Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  6. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  7. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  8. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  9. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  10. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  11. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  12. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  13. Der Realismus der Barmherzigkeit
  14. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  15. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“

AfD-Schmähtext zu Merkel verhunzt das 'Vater unser'

15. September 2017 in Kommentar, 243 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mit einem „Merkel unsre“ stieß die AfD Baden-Württemberg Christen vor den Kopf – Der unbekannte Verfasser geht wohl seit Jahrzehnten nicht mehr zur Kirche, denn er nutzt eine sprachlich völlig veraltete Form. kath.net-Kommentar von Petra Lorleberg


Stuttgart (kath.net/pl) Mit einem sogenannten „Merkel unsre“ stieß die AfD Baden-Württemberg die praktizierenden Christen vor den Kopf. Der dem „Vater unser“ nachempfundene Text wurde von Michael Klonovsky (Pressesprecher der AFD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und früherer Berater der AfD-Frau Frauke Petry) auf seinem persönlichen Facebookauftritt veröffentlicht. Für den Text zeichnet gemäß Bildunterschrift die AfD-Fraktion von Baden-Württemberg verantwortlich. Der bereits im Juli öffentlich gestellte Text wird jetzt in der Schlussphase des Bundestagswahlkampfes wieder von manchen AfD-nahen Facebook-Nutzern übernommen. Verschiedene Christen unterschiedlicher politischer und konfessioneller Einstellungen äußerten in den sozialen Netzwerken allerdings auch, dass der Text ihre religiösen Gefühle deutlich verletze.

Der Text ist eine völlig undifferenzierte Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die – sprachlich durchaus geschmeidigen – Formulierungen kritisieren u.a. die Länge ihrer Amtszeit und ihre Entscheidungen in der Flüchtlingsfrage. Dabei werden auch sachliche Fehler in Kauf genommen: Die erwähnten Sperrungen bei Facebook gehen nämlich keineswegs auf die Bundeskanzlerin zurück, sondern auf eine Initiative des der SPD zugehörigen Justizministers Heiko Maas.


Ein Blick auf die zugrundegelegte sprachliche Form zeigt, dass diese Verballhornung des „Vater unsers“ auf eine ältere protestantische Übersetzung zurückgeht. Die Umformung „Merkel unsre, die du klebst im Amte, Geheiliget werde dein Hochdeutsch“ basiert auf der Formulierung „Vater unser, der du bist im Himmel, geheiliget werde dein Name“, diese wurde aber nicht von Katholiken gebetet. Ebenso kann auch die frühere altkatholische Variante durch die Form des nächsten Verses ausgeschlossen werden. Katholiken nutzten damals außerdem im privaten Gebet keine Schlussdoxologie („denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit…“), die ja bis heute auch in der Messfeier durch den Embolismus abgesetzt wird und auch im Brevier- und Rosenkranzgebet nicht vorgesehen ist. Erst seit 1971 können die katholischen, evangelischen und die altkatholischen Christen im deutschsprachigen Raum auf eine gemeinsame einheitliche Form des „Vater unser“ zugreifen.

Dem unbekannten Verfasser dieses AfD-Schmähtextes ist zu raten, seine offenbar sehr eingerosteten und rudimentären Kenntnisse des protestantisch-christlichen Glaubens mal wieder deutlich aufzufrischen. Beispielsweise durch den – offenbar seit Jahrzehnten vernachlässigten! – Besuch des Sonntagsgottesdienstes, aber auch durch Lektüre der neutestamentlichen Aussagen zur Nächstenliebe. Möglicherweise wird er dann im Zuge einer tieferen Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu auch seine politischen Meinungen differenzieren müssen.

Falls der unbekannte Verfasser aber nicht zur Beendigung seines Gottesdienst- und Bibelfastens bereit ist, kann er jedenfalls zur Kenntnis nehmen, dass uns Christen das „Vater unser“ durchaus sehr wertvoll ist, da es uns gemäß Aussage der Bibel von Jesus Christus selbst gelehrt wurde. Deshalb wird in evangelischen Kirchen vielerorts während des „Vater unser“-Gebetes sogar feierlich eine Kirchenglocke geläutet. Eine Weiternutzung eines christlichen Herzentextes als Schmähtext schlägt auf die Verantwortlichen zurück.

Zur politischen Auseinandersetzung, also zur differenzierten und konstruktiven Pro- und Kontra-Debatte über drängende gesellschaftliche Fragen, taugt ein solcher Hetztext übrigens in keiner Weise.

Zur Dokumentation - AfD-Schmähtext zu Merkel verhunzt das ´Vater unser´



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  3. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  4. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  5. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  6. Kopf der hl. Agatha zum 900. Jubiläum der Reliquienrückkehr gekrönt
  7. Spanischer Priester hilft mehr als 1.200 Personen, einen Ehepartner zu finden
  8. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  9. Warum die Erzdiözese Seoul so viele Priesterberufungen hat
  10. Erzbischof von Sydney kritisiert TV-Sender wegen einseitiger Berichterstattung zu Sterbehilfe
  11. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan
  12. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  13. Haltet das Fenster zur Unendlichkeit offen! Eine Gemeinschaft, die aus dem Evangelium lebt
  14. Christus ist der Fels, der uns trägt
  15. 50 Jahre Jugendkonferenzen in Steubenville

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz