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Der überforderte Papst

19. Juli 2017 in Kommentar, 76 Lesermeinungen
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Bei allem nötigen Respekt und bei aller Ehrfurcht dem Papstamt gegenüber muss man leider feststellen, dass sich die katholische Kirche im jetzigen Pontifikat als sehr verunsichert und zerrissen präsentiert. Gastbeitrag von Hubert Windisch


Freiburg-Regensburg (kath.net) Im eindringlichen Grußwort von Papst em. Benedikt XVI. beim Begräbnis von Kardinal Meisner war auch Kritik am aktuellen Zustand der katholischen Kirche zu hören. Und es ist nicht auszuschließen, dass in dieser Kritik auch das jetzige Pontifikat mitgemeint war. Jedenfalls fragen sich seit längerem schon viele besorgte Priester und Laien aufgrund verschiedenster römischer Vorgänge, ob der jetzige Papst wohl mit dem Pontifikat überfordert sei. Folgende Anmerkungen lassen solche Fragen als durchaus berechtigt erscheinen:

Als Jorge Mario Bergoglio am 13. März 2013 als Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. gewählt wurde, begab er sich, bevor er die Bendiktionsloggia des Petersdoms betrat, nach altem Brauch in die sog. Kammer der Tränen (Camera lacrimatoria) neben der Sixtinischen Kapelle, wo er sich mit den päpstlichen Insignien bekleiden sollte: mit der roten Samt-Mozetta mit weißem Hermelinbesatz, mit dem goldenen Kreuz der Päpste und mit den traditionellen roten Schuhen. Er lehnte das Tragen dieser Insignien ab und soll dabei gesagt haben: Der Karneval ist vorbei. Wie auch immer, der Papst scheint jedenfalls den Sinngehalt der Insignien nicht erkannt zu haben: Die rote Samt-Mozetta erinnert an das Leiden und das Blut Christi. Das goldene Kreuz erinnert zugleich an die Würde und die Last des Papstamtes, und die roten Schuhe erinnern an den letzten byzantinischen Kaiser Konstantin XI., der bei der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die islamischen Osmanen als letzter oströmischer christlicher Kaiser den Tod fand. Als er dann auf die Benediktionsloggia trat, konnte die Welt den flachsten Einstieg in das Papstamt miterleben, seit es Rundfunk- und Fernsehübertragungen davon gibt. Bergoglio sagte zu den vielen Tausenden auf dem Petersplatz nicht: Laudetur Jesus Christus, oder: In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti, sondern: Buona sera. Was war in diesem Augenblick für die Kirche zu befürchten? Es war zu befürchten, dass diesem flachen Einstieg in das Papstamt ein flaches Pontifikat folgen könnte. Es war zu befürchten, dass ein anderer Karneval um sich greifen könnte, wie es nur kurze Zeit später der Papst mit einer Clownnase bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz anzudeuten schien.


Die mexikanische Katholikin Lucrecia Rego de Planas, die den Papst seit vielen Jahren persönlich kennt, schrieb einige Monate nach der Wahl Bergoglios zum Papst in einem dramatischen Offenen Brief: „Der Papst liebt es, von allen geliebt zu werden.“ Von daher lassen sich viele Fauxpas Bergoglios in bezug auf Stil und Inhalt seiner Amtsführung erklären: die inflationären Wortmeldungen in Interviews, Telefonaten und Morgenansprachen oder die bemüht und aufgesetzt wirkenden öffentlichen Gesten, die zwar gut für eine mediale Schlagzeile, aber irrelevant für das Seelenheil der Gläubigen sind.

Ein evangelischer Kollege schrieb mir einmal: „Es genügt nicht, zu Fuß zum Zahnarzt oder zum Friseur zu gehen, sich in der Vatikanmensa das Essen selbst zu holen oder im Fiat 500 beim amerikanischen Präsidenten vorzufahren, um ein guter Papst zu sein. Ich habe den Verdacht, aus den Löchern seines weißen Talars lugt die Eitelkeit.“

Wer es liebt, von allen geliebt zu werden, muss als Hirte der Kirche einen Teil des Evangeliums bei seinem Dienst ausblenden, und ein Papst steht in der Gefahr, nicht mehr ein Fels in den Brandungen des Lebens zu sein, sondern eine Wanderdüne zu werden, die der Zeitgeist vor sich hertreibt. Es kann zu unterwürfigen Einstellungen und Haltungen gegenüber allem und jedem und damit zur unzulässigen Aufweichung des katholischen Selbstbewußtseins kommen.

Da stehen in einem Video zur Gebetsmeinung des Papstes im Januar 2016 am Schluss gleichberechtigt die Vertreter von Buddhismus, Judentum, Islam und Christentum nebeneinander und halten dabei jeweils ihr religiöses Symbol in die Kreismitte: eine Buddhastatue, einen siebenarmigen Leuchter, eine islamische Gebetsschnur und – kein Kreuz, sondern ein kleines Jesuskrippenkind.

Da wäscht der Papst am Gründonnerstag 2016 bei der Feier vom Letzten Abendmahl Flüchtlingen die Füße, darunter auch Moslems, und verflacht so nicht nur die Zeichenhandlung Jesu im Abendmahlssaal, sondern verfälscht sie sogar.

Da lädt der Papst am Pfingstsamstag 2014 zu einem sog. Friedensgebet der drei monotheistischen Religionen in die Vatikanischen Gärten ein und wird dabei zusammen mit dem anwesenden Juden vom moslemischen Vorbeter regelrecht vorgeführt, der am Ende seines Gebets die letzten Sätze aus der Sure 2 des Korans zitiert, wo Allah um den Sieg über die Ungläubigen (also die Juden und die Christen) angefleht wird.

Da wird der Papst beim Rückflug vom Weltjugendtag in Krakau auf die Ermordung des Priesters Jaques Hamel, der am 26. Juli 2016 bei der Feier des heiligen Meßopfers in der Nähe von Rouen von zwei Muslimen am Altar geschächtet worden war, auf die Gewaltproblematik im Islam angesprochen, und er übergeht die brisante Problematik einer dem Islam inhärenten Gewalt mit dem Hinweis auf italienische katholische Schwiegermuttermörder. Viele Journalisten werden sich im Stillen gefragt haben, ob hier ein intellektueller Aussetzer die päpstliche Zunge geführt haben könnte.

Da fliegt der Papst für einen Tag auf die Insel Lesbos, um ein Flüchtlingslager zu besuchen und nimmt am Ende einige Flüchtlinge mit nach Rom, aber nur Moslems, keine Christen.

Da vergleicht er im April 2017 in einem unsäglichen Vergleich die Zustände in Flüchtlingsaufanglagern mit Konzentrationslagern. Nicht nur seine Sicht der Flüchtlingsproblematik, sondern auch andere Beispiele aus dem politischen Bereich ließen sich noch anführen, die belegen, wie flach dieses Pontifikat geführt wird, das darüber hinaus von einer eigenartigen Widersprüchlichkeit geprägt ist.

Denn der verbalen Barmherzigkeit in der Verkündigung nach außen steht nicht selten eine reale Härte bei der Ausübung des Amtes nach innen entgegen. Das zeigt sich u. a. bei seinem anhaltend respektlosen Umgang mit den sog. Dubia-Kardinälen oder kürzlich bei der stillosen Entlassung von Kardinal Müller aus seinem Amt als Präfekt der Glaubenskongregation.

Am gravierendsten wird wohl der Widerspruch zwischen Behauptung und Wirklichkeit in dem Nachsynodalen Schreiben „Amoris Laetitia“ offenbar, in dem einerseits die bisherige katholische Ehelehre und -praxis weitschweifig hochgehalten und andererseits das diesbezügliche sakramentale Lehr- und Praxisgebäude (Ehe, Buße, Eucharistie) mit einer einzigen Fußnote zum Einsturz gebracht wird. Der wohl meistzitierte Satz dieses Pontifikats „Wer bin ich, dass ich (ver)urteile (Chi sono io per giudicare)?“ – gesprochen von Franziskus auf dem Rückflug Ende Juli 2013 von Brasilien nach Rom – bringt die ganze Not, die durch dieses Pontifikat über die Kirche hereingebrochen ist, auf den Punkt: Es herrscht nun, vom Papst herbeigeführt, weithin eine doktrinelle und pastorale Beliebigkeit.

Bei allem nötigen Respekt und bei aller Ehrfurcht dem Papstamt gegenüber muss man leider feststellen, dass sich die katholische Kirche im jetzigen Pontifikat als sehr verunsichert und zerrissen präsentiert. Viele Katholiken weltweit sind inzwischen in ihrer eigenen Kirche heimatlos geworden. Die katholische Kirche ist in ihren Grundfesten erschüttert. Wie soll es weitergehen?

Prof. Dr. Hubert Windisch (Foto) ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg.

Konsistorium - Papst Franziskus kreiert fünf neue Kardinäle



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Lesermeinungen

 lesa 22. Juli 2017 

Auf Christus schauen

@Philip: Danke für die kurze und treffende Darlegung des Kirchenverständnisses von Lumen Gentium, Licht der Völker. "Die Bekehrung der antiken Welt zum Christentum war nicht das Ergebnis einer geplanten Aktivität der Kirche, sondern Frucht der Bewährung des Glaubens, wie sie im Leben der Christen und in der Gemeinschaft der Kirche sichtbar wurde." (Benedikt XVI.)


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 phillip 22. Juli 2017 
 

Ad Savanorola zur Rahnerschen "... Heilmittelstrategie."

Auf die Behauptung, dass "die Heilsstrategie Gottes und die der Kirche nun einmal nicht identisch" und "... Kirche endlich" sei – also, genaugenommen, die Kirche von Gott getrennt damit auch von jeweils gesonderten „Heilsstrategien“ gesprochen wird - sei auf LG verwiesen, wonach Kirche, auch als Volk Gottes oder Gemeinschaft der Heiligen bezeichnet, in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott ist, verwiesen. Daraus folgt, dass Gott in seiner bis in Ewigkeit Bestand habenden Kirche stets gegenwärtig ist. Die „Strategie“ Rahners verwundert nicht im Mindersten, hat ja auch PeBXVI in seinem letzten Gespräch mit Peter Seewald zutreffend festgestellt, dass es typisch für Rahner gewesen sei, "ja-und-nein-verklausulierte Texte zu schreiben, um ihn in jede Richtung auslegen zu können. Kommt Ihnen, Savanorola, diese Verwirrungstaktik irgendwie bekannt vor? sehen Sie Parallelen zum gegenwärtig Papst? Ich schon!


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 lesa 21. Juli 2017 

Sorge um die Kirche

@Mystiker 1: Da haben Sie wohl recht! Und danke, dass Sie es aussprechen. Nur: Viele Kommentatoren wissen das auch, und ihre Bedenken entstammen nicht bösem Willen sondern einer heftigen und begründeten Sorge um die Kirche. Es ist gut und notwendig, dass das nicht einfach totgeschwiegen wird, sondern dass es diesen Austausch gibt.


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 Federico R. 21. Juli 2017 
 

@Bernhard Joseph und @Mystiker1

Eine berechtigte Frage, Bernhard Joseph. Auch die Erfinder der sog. Befreiungstheologie und ihre heutigen Apologeten berufen sich auf das Evangelium. Der hl. Johannes Paul und Josef Ratzinger als damaliger Präfekt der Glaubenskongregation haben sie, weil es nun mal eine verdrehte Theologie ohne Grundlage in der Hl. Schrift war und ist, zurecht in die Schranken gewiesen. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Papst Franziskus versucht, die „Befreiungstheologen“ zu rehabilitieren. Doch dann stünde er naheliegenderweise im Widerspruch zu seinen beiden Amtsvorgängern. Es kann doch nicht sein, dass der Nachfolger Petri der verständnisvolle Freund eines verfälschten Evangeliums sein soll.

@Mystiker1 - Bitte übersehen Sie nicht, dass Franziskus vor allem bei Kirchenveränderern, Kirchenfernen, Kirchengegnern Kirchenhassern und Kirchenzerstörern außerordentlich beliebt ist.


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 Bernhard Joseph 21. Juli 2017 
 

@Mystiker1

Die Gretchenfrage ist leider heute, welches Evangelium?


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 Montfort 21. Juli 2017 

@Savanorola - Fast erreicht ;-)

"Sie meinen also Gottes unendliches Gnadenhandeln in der endlichen Kirche."

Ja, das meine ich - und solange die Kirche das "unendliche Gnadenhandeln Gottes" an ihr und in ihr und durch sie zulässt und mit ihrer "endlichen, menschlichen Kraft" unterstützt - weil Gott uns ja nicht nur "passiv" erlösen will, sondern unser Mitwirken will! -, solange ist in ihr und durch sie eben "unendliche Kraft" am Werk. Deshalb ist die Kirche auch heilig - nicht, weil wir immer so heiligmäßig leben würden, sondern weil Gott seine Kirche heiligt und nie fallen läßt - das hat Gott versprochen, und er bleibt sich treu!


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 Mystiker1 21. Juli 2017 
 

Hier wird nur das Negative gesehen

In dem Artikel wird nur das Negative hervogehoben. Papst Franziskus ist ein sehr beliebter Papst u. trägt mit seiner Art sehr zur Verbreitung des Evangeliums in der Welt bei. Die Geschichte wird einmal ein Urteil über ihn sprechen u. nicht (böswillige) Kommentatoren.


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 Savanorola 21. Juli 2017 

@ Montfort

Sie meinen also Gottes unendliches Gnadenhandeln in der endlichen Kirche.
Habe ich Sie richtig verstanden?


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 Montfort 21. Juli 2017 

@Savanorola - Wenn Sie es klarer brauchen, um zu verstehen, ...

... dann ergänzen Sie doch bitte "endlich" oder "unendlich" im folgenden Satz: "Gottes Gnadenhandeln in der Kirche ist ..."

Oder lesen Sie bei Paulus nach: "Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark." und: "Denn durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin."


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 Kostadinov 21. Juli 2017 

nochmal: nicht überfordert, sondern andere Agenda

Kurienerzbischof Sanchez Sorondo (einer aus dem engsten Zirkel um den Papst) versicherte, daß die Menschheit derzeit „einen magischen Moment“ erlebt, weil „zum ersten Mal das Lehramt des Papstes, das dem Evangelium folgt, mit dem Lehramt der Vereinten Nationen übereinstimmt“.
Seine Aussagen tätigte der Kanzler im Rahmen seiner Rede beim Sommerkurs „La pregunta de Dios en la universidad“ (Die Gottesfrage an der Universität) der Katholischen Universität von Valencia in Spanien.
geht eben alles um Tagespolitik, nicht um das ewige Heil, siehe auch Bischof Marx, der den Eindruck erweckt, er wäre der gewichtigere DGB


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 Savanorola 21. Juli 2017 

P. Karl Wallner von Stift Heiligenkreuz über Papst Franziskus

Und jetzt empfinde ich in vielem eine große Begeisterung für Papst Franziskus, der uns wirklich hilft, die originale Botschaft Jesu, die Botschaft des Evangeliums wiederzuentdecken. Es ist klar, dass jeder Inhaber des Petrusamtes seinen eigenen Stil hat, und da kann man als Katholik durchaus auch sagen: Das gefällt mir mehr, das weniger. Franziskus ist er selbst, er ist authentisch. Ich hatte die Gnade, ihn mehrmals aus direkter Nähe zu erleben, ungefiltert von den Medien, die ihn bei uns als revolutionären Liberalen hinstellen, der die Kirche völlig umkrempeln will. So ein Unsinn! Bei seiner Ansprache an uns Nationaldirektoren von Missio am 4. Juni 2016 legte er das Skriptum beiseite und sagte: „Ihr dürft nicht so weitermachen wie bisher! Ihr müsst alles neu machen, ihr braucht neue Ideen, neuen Mut, damit wir in einen missionarischen Aufbruch kommen.“ Wir sollten auch beachten, dass Franziskus jede, (...) seiner Ansprachen (...) abschließt mit der Bitte: „Betet für mich!“


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 Savanorola 21. Juli 2017 

Geschätzter Montfort

Dann formuliere ich mal mir Ihren Worten: Die Heilspläne Gottes und die Kirche als Zeichen und Werkzeug gottgewirkten Heiles sind nun einmal nicht identisch. Denn Gottes Gnade ist unendlich, die Mittel der Kirche aber sind sehr endlich."


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 Montfort 20. Juli 2017 

@Savanorola - Anmerkungen zu dem von Ihnen angeführten Rahner-Text

"Die Heilsstrategie Gottes und die der Kirche sind nun einmal nicht identisch. Denn Gottes Gnade ist unendlich. die Kräfte der Kirche aber sind sehr endlich." (K. Rahner)
1. Gott hat keine "Heilsstrategie", sondern "Pläne des Heils": Was Gott will, das wirkt Er.
2. Auch die Kirche hat keine "Heilsstrategie": Sie ist Zeichen und Werkzeug des gottgewirkten Heils.
3. "Die Gnade Gottes ist unendlich", und sie wirkt - nach Gottes Willen - gerade in der Kirche. "Die Kräfte der Kirche aber sind sehr endlich", ist eine unsinnige Aussage, da sie die Kirche rein auf die menschlichen Kräfte reduziert und Gott "außen vor" lässt, obwohl Sein Hl. Geist in der Kirche wirkt. Da wusste der hl. Ignatius aus tiefer Glaubenserfahrung Wesentlicheres: „Wir glauben, dass zwischen Christus unserem Herrn, dem Bräutigam, und der Kirche, seiner Braut, der gleiche Geist ist … Denn durch den gleichen Geist und unseren Herrn, der die Zehn Gebote gegeben hat, wird gelenkt und geleitet unsere heilige Mutter Kirche."


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 Montfort 20. Juli 2017 

@Rosenzweig

Nur eine kleine BITTE möchte ich nach langem Lesen aussprechen: Ich lese Ihre Kommentare gern und spüre viel an Herzlichkeit heraus. Allerdings mühe ich mich oft damit, die vielen + (also die Pluszeichen) in Ihren Texten als "und" zu erkennen und zu übersetzen. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich lese "+" immer als "plus" und verbinde es eher mit dem Kreuz, das Bischöfe in der Unterschrift vor ihren Namen setzen.
Ich würde mir leichter tun, in Texten möglichst durchgängig nur ganze Wörter zu lesen. Aber vielleicht bin ich da einfach zu altmodisch. So die Zeit dafür da ist und ich nicht zu müde bin, werde ich mich trotzdem weiter mühen, die "+" in Ihren Kommentaren richtig zu übersetzen + flüssig zu lesen - + mich an ihnen erfreuen.
Mit besten Grüßen!


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 Montfort 20. Juli 2017 

Großartig auf den Punkt gebracht

Danke, Herr Professor Windisch!


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 Zeitzeuge 20. Juli 2017 
 

Witz des Tages: Karl Rahner "zutiefst i.d. kath. Tradition"

Ich muß wohl nicht die vielen Fachtheologen anzuführen, die Karl Rahners Theologie in etlichen Punkten als mit der kath. Lehre unvereinbar aufgezeigt haben!

Karl Rahner über die Dogmen lt. Paul M. Zulehner in "Mitgift":

"Was sind schon Dogmen. Sie sind wie Laternen unterwegs, durch die dunkle Nacht des Lebens geben sie uns Licht.
Nur Betrunkene halten sich daran fest".

de fide ist, daß der Sinn der Dogmen unveränderlich ist(DH 3043)

Papst Benedikt XVI. über Glaube u. Kirche:

"Der Glaube entsteht also in der Kirche,führt zu ihr hin und lebt in ihr"!

Cyprian v. Karthago:

"Es hat Gott niemand zum Vater, der die Kirche nicht zur Mutter hat!"

Die Theologen sind eben nicht das Lehramt!

Übrigens ist eine historisch-kritische Karl-Rahner-Biographie erst möglich, wenn seine sämtlichen Briefe, auch die an Luise Rinser, darin, möglichst mit Anmerkungen, verwertet werden, diese sind aber leider
gesperrt, warum wohl( s. L.Rinser, Gratwanderung, Kösel, 1994)?


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 Savanorola 20. Juli 2017 

@ Phillip

Wenn Sie genau gelesen hätten, wäre Ihnen aufgefallen, dass ich einen Facebook-Dialog gepostet habe, der aber nicht von mir stammt. Ich könnte nun behaupten, dass Sie zu denen gehören, die sobald sie etwas gegen Ihre Meinung hören oder lesen, nicht mehr darauf achten, was vom Gegenüber ausgesagt wird. Aber das behaupte ich nun mal nicht über Sie. Wie gesagt: ich könnte. Und was den Text von Rahner angeht, bin ich schon der Meinung, dass den im Glauben und in der Kirche starken mehr zugemutet werden kann, als denen die es nicht sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie abgeschrieben sind, ganz im Gegenteil. Insofern ist es gut, dass es eine Verunsicherung in der Una Sancta gibt, die hoffentlich wieder den Blick auf das Wesentliche schärfen wird. Krisen dienen der Klärung und Heilung, so ist es im persönlichen Leben und so ist es auch im Leben unserer Kirche.


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 phillip 20. Juli 2017 
 

Ad Savanorola "Warum trägt der emeritierte Papst immer noch päpstliche Kleiung, obwohl ....."

Ist schon eine geistige Meisterleistung, einen Kausalzusammenhang zwischen der - gratuliere, auch von Savanorola erkannten - Verwirrung in der Kirche und der Kleidung des emeritierten Papstes zu sehen? Na ja, wir im Forum müssen wohl zur Kenntnis nehmen, dass ein Mensch unreflektierten, unbedingten Gehorsams nicht in der Lage ist, zur bestehenden, aktuell päpstlicherseits hervorgerufenen Verwirrung, insbesondere zur brennenden Frage, wohin Papst Franziskus die Heilige Römische, Katholische und Apostolische Kirche zu führen gedenkt (etwa in eine universale Kirche, in der alle Menschen - schurzgebunden - übereinstimmen), auch nur irgendetwas sachlich wahrhaftiges und erhellendes beizutragen vermag. Im Übrigen: Die Kleiderfrage, "Warum trägt der emeritierte Papst immer noch päpstliche Kleidung" kann Savanorola sich - genaugenommen - selbst beantworten: Immerhin bezeichnet er BXVI ja selbst - wohl mit dem Zusatz bzw der Beifügung "emeritiert" - als Papst!


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 phillip 20. Juli 2017 
 

Ad Savanorola und der Behauptung "Rahner stehe zutiefst in der katholischen Tradition"

Haben Sie noch so eine geistreiche Behauptung, was Rahners Position zur Tradition anlangt, auf Lager? Mir fällt dazu und zum Zitat, "Einen Menschen von morgen für den Glauben zu gewinnen, sei für die Kirche wichtiger, als zwei von gestern im Glauben zu bewahren (damit beschreiben Sie offensichtlich auch Ihre und die geistliche Grundlage Ihres Idols, Papst Franziskus´)" folgender Spruch ein: "Wenn ein Blinder einen Blinden führt, dann fallen beide in die Grube." Für einen wahrhaft Gott-Liebenden kann mE unter Beachtung der Tradition und Lehre der Katholischen Kirche nicht ein "entweder oder", sondern ausschließlich nur ein "sowohl als auch" gelten; den Menschen von gestern und den von heute im Glauben zu bewahren und den Menschen von morgen zu gewinnen, muss der Kirche und insbesondere dem Papst und jedem Hirten gleichermaßen wichtig sein.


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 Savanorola 20. Juli 2017 

Verwirrung in der Kirche

Frage: Warum trägt der emeritierte Papst immer noch päpstliche Kleiung, obwohl er kein Papst mehr ist? Anwort: Die Kleidung ist nur ein äußeres Attribut, das im konkreten Fall an jenes Amt erinnert, das er innehatte, aber nicht mehr innehat! Ich gebe aber zu, dass manche Menschen aufgrund dieser Symbolik verwirrt sind. - Aus einer Facebook - Diskussion zum Thema "Wer ist denn nun Papst?" (Hoffentlich kommen die Vorschläge von Kard. Brandmüller zum Zuge, damit zumindest hier nicht mehr Verwirrung sondern Klarheit herrscht - auch was den äußerlichen Auftritt angeht!)


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 Waldi 20. Juli 2017 
 

Lieber @Hans-Peter Badde,

wir kennen uns. ich war mit Ihnen schon zwei Mal in Maria Vesperbild und Ihr Bruder Paul hat mich in zwei seiner Bücher, "Das Grabtuch von Turin", und "Die heiligen Tücher von Turin und Manoppello", in der Danksagung erwähnt. Ich habe von Ihnen noch eine alte eMail-Adresse, unter der Sie aber nicht mehr zu erreichen sind. Ich wollte schon lange anfragen wie es Ihnen geht. Ich stehe mit Ihrem Bruder Paul per Mail noch in Verbindung und bin immer wieder begeistert über "Baddes Bilder" bei EWTN.
Nachdem ich Ihren Link geöffnet und gelesen habe, wundere ich mich nicht über den erschreckenden Zustand innerhalb der Kurie! Nach diesem Bericht über die St. Gallen-Mafia fällt es mir verdammt schwer, dass die Konzilsbeschlüsse unter der göttlichen Schirmherrschaft des Hl. Geistes zustande gekommen sind. Es ist nicht zu glauben, dass der Hl. Geist ein Konzil begleitet hat, das in seiner Folge die Gotteshäuser fast leer gefegt und die Gläubigen orientierungslos herum irren lässt!


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 lesa 20. Juli 2017 

Wahrheit macht frei und froh mitsamt dem Salzgehalt

Savonorola: Verzeihen Sie, aber nach meinem Dafürhalten stimmt etwas nicht mit einer Verkündigung, die einen Teil der Katholiken verunsichert. Die WAHRHEIT macht frei und froh, auch dann, wenn sie einen an die Notwendigkeit der Umkehr erinnert.


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 Savanorola 20. Juli 2017 

@ lesa @kostadinov @ bernhard joseph

Sie interpretieren engagiert das von mir gepostete Rahnerzitat. Das, was Rahner hier äußert, ist - wenn Sie genau lesen - kein Aufruf dazu, sich irgendwelchen Strömungen anzubiedern. Dazu steht Rahner selbst zutiefst in der katholischen Tradition. Das war er hervorhebt, ist die Tatsache, das Tradition nicht wie in Beton gegossen ist, sondern lebendig vermittelt wird. Ich empfinde Zitat zunehmend als richtig, weil wir uns in einem epochialen Wandel der Kirche befinden. Dafür steht meines Erachtens auch das Begräbnis von Kard. Meissner am vergangenen Samstag. Da ist einiges zu Grabe getragen worden, was so nicht mehr geben wird. Und diesem Zugrabegetragenen kann man sich nun schlecht anschließen. Vielmehr geht es doch darum, eine Verkündigung zu finden, die heute begeistert und zur Nachfolge einlädt, auch wenn dadurch katholische Christen verunsichert werden. Das bedeutet nicht den Untergang der Kirche, deren Ende erst im zweiten Kommen Christi sein wird.


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 lesa 20. Juli 2017 

Selig die das Wort Gottes hören und es befolgen

@savanorola: "Einen Menschen von morgen für den Glauben zu gewinnen, ist für die Kirche wichtiger, als zwei von gestern im Glauben zu bewahren, die Gott mit seiner Gnade auch dann retten wird, wenn eine heutige und morgige Weise der Glaubensverkündigung sie eher verunsichert. Die Heilsstrategie Gottes und die der Kirche sind nun einmal nicht identisch. Denn Gottes Gnade ist unendlich. die Kräfte der Kirche aber sind sehr endlich." Karl Rahner
Ob nicht GENAU HIER der größte Irrtum liegt? Schon seit König Saul: Mehr auf eigene Strategien und Manipulationen bauen als auf das Wort Gottes. "Wir MACHEN Kirche." Die Kirche aber IST ein Ereignis Gottes. "WENN IHR IN MEINEM WORT BLEIBT SEID IHR MEINE JÜNGER."(Joh)Ein Prophet unserer Tage sagte: "Die Kontinuität Christi gewährleisten heißt, sie in der großen lebendigen Tradition der Kirche leben und sich darin den alten Menschen anschließen. Würde man lediglich den Strömungen der neuen Generation folgen riefe man eine Abspaltung hervor."


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 Hadrianus Antonius 20. Juli 2017 
 

@Palmsonntag St.-Gallen

Wollen Sie nun wirklich wissen was die Maffia von St.-Gallen mit den 2 Konklaven und den 2 Synoden zu tun hat?
Und was hinter dieser St.-Gallen-Maffia als Ideologie steckt?
Tibi Christe Splendor Patris


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 Kostadinov 20. Juli 2017 

Rahner-Zitat umgangssprachlich paraphrasiert

also Rahner schreibt da, man soll denen hinterherlaufen, die man eh nicht erwischen kann. Das klingt wie Kaspers Ökumene-Strategie: jedes Mal wenn man einen Schritt auf die Lutheraner zugemacht hat, dann sind die schon wieder zwei Schritt weiter weg...
Wenn ich überzeugt wäre, dass an Rahners anonymen Christentums auch nur ein Fünkchen dran wäre, dann würde ich mich am Sonntag beruhigt ausschlafen


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 Hans-Peter Badde 20. Juli 2017 
 

St. Gallen Mafia Antwort an: Palmsonntag

https://www.google.it/search?q=St.+Gallen+Mafia&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab&gfe_rd=cr&ei=-6RwWYjSDujBXpWzoKgN


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 Bernhard Joseph 20. Juli 2017 
 

@Savanorola

Man muss nicht alles gut und richtig finden, was Karl Rahner irgendwann gesagt, respektive geschrieben hat.

Zudem widerlegt der Zustand der Katholischen Kirche in unserem Land, die sich stets weiter leerenden Heilige Messen und das breite Desinteresse gerade der Jugend am christlichen Glauben, das von Rahner Gesagte doch recht deutlich.

Hätte man nach dem Konzil anders gedacht, als es Rahner getan hat, vielleicht stünde es heute besser um die Kirche und den katholischen Glauben in unserem Land.

Gerade junge Menschen haben ein feines Gespür für Authentizität, die nunmal nicht in stets wechselnden Glaubensaussagen zu finden ist.


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 Savanorola 20. Juli 2017 

Auf dem Weg

"Einen Menschen von morgen für den Glauben zu gewinnen, ist für die Kirche wichtiger, als zwei von gestern im Glauben zu bewahren, die Gott mit seiner Gnade auch dann retten wird, wenn eine heutige und morgige Weise der Glaubensverkündigung sie eher verunsichert. Die Heilsstrategie Gottes und die der Kirche sind nun einmal nicht identisch. Denn Gottes Gnade ist unendlich. die Kräfte der Kirche aber sind sehr endlich." Karl Rahner


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 wedlerg 20. Juli 2017 
 

Der letzte Absatz

bringt es auf den Punkt:"Viele Katholiken weltweit sind inzwischen in ihrer eigenen Kirche heimatlos geworden. Die katholische Kirche ist in ihren Grundfesten erschüttert. Wie soll es weitergehen?"

Dieses Pontifikat ist wie eine feindliche Übernahme angelegt. Von Innen heraus drängt man die Gläubigen aus der Kirche. Durch Umdeutung des Evangeliums, durch egalitäre Politik, durch Unwahrheit und Falschheit. Ich kann es leider nur so ausdrücken, wie es mir meine Analyse begreiflich macht. Ein Papst, der die Schafe hasst ist einzigartig in der jüngeren Kirchengeschichte.


Vielleicht ist es allerdings gut so, dass nunmehr diejenigen aus der Deckung gegangen sind, die die Kirche immer schon von Innen her ausgehöhlt haben. Sie - liberale Theologen, Sozialprediger und Relativisten - sind begeistert von diesem Pontifikat. Das alles muss sich der Papst leider zuschreiben lassen.

Die Mühseligen und Beladenen sind es nicht, die zu ihm kommen. Die Heiligen und Beter sind schon geflohen.


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 lesa 20. Juli 2017 

Das Kleid innersten Erbarmens setzt Umkehr voraus

@Thomas-Karl: Sie haben den Zusatz von Kurti "amputiert" "indem sie mit GOTTES HILFE ihre Sünden bereuen." Barmherzig ist Gott, da wir jederzeit zu ihm umkehren dürfen so wie wir sind. Dass er uns "zuerst liebt" (1 Joh) schenkt uns vornezu die Kraft und befähigt uns zu innerer Umkehr und Verwandlung. Ohne sie ist jene ewige Vereinigung mit ihm im Himmel, für die wir erschaffen sind, nicht möglich. Gott möchte aber nicht einen Teil von uns, er will uns ganz bei sich. Aber er rührt unseren freien Willen nicht an. "Das Kleid innersten Erbarmens setzt Umkehr voraus. (Mt 22)" Dies meint das Hochzeitsgewand (Mt 22). "Es geht darum, Gott Gott sein zu lassen über mein ganzes Sein. Es geht darum, gläubig zu vertrauen, das sich in der völligen Auslieferung an Gottes Liebe die wahre Freiheit verbirgt." (H. N.) Jesus sagt: "Folge mir nach. Ich bin gekommen, damit du das Leben hast und es in Fülle hast." (Joh 10, 10)
Wie sagte kürzlich ein Großer der Kirche? "Empfangen ist Anbeten..."


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 phillip 20. Juli 2017 
 

Ad silas zur Feststellung "Wie nötig die Kirche einen Papst wie diesen hat "

"buon pranzo" silas. Ihr Post zeugt - so scheint es mir - von grammatikalischer Qualität, inhaltlich aber von extrem hoher subjektiver Wahrnehmungsfähigkeit, weil Sie den - objektiv ohne großer Mühe nachvollziehbaren - Aussagen des Kommentators nur Allgemeinplätze und subjektives Empfinden entgegenhalten, offensichtlich aber für eine sachliche Diskussion jedoch keinen gewichtigen Beitrag beizutragen vermögen (oder beitragen wollen). Deswegen ist auch ein näheres Eingehen entbehrlich. In Einem stimme ich Ihnen aber zu: dieser Papst ist ungemein wichtig! Weniger für die Förderung und Bewahrung der Einheit der Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche - dieser Aufgabe verweigert sich der Papst, der von sich aus sagt, er sei jener, der die Kirche spalten werde, bewusst oder unbewusst, kann hier dahingestellt bleiben -, sondern für die sich bald als unausweichlich erweisende Unterscheidung der Geister. Seinem angekündigten schismatischen Weg werde ich mich bestimmt nicht anschließen.


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 Herbstlicht 20. Juli 2017 
 

eine ungelöste Frage für mich

Ob Papst Franziskus überfordert ist oder sich überfordert fühlt, wage ich nicht zu beurteilen.
Auf jeden Fall scheint er spontan zu sein und vieles aus dem Bauch heraus zu tun, ohne eventuelle Konsequenzen zu berücksichtigen.
Alles in allem kommt es mir aber so vor, als handele Papst Franziskus zielbewusst.
Und wenn er selbst von sich sagt, dass es sein könne, dass er in die Geschichte eingehe als jemand, der die Kirche gespalten hat, frage ich mich:
Müssten sich angesichts dieser Erkenntnis nicht alle Alarmglocken in ihm melden?
Sieht er eine Spaltung als Gefahr an und ist deshalb bestrebt, dieser Gefahr ehrlich und selbstkritisch zu begegnen?
Oder im Gegenteil - kalkuliert er eine Spaltung ein?


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 Kostadinov 20. Juli 2017 

St. Gallen

ich weiß auch nicht mehr als das, was allgemein zu lesen war, nachdem Danneels mit dieser "Mafia" geprahlt hatte (seine Worte bei der Vorstellung seiner Memoiren). Ich weiß nicht, ob eine Mehrheit im Konklave wirklich Kasper-Theologie wollte, aber sie haben sich wohl mit der Notwenigkeit der Kurienreform ködern lassen, anyway, ziemlich schnell nach der Wahl schien mir klar, dass Franziskus in der Tat Kaspers Träume aus den 70ern verwirklichen will


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 Federico R. 20. Juli 2017 
 

Nein, das sind selbstverständlich keine Vorurteile, ...

... sondern schlichtweg Tatsachen, die Prof. Windisch auflistet und die in allem meine eigenen Eindrücke vom gegenwärtigen Papst und dem von mir pers. als „unselig“ empfundenen Pontifikat bestätigen. Aber Franziskus vertrete doch eigentlich auch „konservative“ Positionen, entschuldigen manche, er führe ja sogar immer wieder mal den Teufel im Mund, und es könnte alles noch viel schlimmer kommen mit einem wirklich progressiven/liberalen Papst nach dem nächsten Konklave. Das mag ja sein – aber nur, wenn der Herrgott dem Teufel (für eine begrenzte Zeit) freie Hand lässt, ehe er ihn endgültig und für immer vernichtet. Windisch‘s Artikel „Der überforderte Papst“ ist sachlich korrekt, logisch und nachvollziehbar, und das genaue Gegenteil von jenem unsachlichen, beleidigenden und mit bösen Unterstellungen operierendem Geschreibe „Der ,unsägliche‘ Papst“ von Herrn Meuser, das hoffentlich nur ein bedauerlicher Ausrutscher bei kath.net war.


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 silas 20. Juli 2017 

Wie nötig die Kirche einen Papst wie diesen hat

Zeigen die meisten Kommentare zu diesem etwas überschätzten Artikels.

Den Heiligen Johannes Paul II., Benedikt XVI. liebe ich und Franzikus achte ich als Papst zur richtigen Zeit.

Denn Franziskus versteht es wie kein bisher mir bekannter Papst die Hände in die Wunde zu legen - um sie zu heilen!
Die Kritik des Papstes gegenüber den Kardinälen und der Kurien ist so zu verstehen.
Franziskus hört auf mit unnötigen Rechthabereien!.
Jesus selbst sagt ungehöriges:
"Wer der erste sein will, der werde der Diener aller (Menschen)".

Franziskus lebt genau so. Er will Diener von Menschen - nicht aber von Doktrien sein.
Manchmal hat man den Eindruck er will nicht der Erste, der Papst sein, das könnte eine Schwäche sein - aber eine sympathische.

Die Schreiben von Franziskus sind wunderbare - praktische Lehrschreiben. In der Tradition verwurzelt, vom Evangelium durchtränk, mit einer jesuanischen Provokation:
"Wer ohne Sünden ist werfe den ersten Stein"

Beten wir für diesen Papst.


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 Bernhard Joseph 20. Juli 2017 
 

@Silke76 und andere

Es fällt auf, dass diejenigen, die eine verabsolutierte Papstdevotion fordern - Kard. Müller sprach in anderem Zusammenhang gar vom Phänomen der "scheinheiligen Papstdevotion" - sich jeder inhaltlichen Auseinandersetzung entziehen und allein auf einen verabsolutierten Formalismus abstellen.

Was eine solche Haltung noch mit lebendigem Glauben zu tun haben soll, muss man sich da schon fragen.

Es kommt doch in unserem Glauben nicht darauf an, den Menschen ins Göttliche zu überhöhen, sondern im Papstamt den Garant für die Einheit der kirchlichen Lehre zu sehen.

Die Katholische Kirche ist doch nur dann katholisch, wenn sie überall auf der Welt denselben Glauben verkündet und nicht ihn in partikulare Ausdeutungen zerfallen lässt, wie es bei den Protestanten der Fall ist.

Die Liebe und Respekt zum Papst ist also zutiefst mit dieser Einheit in der Lehre verbunden.

Aus keinem anderen Grund haben die 4 Kardinäle ihre "dubia" dem Papst in Ehrfurcht zugeleitet und um Beantwortung gebeten.


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 Chris2 20. Juli 2017 
 

@Silke76

Ich darf Sie daran erinnern, dass der jeweilige Papst kein absolutistischer Monarch ist. Er ist als Nachfolger Petri vielmehr ein Verwalter einer göttlichen Stiftung, der Kirche. Er kann daher nicht einfach den Glauben andern. Und nein, er darf auch nicht einfach Fehlentwicklungen in Teilen der Kirche "laufen lassen", zumal, wenn er die Debatte dazu selbst angestoßen hat. Übrigens hat schhon Paulus hat mit Petrus um den rechten Glauben gerungen...


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 myschkin 20. Juli 2017 
 

@Kostadinov

Sie haben das sehr nüchtern analysiert. Und in der Tat: Die Kardinäle des Konklaves haben wissen können, auf wen sie sich einlassen. Der damalige Kandidat Bergoglio war allen bekannt. Er hat sich nicht im Papstamt in eine ganz andere Richtung entwickelt, von der die damaligen Wähler nun überrascht sein müssten. Was das für uns Christen zu bedeuten hat? Darüber ist nachzudenken. Vielleicht sieht ja die Weltkirche inzwischen ganz anders aus, als wir Europäer das bislang wahrgenommen haben? Der Heilige Geist möge uns beistehen, damit wir einfache Gläubigen besser begreifen lernen, was er mit der Kirche vorhat.


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 Christin16 19. Juli 2017 

Aus der Seele gesprochen

Wohltuend ruhig und sachlich, mit Fakten, die sich noch ergänzen ließen, vielen Besorgten, auch mir, aus dem Herzen gesprochen. Dafür herzlichen Dank.
Ein persönliches Element für mich ist die Tatsache, dass ich aus der Lektüre von Benedikts Schriften Kraft, Zuversicht, Licht und Glaube ziehe.
Ein anderer Effekt als der von Dr. Windisch für den jetzigen Pontifex festgestellte.
@ Herbert Klupp: Mir ergeht es wie Ihnen: Durch JPII. bekehrt und konvertiert, in B16 das große Glaubensvorbild in all seiner Zurückhaltung gefunden zu haben, ist jetzt einfach Vertrauen und Durchhalten angesagt. Jesus zu verlassen durch Austritt möchte ich nicht. In Seiner Hand sind auch die Päpste Werkzeuge Seines Willens.


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 Tonika 19. Juli 2017 
 

M. Schn- Fl haben sie endlich den Mut die rosarote Brille bzgl Franziskus abzulege

M. Schn- Fl berechtigte Kritik an Franziskus ist keine Sünde. Sünde ist vielmehr das ungerechte und respektlose Verhalten des Papstes gegenüber Bischöfen und glaubenstreuen Katholiken, die sich für die Lehre einsetzen wegen falschverstandener Papsttreue, zu leugnen, schönzureden und zu verteidigen.


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 Silke76 19. Juli 2017 

?

Ich find's abscheulich wie man den Papst immer darstellt, Ablästert und von angeblicher Enttäuschung spricht, ist aber heutzutage wohl Alltag, einem Herrn Trump hat man ja auch als Opfer ausgesucht, immer Fehler suchen und andere aufwiegeln. Ich stehe voll und ganz hinter unserem Papst, und dem Papst davor und dem der kommen wird, jeder hat seine Fehler aber mit Sicherheit auch große Stärken, wird wohl auch einen Grund geben warum er Papst wurde.


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 Ad Verbum Tuum 19. Juli 2017 

Dramatisch!

Mehr vermag ich darauf nicht mehr zu sagen.
Unter deinen Schutz und Schirm, fliehen wir oh heilige Gottesgebärerin...


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 Zeitzeuge 19. Juli 2017 
 

Papst-Bashing?

Wenn meine aus jahrzehntelanger Erfahrung mit der seit 50 Jahren nicht wegzuleugnenden Kirchenkrise resultierenden Fragen, besonders hinsichtlich der Nichtbeantwortung der fünf Dubia, unter den Begriff "Papst-Bashing als Pseudo-Spiritualität" fallen sollten, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis, mein Motiv ist nicht Selbstdarstellung, die habe ich wirklich nicht nötig, sondern allein Liebe zur unverfälschten Wahrheit und Treue zur kath. Kirche, der einzigen Kirche Jesu Christi.

Ich sagte schon hier mehrfach, daß der Papst nicht über der Lehre steht, sondern ihr Diener ist!

Mit einer Fußnote die überl. Lehre zu untergraben, siehe die untragbaren Erlasse etlicher Bischofskonferenzen hierzu ist schockierend, das darf man ja wohl sagen, ohne als Papstbeschimpfer deklariert zu werden.

Sollte ich hier unerwünscht sein, lasst es mich bitte wissen, ich war übrigens wahrsch. der erste, der hier Klarnamen statt Nicknamen ins Gespräch gebracht hat.

"Stark ist, wer liebt" (v.Kralik)


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 hortensius 19. Juli 2017 
 

Zu Kurti

Sie schreiben, der Papst hätte der evangelischen Frau die Frage nicht beantworten können, warum sie die Kommunion nicht empfangen kann. Ich fürchte, seine Gegenfrage: "Warum fragen Sie mich?" war deutlich und bestürzend. Das heißt doch: "Gehen Sie doch ohne zu fragen!" Kardinal Kasper sprach sich doch in Wittenberg für die gegenseitige "Annäherung bei der Eucharistie und dem evangelischen Abendmahl" aus. Daher geht der Wind. Bei Franziskus und Kasper geht es offenbar nicht nur um die Kommunion für Geschiedene sondern auch für Lutheraner. Franziskus wusste genau, was er der evangelischen Frau indirekt gesagt hat.


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 Fides Mariae 19. Juli 2017 
 

Zustimmung zu allem, nur nicht zu "überfordert",

da schließe ich mich meinen Vor-Kommentatoren an. Stattdessen würde ich sagen, der "uneinsichtige".


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 Kurti 19. Juli 2017 
 

@Thomas-Karl

Meinen Text wohl falsch verstanden. ....Im engen Sinne kann man Gnade freilich nicht verdienen, ich hatte aber noch was anderes dazu geschrieben. Gott gibt seine Gnade nur denen, die auch dafür aufgeschlossen sind. Die Bibel sagt dazu: Die, die mit reumütigem Herzen zu ihm kommen. Hier ist freilich nur von der Gnade der Bekehrung die Rede und nicht von anderen.


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 ulrichmoskopp 19. Juli 2017 

Dank an Laus Deo

Thats it!


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 Gandalf 19. Juli 2017 

Irgendwie amüsant..

Gestern sind wir die "Bösen", heute wieder die "Guten". Nur wer das tägliche Papst-Bashing fürs "Geistliche Leben" braucht, ist hier trotzdem auf der falschen Baustelle, dazu gibts andere Mülldeponien im WWW :-)

Mal zur INFO: Wir bekommen hier fast täglich vers. Kommentarangebote und werden auch in Zukunft eine gewisse Breite bei den Gastkommentaren veröffentlichen, eine gewisse Qualität müssen sie haben, das ist das Kriterium.


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 Antonius Bacci 19. Juli 2017 
 

Antony II

Wie Sie zu Recht schreiben, ist das päpstliche Zeremoniell ja bereits vereinfacht worden. Warum sollte man hier immer und immer weiter reduzieren? Zum Katholizismus gehört doch auch Kultur, Lebensart, ja im guten Sinne Eleganz und der Sinn für das Schöne und Erhabene. Der Katholizismus besteht doch nicht nur aus wortreichen Ansprachen, sondern lebt doch wesentlich auch aus Symbolen, aus Repräsentanz des Göttlichen im Endlichen. Ja, vielleicht ist nicht selten diese zeremoniell-symbolische Repräsentanz tiefer und beeindruckender als eine wortreiche Ansprache. Wir sehen es doch in den byzantinischen Traditionen. Der Katholizismus hat hier ein Pfund, mit dem es zu wuchern gilt. Der auch in der liturgischen Praxis weitgehende Verzicht auf diese Dinge, zumindest in vielen Gemeinden, hat der katholischen Kirche nicht zum besseren gereicht. Von daher wäre eine Rückbesinnung auf Symbolik, Stil etc. sicherlich nicht unwichtig, wenn man nicht einem platten Rationalismus das Wort reden will.


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 Antonius Bacci 19. Juli 2017 
 

@Antony

Dass Papst Franziskus auf Chorkleidung nach seiner Wahl verzichtete, fand ich sehr ärgerlich. Es störte das Gesamtbild enorm, da alle Kardinäle in Chorkleidung waren und überdies der Zeremoniar aufgrund seiner Aufgabe als Apostolischer Protonotar folgerichtig in Manteletta. Der neugewählte Papst hätte doch lediglich Rochette, Mozetta und Stola gebraucht, so wie es seine Vorgänger auch gemacht haben. Die bloße Soutane ist ein Alltagsgewand, das der Feierlichkeit dieses Augenblicks doch nicht gerecht wurde. Der Verzicht auf die Chorkleidung scheint mir aber keine Demutsgeste zu sein, sondern eher eine gewisse Geringschätzung der römischen Tradition. Und das fand ich sehr ungehörig, auch gegenüber dem Zeremoniar, Guido Marini. Aber wenn man damit nichts anfangen kann, warum lässt man sich dann zum Papst wählen? Wenn man ein solches Amt nicht auch mit Liebe zu dessen Traditionen ausführt - und da gehören doch auch Zeremonien zu - hinterlässt das einen schalen Beigeschmack...


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 Paddel 19. Juli 2017 

@QuintusNSachs

Und was bezwecken Sie mit dieser Zusammenfassung in Ihren "Religruppen"(?) zu tun?


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 antony 19. Juli 2017 

(1) Lucrecia Rego de Planas lt. kath.net unseriöse Quelle. (2) Royaler Prunk

(1) Die von Prof. Windisch zitierte Lucrecia Rego de Planas ist lt. kath.net eine äußerst fragwürdige Quelle, die noch nach der Verurteilung von Maciel Degollado (dem Gründer der Lgeionäre Christi) durch P. Benedikt dessen Unschuld propagierte.

http://www.kath.net/news/43880

Die hier als Kronzeugin zu nennen, scheint mir fragwürdig.

(2) Was die päpstlichen Insignien (Mozetta, rote Schuhe, ...) betrifft, die ja bereits im 20. Jhdt. deutlich reduziert wurden: Man findet für jeden Prunk, auch für Tiara und Sänfte, hinreichende theologisch-symbolische Begründungen. Trotzdem hatte der Apostel Petrus und seine vor-byzantinischen Nachfolger auch ohne diese Insignien hinreichende päpstliche Autorität.

Manche Insignien transportieren, neben aller theologischen Aufladung, eben auch einen Eindruck, der eher an byzantinische Kaiser als an israelische Fischer erinnert.


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 Thomas-Karl 19. Juli 2017 

@Kurti

"Wann hat man denn von ihm gehört,daß Gott nur denen gegenüber barmherzig ist,die seine Barmherzigkeit auch verdienen": Barmherzigkeit und Gnade kann man nicht verdienen!


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 wandersmann 19. Juli 2017 
 

Der Papst ist nicht überfordert

Ich glaube sogar, dass es aus seiner Sicht ziemlich gut für ihn läuft.


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 Archangelus 19. Juli 2017 

Vertrauensverlust

Leider habe ich mein Vertrauen in Papst Franziskus verloren, was eine äußerst schmerzliche Erfahrung ist. Spöttisch muss ich mir anhören: Ach ja typisch Generation Benedikt! Herr Windisch, Sie sprechen mir aus dem Herzen mit jeder Einzelheit, die Sie beschreiben und die auch mir sehr aufgestoßen sind. Dieser Mann Gottes ist nicht authentisch und das merken wir, viele von uns Katholiken. Einmal hätte ich mir ein Machtwort gewünscht: Als Kardinal Marx sein Kreuz in Jerusalem nicht trug. Ich habe Kardinal Marx persönlich mehrfach erlebt; einmal vollkommen unangebracht gab er mir eine solch flapsige , ja ungezogene Antwort, die ich, dem Heiligen Geist sei Dank, streng parierte. Ähnlich verhielt er sich bei einer Bekannten aus dem Hochadel. Leider fehlten ihr, höflich, wie sie ist, die Worte. Meinen Tadel bekam er, meinen Respekt zolle ich ihm nicht mehr.


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 Palmsonntag 19. Juli 2017 
 

@ Kostadinov

Was wissen Sie in diesem Zusammenhang (auch der beiden letzten Konklaven) über die sog. St. Gallener Gruppe ?


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 carolus romanus 19. Juli 2017 

Nüchterne Zwischenbilanz

Papst Benedikt hat sein Amt aufgegeben, weil er sich nicht mehr gewachsen sah, das "Schifflein Petri" durch das zunehmend stürmische Meer zu steuern. 4 Jahre danach wird es Zeit Bilanz zu ziehen: Die Kirche befindet sich jetzt in einem wesentlich schlechteren Zustand. Verwirrung und Destabilisierung in zentralen Glaubensfragen (Kommunion für Ehebrecher?!), Entmutigung von treuen Gläubigen ("Pelagianer!") und Mitarbeitern ("Geistiger Alzheimer"), Diskrepanz zwischen Reden und Handeln (Rausschmiss von qualifizierten Mitarbeitern ohne Begründung). Die Polarisierung hat sehr zugenommen, die Kirche steht vor einem Schisma. Beifall gibt es vor allem von erklärten Gegnern und Feinden der Kirche - das ist kein gutes Zeichen -, und von der Wisiki-Generation, deren jahrzehntelangen erfolglosen Daueraufbrüche zur Entleerung der Kirchen und Auflösung der Glaubenssubstanz geführt haben. Die Zahl der Gläubigen und damit des geistlichen Nachwuchses fällt hierzulande weiter.


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 Kostadinov 19. Juli 2017 

@Kurti

ich hab's weiter unten schon geschrieben: Er ist nicht überfordert, das ist alles gewollt und geplant. Ein gewisser Küng jubilierte ja schon kurz nach der Wahl von Franziskus, dass ein Papst durchregieren könne - während er den Vorgängern immer Machtmißbrauch vorgeworfen hatte
dass Franziskus den Kardinal Kasper aufs Tapet gehoben hat, war doch kein Versehen aus Überforderung oder Unkenntnis, sondern volle Absicht. Er ernennt doch nicht aus Versehen in den USA Bischöfe und Kardinäle, die (freundlich formuliert) LGBT-freundlich sind. Es war doch volle Absicht, EB Leonard den roten Hut zu verweigern, und ihn dann deKesel innert Wochen zu geben
Nochmal: wenn er etwas nicht ist, dann überfordert - und nein, ich bin kein Sedi, ich halte ihn für gültig gewählt.


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 Kurti 19. Juli 2017 
 

Der Papst ist nicht nur überfordert,

beispielsweise wenn er als Priester,der er schon 50 Jahre lang ist,nicht einmal die Frage beantworten kann,ob oder wie ein evangelischer Ehepartner an der Kommunion teilnehmen kann.Beim Besuch einer ev.Gemeinde in Rom hat sich das zugetragen.Der Papst macht vieles auch ganz absichtlich,angefangen damit, daß er Kardinal Kasper bei der Synode mit den grössten Einfluß gab,wo man doch seit rund 20 Jahren dessen Meinung zum Thema Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene kannte.Wann hat man denn von ihm gehört,daß Gott nur denen gegenüber barmherzig ist,die seine Barmherzigkeit auch verdienen,indem sie mit Gottes Hilfe ihre Sünden bereuen.Wenn ein Papst Filme machen lässt,wo alle Religionen mehr oder weniger auf eine Stufe gestellt werden,dann läuft da Wesentliches schief.Der Stellvertreter Christi sollte doch in erster Linie die Gnade des Herrn und sein Opfer-und Sühneleben und sein Opfer am Kreuz für aller Menschen Erlösung als ganz wesentlich betonen.Ohne Jesus kein ewiges Heil!


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 Thomas-Karl 19. Juli 2017 

Hauptsache

Aber katholisch ist der Papst schon noch?


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 hortensius 19. Juli 2017 
 

Entlassung ohne Begründung

Am schlimmsten finde ich die Entlassung von drei Mitarbeitern ohne Begründung und ohne Anhörung. Das geht in keinem Rechtssystem der Welt, das diesen Namen verdient. Sollte diese Maßnahme nur den Zweck gehabt haben, den Kardinal Müller zum vorzeitigen Rücktritt zu veranlassen, dann wären diese Mitarbeiter herzlos als Spielmaterial missbraucht worden. Eine solche Rücksichtslosigkeit kommt nicht vom barmherzigen Gott.


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 lakota 19. Juli 2017 
 

@Adamo

Lieber Adamo, ich kritisiere Papst Franziskus auch (bei den Dubia angefangen bis zum Umgang mit Menschen die anderer Meinung sind). Aber ich bete auch für ihn! Eins muß das andere ja nicht ausschließen oder?


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 sartone 19. Juli 2017 
 

@Bernhard Joseph

Sie haben mit Ihren Worten zur Gesellschaft Jesu recht, aber man muss auch beachten, dass Franziskus ein Liberaler ist (im religiösen Sinn, im politischen erst recht). Das bedeutet: Es gibt keine Wahrheit, sondern nur unterschiedliche Positionen. Während er seine Position hat, achtet er aber auch andere Positionen. Er sieht sich selbst nicht als Papst und oberster Lehrer, sondern als Jorge Bergoglio, als ein Theologe mit seiner eigenen Meinung ("Wer bin ich zu richten?"). Alle Meinungen müssen geduldet werden und sind gleichwertig, da keine für sich beanspruchen kann, die Wahrheit zu beinhalten (Relativismus). Auch die Kirche Christi ist demnach nur eine religiöse Institution neben anderen, womit man die multireligiösen Veranstaltungen erklären kann. Als Theologe ist Franziskus gar nicht so schockierend: Er ist genauso wie 90 % der deutschsprachigen Theologen und Priester. Liberal, "modern", "tolerant", weltlich, links, multireligiös.


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 Waldi 19. Juli 2017 
 

Ist es nur ein Zufall,

dass diese beiden Sätze sich so sehr ähneln, wie ein Ei dem anderen?
Zitat von Hubert Windisch:

1. "...und ein Papst steht in der Gefahr, nicht mehr ein Fels in den Brandungen des Lebens zu sein, sondern eine Wanderdüne zu werden, die der Zeitgeist vor sich hertreibt".

Zitat vom Staatsrechtler Carl Scmitt nach dem II. Vatikanischen Konzil:

2. "Alles fließt, lehrt Heraklit. Der Felsen Petri - der fließt mit".


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 Adamo 19. Juli 2017 
 

@Laus Deo, Sie haben es mit Ihrem "Aber" auf den Punkt gebracht.

Jedoch Prof.Dr.Hubert Windisch hat leider keinen guten Faden an unserem Heiligen Vater Papst Franziskus finden können. So hat er als Papstkritiker nicht seine ersten Worte auf der Benediktionsloggia erwähnt, die da neben "buona sera" lauteten: "Betet für mich". Diese Gebetsbitte hat er öfter wiederholt. Weshalb folgen wir denn nicht seiner Bitte? Glaubt Ihr allesamten Papstkritiker denn nicht an die Wunderkraft des Gebetes? Ich persönlich habe sie schon oft ganz wunderbar erfahren dürfen!


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 QuintusNSachs 19. Juli 2017 
 

Nix hinzufügen

Diesen Text werde ich kopieren und in ein Arbeitsblatt abspeichern. Eine sehr brauchbare Zusammenfassung für meine Religruppen. Vielen Dank, Professor!


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 doda 19. Juli 2017 

So ist es. Herr erbarme dich.


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 Kostadinov 19. Juli 2017 

Ich erlaube mir eine andere Ansicht

er ist nicht überfordert, er macht genau das, wofür er angetreten ist und wofür die Tatsachen stehen, dass Kardinal Danneels (der 2005 nach der Wahl Benedikts das Abschlussessen boykottierte und verägert abreiste) neben Franziskus auf dem Balkon war, und dass er Kardinal Kasper als seinen Leib- und Magen-Theologen präsentiert hat


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 Rosenzweig 19. Juli 2017 

Nur DANKEN möchte ich ...

Ihnen werter @Laus Deo für Ihren wunderbaren Kommentar, der einfach zum INNEHALTEN – im Wirrwarr der Meinungen einlädt..!

Und mich gleichzeitig Ihnen werter
@ M.Schn-Fl. mit Ihren Worten dem anschließe!

Nichts möchte ich noch erörtern -
NUR soo weiter tägl. DEMÜTIG + mit tiefem GOTT Vertrauen - BETEN + OPFERN-
und viell. versuchen für unser + stellvertd. fremder Versagen auch mal SÜHNE leisten zu können.?

In diesem Bemühen + Vertrauen verbunden...


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 phillip 19. Juli 2017 
 

Überfordeter Papst

Den drei vorangegangenen Posts muss ich vollinhaltlich zustimmen, und darf noch zusätzlich bemerken, dass es mich - als einfachen Gläubigen - schon sehr wundert, dass weder der Papst noch seine mit ihm im Geist übereinstimmenden Kardinäle, Bischöfe und Priester wie Laien auch nur ein Wort zur immer wieder angesprochenen Barmherzigkeit dahingehend verlieren, dass die Wirksamkeit dieser göttlichen Wohltat die Umkehr, d.h. die feste Absicht, ein infolge Missachtung der in Ewigkeit (objektiv) gültigen Gebote eingetretenes irreguläres Verhalten, aufzugeben, voraussetzt; wer - so die unveränderliche Lehre des Vaters, des Sohnes und der Kirche Christi - glaubt, ohne Umkehr Barmherzigkeit erhalten oder auch nur eines der Gebote aus bloß subjektiver Sicht aufheben zu können, irrt gewaltig. Ich bin überzeugt, dass dieser Papst kanonisch gültig gewählt worden ist, ich bin aber ebenso davon überzeugt, dass sich an diesem nach Gottes Willen die Geister (Schafe/ Böcke) scheiden werden, ja müssen.


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 Herbert Klupp 19. Juli 2017 
 

Nur Mut

Die Zusammenfassung etlicher fragwürdiger Vorgänge im Papstamt durch Prof. Windisch ist (leider ) völlig richtig. Mein heutiger "kritischer" Blick auf Papst FRanziskus ist bereits kurz nach seiner Amtsübernahme entstanden, und konnte auch durch andersartige Meldungen ( denen man nur zu gern zustimmte ) nicht nur nie ausgeräumt werden, sondern das Bild verfestigte sich immer mehr. Ich bete für einen nächsten guten Papst. Ich tröste mich mit der Kirchengeschichte, wo es ja anscheinend auch mehrere "Ausreißer" gegeben hat. Neu zum Glauben bekehrt unter JPII, und dann den hervorragenden Papst Benedikt erlebend, konnte ich mir gar nicht denken, daß es auch im Papstamt einen "Niedergang" geben kann. Die Kirche wird es überleben. Der nächste Papst wird (so unsere Gebete erhört werden ) wieder äußerst glaubenstreu sein. Und nebenbei wird dann diese Prophezeiung des Maleachi ( wonach Papst Franziskus sich hätte Petrus II nennen müssen und dann das Ende ) ebenfalls endgültig widerlegt sein.


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 Bernhard Joseph 19. Juli 2017 
 

@Laus Deo / @ M.Schn-Fl

Wäre es so einfach!

Wenn man bedenkt, dass der Bischof von Hippo, also Augustinus, der wohl größte Kirchenlehrer, in Nordafrika seine Wirkungsstätte hatte, in der heute kaum noch Christen anzutreffen sind, dann scheint es doch wohl nicht so zu sein, dass das Wirken des Heiligen Geistes einem Automatismus gleicht und von uns nichts weiter gefordert würde. Mir scheint eher, das Gegenteil ist richtig. Wo es kein echtes Bekenntnis zum Glauben mehr gibt, wo der Glaube langsam verflacht und die Inhalte sich ins Beliebige verflüchtigen, da blüht dann eben kein christlicher Glaube mehr, sondern er stirbt langsam ab.

Dann verfallen auch die Kirchen und nach einer gewissen Zeit nehmen andere Religionen den leeren Glaubensraum ein.

Wir sollten also nicht so anmaßend sein, zu beurteilen, was genau der Heilige Geist will und wie er es will. Vielleicht dient dieses Pontifikat auch der Klärung der Glaubensinhalte, die immer brüchiger werden. So sehe ich die "dubia".


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 Bernhard Joseph 19. Juli 2017 
 

Hier spricht ein Kompetenter und der Boshaftigkeit Unverdächtiger

Prof. Dr. Hubert Windisch wird man wohl kaum vorwerfen können, unüberlegt und aus Hochmut heraus das Pontifikat von Papst Franziskus kritisch zu sehen.

Leider stimmt seine Analyse in allen angesprochenen Punkten. Zwischen Wort und Tat liegt bei diesem Pontifikat ein schier unüberbrückbarer Widerspruch. So bezeichnet der Papst einerseits die Gender Ideologie als teuflisch, lässt aber andererseits zu, dass gerade aus seinem Orden diese Ideologie mitten in die Kirche getragen wird.

Ich möchte nochmals ins Blickfeld bringen, dass der Papst dem Jesuiten-Orden zugehört. Dieser Orden hat sich, wie kein anderer Orden in der Kirche, in den letzten 100 Jahren verweltlicht. Gleichzeitig herrscht in diesem Orden eine rigide, fass ans Totalitäre gehende "Disziplin", die von den Ordensmitgliedern eine blinden Unterwerfung fordert.

Auch findet sich in diesem Orden nicht selten marxistisch eingefärbtes Denken.

Wer also den Papst verstehen will, sollte sich näher mit diesem Orden beschäftigen.


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 M.Schn-Fl 19. Juli 2017 
 

Sehr gut, Laus Deo

Ich brauche gar nichts zu schreiben. Sie haben es wunderbar ausgedrückt.


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 Laus Deo 19. Juli 2017 

Leider 100% Wahrheit, ABER

Gott lässt das zu, der Papst ist rechtmässig gewählt der Hl Geist hat sicherlich was vor. Vielleicht braucht es das um zu sehen wer wirklich katholisch ist und wer nur "schein" katholisch ist. Gott lässt schlechtes zu, um besseres daraus zu machen steht im Katechismus. JESUS ICH VERTRAUE AUF DICH. Er ist das Haupt der Kirche auch ein schwaches Pontifikat kann das Schiff nicht zum sinken bringen. In dieser Prüfung können die Bekenner und Treuen viel Gnaden erlangen. Beten wir und opfern wir


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  6. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  7. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  8. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
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  10. Eine nie dagewesene Glaubenskrise – hin zu einem Schisma?
  11. Kardinal Becciu verteidigt sich: Habe kein Geld unterschlagen
  12. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  13. Kardinal Woelki befürchtet "dramatische Folgen" durch "Synodalen Weg"
  14. Bistum Regensburg/Marsch für das Leben: „Neu war, dass sich der Bayerische Rundfunk hergab…“
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