Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  7. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  8. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  13. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  14. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  15. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur

AfD-Schmähtext zu Merkel verhunzt das 'Vater unser'

15. September 2017 in Kommentar, 243 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mit einem „Merkel unsre“ stieß die AfD Baden-Württemberg Christen vor den Kopf – Der unbekannte Verfasser geht wohl seit Jahrzehnten nicht mehr zur Kirche, denn er nutzt eine sprachlich völlig veraltete Form. kath.net-Kommentar von Petra Lorleberg


Stuttgart (kath.net/pl) Mit einem sogenannten „Merkel unsre“ stieß die AfD Baden-Württemberg die praktizierenden Christen vor den Kopf. Der dem „Vater unser“ nachempfundene Text wurde von Michael Klonovsky (Pressesprecher der AFD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und früherer Berater der AfD-Frau Frauke Petry) auf seinem persönlichen Facebookauftritt veröffentlicht. Für den Text zeichnet gemäß Bildunterschrift die AfD-Fraktion von Baden-Württemberg verantwortlich. Der bereits im Juli öffentlich gestellte Text wird jetzt in der Schlussphase des Bundestagswahlkampfes wieder von manchen AfD-nahen Facebook-Nutzern übernommen. Verschiedene Christen unterschiedlicher politischer und konfessioneller Einstellungen äußerten in den sozialen Netzwerken allerdings auch, dass der Text ihre religiösen Gefühle deutlich verletze.

Der Text ist eine völlig undifferenzierte Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die – sprachlich durchaus geschmeidigen – Formulierungen kritisieren u.a. die Länge ihrer Amtszeit und ihre Entscheidungen in der Flüchtlingsfrage. Dabei werden auch sachliche Fehler in Kauf genommen: Die erwähnten Sperrungen bei Facebook gehen nämlich keineswegs auf die Bundeskanzlerin zurück, sondern auf eine Initiative des der SPD zugehörigen Justizministers Heiko Maas.


Ein Blick auf die zugrundegelegte sprachliche Form zeigt, dass diese Verballhornung des „Vater unsers“ auf eine ältere protestantische Übersetzung zurückgeht. Die Umformung „Merkel unsre, die du klebst im Amte, Geheiliget werde dein Hochdeutsch“ basiert auf der Formulierung „Vater unser, der du bist im Himmel, geheiliget werde dein Name“, diese wurde aber nicht von Katholiken gebetet. Ebenso kann auch die frühere altkatholische Variante durch die Form des nächsten Verses ausgeschlossen werden. Katholiken nutzten damals außerdem im privaten Gebet keine Schlussdoxologie („denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit…“), die ja bis heute auch in der Messfeier durch den Embolismus abgesetzt wird und auch im Brevier- und Rosenkranzgebet nicht vorgesehen ist. Erst seit 1971 können die katholischen, evangelischen und die altkatholischen Christen im deutschsprachigen Raum auf eine gemeinsame einheitliche Form des „Vater unser“ zugreifen.

Dem unbekannten Verfasser dieses AfD-Schmähtextes ist zu raten, seine offenbar sehr eingerosteten und rudimentären Kenntnisse des protestantisch-christlichen Glaubens mal wieder deutlich aufzufrischen. Beispielsweise durch den – offenbar seit Jahrzehnten vernachlässigten! – Besuch des Sonntagsgottesdienstes, aber auch durch Lektüre der neutestamentlichen Aussagen zur Nächstenliebe. Möglicherweise wird er dann im Zuge einer tieferen Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu auch seine politischen Meinungen differenzieren müssen.

Falls der unbekannte Verfasser aber nicht zur Beendigung seines Gottesdienst- und Bibelfastens bereit ist, kann er jedenfalls zur Kenntnis nehmen, dass uns Christen das „Vater unser“ durchaus sehr wertvoll ist, da es uns gemäß Aussage der Bibel von Jesus Christus selbst gelehrt wurde. Deshalb wird in evangelischen Kirchen vielerorts während des „Vater unser“-Gebetes sogar feierlich eine Kirchenglocke geläutet. Eine Weiternutzung eines christlichen Herzentextes als Schmähtext schlägt auf die Verantwortlichen zurück.

Zur politischen Auseinandersetzung, also zur differenzierten und konstruktiven Pro- und Kontra-Debatte über drängende gesellschaftliche Fragen, taugt ein solcher Hetztext übrigens in keiner Weise.

Zur Dokumentation - AfD-Schmähtext zu Merkel verhunzt das ´Vater unser´



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  10. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  13. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  14. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  15. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz