06 Oktober 2017, 12:00
Mütter braucht das Land
 
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Ich glaube, dass Gott etwas Neues tun möchte in unseren Frauenherzen - BeneDicta am Freitag mit Inka Hammond

Augsburg (kath.net)
Diese Woche beginnt eine besondere Gebetszeit im Gebetshaus Augsburg. Jeden ersten Donnerstag im Monat von 9 bis 10 Uhr beten Mütter für Mütter. Ich bin eine Mama. 4 Kinder habe ich auf die Welt gebracht, eines, unser Benjamin, starb in meinem Bauch in der 13. Schwangerschaftswoche. Ich habe Schwangerschaftsübelkeit durchgemacht, Müdigkeit, Heißhungerattacken. Ich habe Wehen veratmet, habe Leben auf die Welt gepresst, habe dann mit dem kleinen Baby auf meinem ausgeleierten Bauch gleichzeitig geweint und gelacht. Ich habe mich durch leichte Wochenbettdepressionen gekämpft, habe trotz Milchstau gestillt und mir dabei auf die Zähne gebissen, weil es so schmerzhaft war. Ich habe das erste Löffelchen Brei gefüttert, tausende Male gewickelt, irgendwann das Kind aufs Töpfchen gesetzt. Es ging ungezählte Male daneben. Ich habe kleine Hände gehalten, als die ersten Schritte geprobt wurden, bin hinter Fahrrädern hinterher gerannt. Ich habe viele Schürfwunden versorgt und saß betend im Aufwachraum, während mein Kind operiert wurde. Ich habe fiebrige Gesichter gekühlt, Umschläge gemacht, Kamillentee gekocht.

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Ich bin eine Mama. Mit Haut und Haar, Leib und Seele. Auch wenn es oft schwierig ist, laut und chaotisch. Auch wenn ich schief angeschaut werde, mit meinen vier Wundern im Schlepptau und fremde Leute mit ‚Sie haben wohl auch nichts Besseres zu tun‘ kommentieren. Ich liebe mein Leben und ich liebe meine Kinder. Nichts ist erfüllender, nichts ist kostbarer, nichts ist aufregender als Kinder zu haben und Leben zu schenken.

Ich glaube, dass Gott etwas Neues tun möchte in unseren Frauenherzen. Und damit meine ich nicht nur die Mamas, die biologische Kinder haben. In jeder Frau steckt eine Mutter. Wir Frauen können Leben schenken, auch wenn wir nicht schwanger sind. Wir können begleiten, erziehen, Kreativität in anderen freisetzen. Uns ist die Gabe des Mutterseins geschenkt.
Die Rolle der Mutter wird seit jeher missbraucht, herab kreditiert, belächelt, unterschätzt. In unserer Zeit wird sie als Auslaufmodell gesehen. Mütter können nicht, was Erzieherinnen schon längst können, Mütter sind Heimchen am Herd, Mütter sind überflüssig. Das Muttersein wird den Frauen abgesprochen. Damit verliert unsere Gesellschaft Wärme, Halt und Ziel. Ich finde die momentane Entwicklung dramatisch. Kinder verlieren ihre Mütter an Firmen. Mütter wissen gar nicht mehr, was eine Mutter ausmacht, weil sie selbst nie eine anwesende, liebevolle Mutter hatten. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Teufelskreislauf.

Mütter braucht das Land. Warmherzige, opferbereite, sehende Mütter. Frauen, die den Blick nicht vor der Not unserer Nationen verschließen. Frauen, die, tief verankert in der Liebe Gottes, ihr Leben dazu nutzen, Leben zu schenken, zu fördern, zu begleiten. Und selbst die Frauen, die in Leitungspositionen stehen, die Karriere machen, dürfen, sollen zu echter, gelebter, leidenschaftlicher Weiblichkeit zurückfinden. Wir sind Mütter! Egal wo, egal wie. Die sanfte Anteilnahme, das stürmische Kämpfen für Recht und Gerechtigkeit, das aufmerksame Beobachten –das ist mütterlich und das wird dringend gebraucht.

Eine Frau die ihren Mann stehen muss, wird nie ihre volle Bestimmung leben können. Und ja, wir brauchen auch die Väter! Die Männer, die ohne Kompromisse zu Moral und Treue stehen. Die mit klaren Augen die Zeichen der Zeit erkennen können, die nicht wegrennen, wenn es brenzlig wird, sondern die voller Mut und Tatendrang für Familie und Ehe einstehen. Die Männer, die Frauen dazu freisetzen, ihr Muttersein leben zu können.

Mütter braucht das Land. Und Väter. Frauen und Männer, die sich nicht jämmerlich gegenseitig kopieren wollen und dann am Ende enttäuscht ihre Lebenslüge erkennen. Starke Frauen und starke Männer, die die Schönheit von Gottes Design für Mann und Frau begreifen.

Wir haben gute Freunde, die vor kurzem Zwillinge bekommen haben, zwei Jungs. Ihre ältere Tochter ist 2 Jahre alt. Die Eltern erzählten mir vor ein paar Tagen, dass sie, wenn sie alle unterwegs sind, voller Mitleid angeschaut werden. ‚Sie tun mir ja so leid‘ hören sie dann von wildfremden Menschen. Neulich sagte jemand zu ihnen: ‚Also, ich hätte mich an Ihrer Stelle ja von einer Brücke gestürzt.‘

Wir brauchen mutige Frauen, die genau dazu einen Gegentrend setzen. Frauen, die sich für Familien einsetzen, für die Ungeborenen. Frauen, die den Wert des Mutterseins erkennen und in die Gesellschaft hineintragen. Frauen an jeder Stelle, sei es in der Regierung, in der Schule, in Kindergärten oder zu Hause. Frauen, die wissen, wie unglaublich wertvoll Kinder sind. Frauen, die sich gegen Ungerechtigkeit einsetzen und Not lindern.
Mütter eben.

Und dafür werden wir auch im Gebetshaus beten. Dass eine Generation von Müttern aufsteht. Jeden ersten Donnerstag im Monat von 9 bis 10 Uhr. Beten Sie mit?







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