Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  8. Menschenrecht auf Abtreibung?
  9. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  10. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  11. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  12. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  13. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  14. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  15. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne

'Weckt Tote auf!' - Wie bitte?

22. August 2017 in Spirituelles, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Heute scheint es keine Totenerweckungen mehr zu geben. Sogar jene charismatischen Bewegungen, welche Heilungsgebete durchführen, wagen sich nicht an diese Aufgabe.“ - Gedanken eines Nichttheologen. Gastbeitrag von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net) „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ (Mt 10,7-8)

Die Schrift ist voll von „unmöglichen“ Forderungen. „Weckt Tote auf!“ in diesem Text gehört wohl zu den krassesten. Sicher, im Alten Testament gab es Propheten, welche Tote erweckt haben. Das waren aber nicht gerade die Menge. Auch die diesbezügliche „Erfolgsbilanz“ unseres Herrn fällt nicht besonders überwältigend aus. In der Berichterstattung der ausgesandten Jünger (vgl. Lk 10,17) ist keine Rede davon. Und für die Zeit nach der Auferstehung fällt mir nur jener Jüngling ein, welcher während einer Predigt des Völkerapostels eingeschlafen und aus dem Fenster gestürzt war. Heute scheint es so etwas nicht mehr zu geben. Sogar jene charismatischen Bewegungen, welche Heilungsgebete durchführen, wagen sich nicht an diese Aufgabe.

Bei der definitiven Aussendung der Jünger wiederholte Christus diesen Auftrag dann auch nicht mehr. Dort heißt es nur: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,19-20) Heißt das nun, dass diese Forderung nicht mehr gilt? Oder ist sie einfach in all dem enthalten, was Christus den Jüngern geboten hat? „Alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben.“ mahnt uns der Völkerapostel. (Röm 15,4) Wie ist also diese Stelle heute zu verstehen?


Ich glaube, der Schlüssel dazu liegt im ersten Satz der Aufforderung: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“ Vom Himmelreich ist zwar heute kaum noch die Rede, dafür umso mehr vom Reich Gottes, das bereits angebrochen ist, und welches zu verwirklichen wir Christen aufgerufen sind. Im Grunde genommen ist es das Gleiche. Der Unterschied liegt im Blickwinkel, von welchem aus wir an unsere Fragen und Probleme herangehen. Da haben wir einerseits das ewige Reich Gottes im Jenseits und andererseits das Reich Gottes hier und jetzt. Beides ist nur ein Reich. Aber beide Sichten haben ihre Berechtigung. Und beide haben, einseitig betont, ihre Gefahren. Wenn früher das Himmelreich, also das Denken in der Kategorie Jenseits, meist vorherrschte, beobachten wir heute sehr oft, dass das Denken in diesseitigen Kategorien, also die Fixierung auf das Reich Gottes hier und jetzt, unser letztes Ziel, das ewige Heil, aus unserem Bewusstsein verdrängt.

Wenn wir nun das sehen, dann wird schnell einmal klar, dass dieses „Weckt Tote auf“ aus der Sicht des Jenseits zu verstehen ist. Es gehört zu unserer Sendung als Christen, tatkräftig am Aufbau des Reiches Gottes hier und jetzt mitzuarbeiten. Es gehört aber genauso zu unserer Sendung, das ewige Reich Gottes immer wieder ins Spiel zu bringen. Die Sorge um unser Heil und das Heil unserer Nächsten hier und jetzt gehört zu unseren Christenpflichten. Zu diesen Pflichten aber gehört genauso die Sorge um das ewige Heil, unseres eigenen wie dasjenige unserer Nächsten. Wir sind und bleiben Pilger auf unserem Weg durch diese Zeit hin zum Himmelreich. Und so, wie wir im irdischen Leben allerlei Gefahren ausgesetzt sind, so sind wir es auch auf dem Weg zum ewigen Leben. Lebensgefahr gibt es auf unserem irdischen Weg wie auf dem Weg ins Himmelreich. Der grosse Unterschied ist, dass es ein höchst seltenes Wunder ist, wenn ein Toter ins irdische Leben zurück kehrt, die Toten im jenseitigen Sinn aber, solange sie nicht am Ziel ihres irdischen Lebensweges sind, durchaus eine reelle Chance habe, auferweckt zu werden, wenn nötig immer und immer wieder. Und unsere Pflicht als Christen ist es, zuerst uns selber, und dann unseren Nächsten immer wieder zuzurufen: „Lasst euch mit Gott versöhnen und ihr werdet leben.“ (vgl. 2 Kor 5,20)

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
Preis 12.40 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berthier GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Foto Stefan Fleischer



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete
  2. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"
  3. US-Studie zeigt: Republikaner sind religiöser als Demokraten
  4. „Satt, aber nicht erfüllt – Kirche im Land der religiösen Indifferenz“
  5. "Wenn ihr dies lest, bin ich endlich in die Arme Jesu geschlüpft"
  6. Glaube ohne Feuer: Wie die Kirche Angst vor der eigenen Botschaft bekommt
  7. Hartl: „Heute ist der Mainstream atheistisch. Also schwimmt man als Christ gegen den Strom“
  8. „Nein – es geht darum, dass wir aufwärts gewandt unterwegs sind“
  9. Nicht reden, sondern machen!
  10. "Gott isch ma unterku": Christliche Hoffnungs-Kampagne in Vorarlberg






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  8. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  13. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  14. Ein Frühstück für den Verleugner
  15. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz