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Möglicherweise Petrus-Reliquien in Rom gefunden

31. August 2017 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Restaurierungsarbeiten bei Kirche im Stadtteil Trastevere bringt Tonbehälter mit Reliquien zutage, die laut Inschrift von den ersten Päpsten stammen sollen


Rom (kath.net/KAP) Bei Restaurierungsarbeiten in einer Kirche im römischen Stadtteil Trastevere sind möglicherweise Reliquien des Apostels Petrus entdeckt worden. Das berichtet die italienische Tageszeitung "La Stampa" (Donnerstag). Demnach sei unter dem Altar der Kirche Santa Maria in Cappella ein Tonbehälter mit Reliquien gefunden worden, die laut einer mittelalterlichen Inschrift von den ersten Päpsten stammen sollen.

Wie "La Stampa" unter Berufung auf eine TV-Dokumentation des Senders RAI berichtet, listet eine steinerne Inschrift aus der Bauzeit der Kirche im 11. Jahrhundert wichtige Reliquien auf: das Fragment eines Kleides von Maria - das aber nicht im Altar gefunden wurde -, Reliquien des Petrus sowie der Päpste Cornelius, Callistus und Felix, die ursprünglich auf verschiedenen Friedhöfen beigesetzt worden seien. Außerdem nennt die Inschrift die Märtyrer Hippolyt, Anastasius, Melix und Marmenia.


Zwar wird das Grab des Petrus traditionell unter der Peterskirche verehrt; zudem war bereits in den 1960er Jahren die Archäologin Margherita Guarducci sicher, Gebeinreste des Petrus dort gefunden zu haben. Dennoch gilt das Rätsel um die Petrusreliquien immer noch als nicht ganz gelöst. Auch die Aussage Papst Pauls VI. vom 26. Juni 1968, die Reliquien "seien auf eine Weise identifiziert, die als glaubwürdig zu erachten sei", schuf keine allgemeine Gewissheit.

Während die unter St. Peter gefundenen Knochen mit Sicherheit als die eines Mannes aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. gälten, könne über Herkunft und Echtheit der jetzt gefundenen Reliquien noch nichts Genaues gesagt werden, heißt es in der TV-Dokumentation. Die Reliquienbehälter wurden mittlerweile der Diözese Rom übergeben, das sie in seine Obhut genommen und neu versiegelt hat.

Die Kirche Santa Maria in Cappella liegt im östlichen Tiberknie; erbaut wurde sie im Jahr 1090 unter Papst Urban II. Wegen Baufälligkeit war sie seit 1982 geschlossen, die Restaurierungsarbeiten sind derzeit in der Abschlussphase.

Die Statue des hl. Petrus vor dem Petersdom


Papst Franziskus und die Reliquien des heiligen Apostels Petrus


Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto oben (c) kath.net/Petra Lorleberg


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Lesermeinungen

 mhesemann 1. September 2017 
 

Längst gefunden!

Die Entdeckung von Petrusreliquien in einer Kirche des 11. Jahrhunderts ist kein Sensationsfund. Davon wurden viele verehrt. Sie wurden wohl der Erde unter der Confessio des Petersdoms entnommen. Und dennoch stammen sie nicht von Petrus, sondern von Personen, vielleicht auch frühen Päpsten, die in seiner unmittelbaren Nähe bestattet wurden. Die Petrus-Gebeine hatte man schon im 3. Jahrhundert in das Marmorfach der "Graffiti-Mauer" (Muro G) gelegt, der rechten Begrenzungsmauer der Palliennische des Petrusgrabes, vor der heute das Ewige Licht brennt. Dort wurden sie bei den Ausgrabungen in den 1940er Jahren entdeckt und später einwandfrei identifiziert - siehe mein Buch "Der erste Papst" (2003). Sie befinden sich noch heute dort, in Plexiglaskästen verpackt, mit Ausnahme von neun Knochenstücken, die Papst Paul VI. in ein silbernes Reliquiar einschließen und in der Privatkapelle der Päpste verwahren ließ.


3
 
 Chris2 31. August 2017 
 

Leider kann man rein wissenschaftlich

ohne Vergleichs-DNA in solchen Fällen bestenfalls die Plausibilität prüfen umd ggf. eine Übereinstimmung anhand der Befunde ausschließen (Alter der Knochen, Alter und Geschlecht der Person, Todesursache etc.). Ein Nachweis wird auch in diesem Fall kaum jemals geführt werden können. Wir müssen unsere Neugier wohl noch ein paar Jährchen zügeln...


6
 

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