05 August 2017, 08:55
Theologe verweist auf Zusammenhang von Spiritualität und Glück
 
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Salzburger Religionspädagoge Bucher in "Kirche bunt" über seine jahrelangen Glücksforschungen: "Menschen, die häufig beten und regelmäßig einen Gottesdienst besuchen, sind glücklicher".

St. Pölten (kath.net/ KAP)
"Menschen, die häufig beten und regelmäßig einen Gottesdienst besuchen, sind glücklicher." Darauf machte der Salzburger Religionspädagoge Prof. Anton Bucher in einem Interview für die St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" (Ausgabe 32/2017) unter Verweis auf seine jahrelangen Glücksforschungen aufmerksam. Zwischen Spiritualität und Glück gebe es nachweislich einen Zusammenhang. Wenn Menschen sich verbunden fühlten mit Gott, einer höheren Macht "oder auch mit der Natur", dann würden sie Glück erfahren. Ein wichtiger Faktor dabei sei eine Haltung der Dankbarkeit auch "für kleine und unscheinbare Dinge", so der Theologe.

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Bucher verwies dazu auf eine Studie mit zwei unterschiedlichen Versuchsgruppen: Die eine führte ein Tagebuch mit täglichen Eintragungen, wofür sie dankbar sind, die andere solle das notierten, was sie ärgerte. "Nach einigen Wochen konnte man feststellen, dass sich die Personen der ersten Gruppe besser fühlten", berichtete Bucher.

Generell zeige sich bei Erwachsenen wie auch bei Kindern: "Materielles macht wenig glücklich." Eine wichtigere Rolle spielten Arbeit bzw. Tätigkeiten, die man gerne macht, sowie gute Beziehungen zu nahe stehenden Menschen. Bei Kindern zeige sich ein beglückender "Flow-Effekt", wenn sie Aktivitäten setzten, die sie um ihrer selbst willen tun: "Wenn sie spielen und kreativ ihre Umwelt gestalten, vergessen sie Raum und Zeit", so der Vater von sechs Kindern. Überraschend bei Kindern sei für Bucher, wie wichtig Haustiere - neben nahen Verwandten und Freunden - als Glücksfaktoren seien.

Schule ist oft "Glücksstörfaktor"

Als wenig beglückend hätten viele der befragten Kinder den Schulbesuch erlebt, teilte der Religionspädagoge weiter mit. Die Schule habe in Bezug auf Glück nur geringfügig bessere Werte als ein Besuch beim Zahnarzt. "Viele Kinder erleben in der Schule zu häufig Frustrationen und Angst", sagte Bucher. In diesem Lebensbereich gebe es noch viel Potenzial für mehr Wohlbefinden - sowohl der Kinder als auch der Lehrer.

Generell könne man sagen: Je älter die Kinder werden, desto weniger glücklich sind sie. Die mit elf, zwölf Jahren einsetzende Vorpubertät bringe hormonelle Veränderungen mit sich, die Beziehung zu den Eltern werde konfliktreicher. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters steige die Glückskurve allerdings wieder an, erklärte Bucher.

Der Theologe unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit: Glück sei ein kurzfristig erlebtes Gefühl, ein "inneres Erleben, punktuell und intensiver". Zufriedenheit werde eher kognitiv erlebt - etwa bei einem Jahresrückblick zu Silvester. Bucher: "Man kann weinen vor Glück, aber nicht vor Zufriedenheit."

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