Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  5. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  8. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  9. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  10. Die große Täuschung
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Aleppo: Nicht einmal Ruhe für die Toten

28. Juli 2017 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Generalvikar: „Die Islamisten haben außerdem zahlreiche Gräber geplündert, Türen herausgerissen und Grabsteine geschändet“ - Von Josué Villalón und Tobias Lehner


München-Wien (kath.net/KIN) Bombenhagel und Granatenbeschuss auf das syrische Aleppo sind vorbei. Der Krieg und seine Folgen sind es noch lange nicht. 80 Prozent der Einwohner leben nach wie vor in Notunterkünften. Nach Hause können sie nicht: Vor allem der Ostteil Aleppos ist eine Trümmerwüste. Das Überleben ist ein tagtäglicher Kampf: Die Lebensmittelpreise sind enorm hoch. Die Währung verliert zunehmend an Wert.

Die Not ist groß, die körperlichen Wunden tief. Tiefer noch sind die Wunden der Seele: Bombennächte und monatelange Kämpfe haben die Bewohner traumatisiert. Fast jede Familie hat einen oder mehrere Tote zu beklagen. Doch wenn nicht einmal die Toten ihre Ruhe finden – wie sollen es dann die Lebenden?

Die christlichen Friedhöfe Aleppos befinden sich überwiegend am nordwestlichen Stadtrand. In dieser Gegend wütete eine monatelange Schlacht zwischen kurdischen Hilfstruppen und islamistischen Terroreinheiten.

„Mehrere Bomben haben auch unsere Friedhöfe getroffen“, erzählt Moses Alkhassi, der Generalvikar der griechisch-orthodoxen Erzdiözese von Aleppo. Die Wucht der Detonationen haben viele Särge aus den Grabnischen gerissen. Aber damit nicht genug: „Die Islamisten haben außerdem zahlreiche Gräber geplündert, Türen herausgerissen und Grabsteine geschändet“, erklärt der Generalvikar sichtlich bewegt.


Es gehe aber nicht nur um die gestörte Totenruhe. „Unsere Gemeindemitglieder, die im Krieg getötet und oft nur notdürftig verscharrt wurden, sollen ein würdiges Begräbnis in geweihter Erde bekommen“, so Alkhassi. Dabei handle es sich um über 2400 getötete Christen. Ein würdiges Begräbnis sei auch von enormer Bedeutung für die Angehörigen. Die Kosten für eine Beerdigung seien aber für viele Christen Aleppos unbezahlbar „Unsere Leute brauchen nicht nur Hilfe zum Überleben, sie brauchen auch Hilfe zum Trauern“, ist der Generalvikar überzeugt. „Darum sind wir dankbar, dass ,Kirche in Not' auch hier hilft.“

Das Hilfswerk, das sich in 148 Ländern weltweit für Seelsorge und pastorale Hilfe einsetzt, hat den Bedarf erkannt und hat sowohl für die Aufräumarbeiten auf den Friedhöfen als auch für die Neubestattung der getöteten Christen Hilfen zugesagt. „Tote begraben ist ein Werk der Barmherzigkeit“, erklärt der Generalvikar. „Nur wenn wir unseren Toten den letzten Liebesdienst erweisen können, können die Wunden des Krieges langsam vernarben.“

Bis dorthin sei es aber ein langer Weg: „Unsere griechisch-katholische Erzdiözese hat sehr gelitten: Zahlreiche unserer Kirchen und Gemeindehäuser wurden dem Erdboden gleichgemacht.“ Sie seien wichtige Anlaufstellen nicht nur für den Gottesdienst, sondern auch für die karitative Versorgung der Gemeinden.

Schlimmer aber noch habe die Erzdiözese die Entführung ihres Bischofs getroffen: „Unser Metropolit Boutros Yazigi wurde gleich zu Beginn des Krieges zusammen mit dem syrisch-orthodoxen Erzbischof Gregorios Yohanna Ibrahim vom IS verschleppt. Wir wissen noch immer nichts über ihr Schicksal“, erklärt der Generalvikar.

Trotz Schmerz und Trauer: Die Not des Krieges hat die christlichen Konfessionen Aleppos näher zusammengebracht. Es gibt viele gemeinsame Projekte, zum Beispiel Lebensmittel- und Medikamentenausgaben, Kleiderkammern, Besuchsdienste für alte und kranke Menschen – oder die gemeinsame Sorge um die Toten und den Trost für die Angehörigen. „Wir haben mitten im Krieg das große Wunder der Einheit erlebt“, sagt Alkhassi. „Über unseren Gräbern herrscht Trauer. Aber es keimt auch Hoffnung – auch dank der Hilfe unzähliger Christen weltweit.“

Um das Überleben und die pastorale Betreuung der christlichen Minderheit in Aleppo weiterhin gewährleisten zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden:

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Foto: Zerstörte Grabkammern auf dem christlichen Friedhof von Aleppo (c) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Syrien

  1. „Syrien darf nicht islamistisch werden“ – Missio-Nationaldirektor Wallner im Krisenland
  2. Syrien: Evangelikaler Pastor mit gesamter Familie ermordet
  3. Massaker in Syrien: Dramatischer Appell der Kirchenführer
  4. Vatikan fordert wichtige Rolle für Christen in Syrien
  5. Syriens neuer Machthaber äußert Hochachtung für Papst Franziskus
  6. Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
  7. Neuer Bischof von Aleppo ernannt - 2014 von Milizen entführt
  8. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“
  9. Syrien: Bedrängte Weihnachten in der Islamisten-Hochburg Idlib
  10. Syrien: Erster christlicher Gottesdienst in Idlib seit 10 Jahren






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  14. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  15. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz