Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  3. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  7. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  11. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  12. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  13. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  14. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  15. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition

Jamaika-Koalition - Das Dilemma der CDU

27. September 2017 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die CDU müsste sich nach ihrem miserablen Wahlergebnis neu ausrichten. Allerdings wird das in einer Jamaika-Koalition mit den Grünen sehr schwer, wenn das Bündnis volle vier Jahre halten soll. Gastkommentar von Moritz Breckner


Berlin (kath.net/proMedienmagazin) Als Hurrikan „Irma“ Anfang September im Süden Floridas schwere Zerstörungen anrichtete, twitterte Angela Merkels Kanzleramtsminister Peter Altmaier eine Frage. „Wieviele Jahrhundert Hurrikane [sic!] muss es geben, bis die Klimawandel-Leugner merken, dass sie gerade das Leben ihrer Enkelkinder ruinieren?“, wollte der Politiker wissen. Ein solcher Tweet ist grüne Polemik in Reinform, man würde ihn von Katrin Göring-Eckart erwarten oder gar der „Grünen Jugend“, nicht vom Kanzleramtschef der CDU.

Eben dieser Peter Altmaier wurde von Angela Merkel persönlich berufen, das Wahlprogramm zu schreiben, mit dem die CDU dieses Jahr um Stimmen warb. Das Dokument voller Wohlfühl-Floskeln wurde großspurig „Regierungsprogramm“ genannt und behauptete unter anderem: „Heute leben wir im schönsten und besten Deutschland, das wir je hatten“. Ein Satz, der in den Ohren vieler Wähler wie blanker Hohn klingen musste – entsprechend liefen sie der CDU in Scharen davon.

Die 33 Prozent für die CDU sind deren schlechtestes Ergebnis seit 1949, und es scheint klar, woran es gelegen hat. Seit Beginn von Merkels erster Amtszeit im Jahr 2005 wird der CDU ein „Linkstrend“ unterstellt, zunächst nur von einigen Konservativen unter der Schwelle der öffentlichen Aufmerksamkeit, später lauter, aber von Merkels Adjutanten wie Volker Kauder vehement zurückgewiesen. Während der Regierung Merkel III schließlich setzte sich die Erkenntnis von der Ergrünung und Sozialdemokratisierung der CDU zunehmend im publizistischen Diskurs und der politischen Debatte durch. Sogar Sigmar Gabriel klagte, Merkel habe die CDU politisch „entkernt“, weswegen rechte Kräfte in Deutschland erstarken könnten. In Form der „Alternative für Deutschland“ ist das passiert – und vom linken Publizisten Jakob Augstein wie von einer französischen Zeitung wird Merkel böse aber folgerichtig zur „Mutter der AfD“ ernannt.


Wo Merkel der Wille fehlt

Am Tag nach der Bundestagswahl war in der CDU-Spitze von Selbstkritik nichts zu vernehmen. Dass die Parteivorsitzende bei einem solchen Wahlergebnis nicht zurücktritt – nun gut. Falls Merkel aber der CDU auf die Beine helfen und sie für die Zukunft fit machen will, müsste sie nun unbequeme Entscheidungen treffen. Am naheliegendsten ist als Sofortmaßnahme die Trennung von Altmaier und auch vom erfolglosen progressiven Generalsekretär Peter Tauber, dessen Rücktritt am Wahlabend die konservative Gruppe „WerteUnion“ forderte. Auch Ursula von der Leyen ist alles andere als ein Wählermagnet – weder im Parteivorstand, noch auf ihren wechselnden Kabinettsposten. Wertkonservativen und christlichen Bürgern eine politische Heimat geben – diesen Wunsch nach programmatischer Ausrichtung formulierte am Montag die Gruppe „Christdemokraten für das Leben“.

Aber hat Merkel durch den Verlust von Millionen Wählerstimmen dazugelernt? „Ich kann nicht erkennen, dass wir jetzt irgendetwas anders machen müssten“, sagte sie am Montag. Erstens mangelt es ihr am politischen Willen, die CDU konservativ zu erneuern, um sie beispielsweise in zwei Jahren an Volker Bouffier oder Jens Spahn als neuen Parteivorsitzenden zu übergeben. Zweitens will sie unbedingt Kanzlerin bleiben, und das geht nur mit dem Jamaika-Bündnis. Für eine mögliche Koalition mit den Grünen ist das Timing perfekt: Zwischen Grünen und Christdemokraten könne er keine Unterschiede ausmachen, kritisiert regelmäßig FDP-Chef Christian Lindner. Das geht nicht nur ihm so.

Jamaika kann Stillstand bedeuten

Das Dilemma: Umgekehrt sind Koalitionsverhandlungen mit den Grünen der ungünstigste Zeitpunkt für die Union, die „rechte Flanke zu schließen“, wie es CSU-Chef Horst Seehofer am Wahlabend forderte. Können sich CDU und CSU in einer Koalition mit den Grünen als konservativ profilieren, um bei den nächsten Wahlen, zum Beispiel 2018 in Bayern, wieder zu punkten? Mehr als fraglich.

Zweifelhaft ist auch, wie in einer Jamaika-Koalition trotz kleinerer Schnittmengen unterm Strich gute Politik herauskommen soll. Will Joachim Herrmann als Innenminister für Sicherheit sorgen, wird ihn die FDP sabotieren. Will die FDP die Union davon abhalten, die Mobilitätswende ebenso zu vermurksen wie die Energiewende, werden die Grünen der Union beispringen und der FDP in den Arm fallen. Jamaika kann bedeuten, dass vier unterschiedliche Parteien miteinander Tauziehen – hin und wieder wird ein halber Schritt in eine richtige oder falsche Richtung getaumelt, aber meistens gibt es Stillstand.

Eines eint die möglichen Koalitionsparteien: Sie wollen, dass die AfD den Bundestag 2021 wieder verlassen muss. Das wird nur gelingen, wenn die Union wieder zur politischen Heimat für Konservative wird, und dies in der Umsetzung konservativer Inhalte in dieser Legislaturperiode auch unter Beweis stellt.

Doch für beides, Wollen und Können, stehen die Signale in der CDU derzeit nicht gut.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  2. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  3. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  4. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  5. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  6. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  7. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  8. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik
  9. Lebensschützerin Lila Rose: ‚Ich werde Trump wählen’
  10. Deutsche Grüne - Angriff auf die Meinungsfreiheit im Wahljahr 2025






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  9. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  10. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  11. Die Stunde der Heuchler
  12. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  13. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  14. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  15. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz