positive Einschätzung und erklärte an Hand eines Beispiels, was man von der Geschichte her zu bedenken habe, wenn man von Russland spreche.

Bei der Verabschiedung von Helmut Kohl wurden viele lobende Worte gesagt von hohen Politikern. Das ist sehr erfreulich. Weniger erfreulich ist, wie Politiker mit dem Erbe Kohls umgehen. Dabei könnte man überlegen, wie es wäre, wenn Kohl heute Bundeskanzler wäre. Er würde wohl jeden Eindruck einer deutschen Dominanz vermeiden, er würde mit Putin, Trump, May, Kurz und Orban, mit dem er bis zuletzt Kontakt hatte, an einem Tisch sitzen. Sanktionen gegen Russland in der jetzigen Form, öffentliche Belehrungen des wichtigsten und mächtigsten Nato-Verbündeten Amerika und die Ausgrenzung der Visegrad-Staaten wären unvorstellbar.

Kohl würde an einem Europa arbeiten, wie es die Gründerväter vor Augen hatten, davon bin ich überzeugt.

Archivfoto: Helmut Kohl als Bundeskanzler (1989)
(c) Wikipedia/Konrad Adenauer-Stiftung/CC BY-SA 3.0 de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Beethoven 11. Juli 2017 
 

Welches Erbe?

Welches Erbe meinen Sie denn jetzt genau? Die Übernahme der Fristenlösung aus der Ex-DDR? Oder die Enteignung des deutschen Volkes über eine Gemeinschaftswährung? Oder die speziellen Techniken der Spendenakquisition? Nein, sorry, Sie meinen sicherlich die geistig moralische Wende.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  3. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  4. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  5. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  6. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Reliquien der Kinder von Fatima kommen nach Berlin!
  9. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  10. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  11. Frankreich und das Zeichen der Wiedergeburt
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  14. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  15. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz