Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  7. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  8. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  13. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  14. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Eine Gebetsstätte im Herzen Londons – Der Tyburn Convent

9. November 2017 in Weltkirche, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Als Katholik entdeckt man immer wieder völlig unerwartet Orte, an denen man Glaubensstärkung erfährt und sich der Kraft unseres Bekenntnisses wieder neu bewusst wird - Von Anna Diouf


London (kath.net)
Wer etwa an der nordöstlichen Ecke des Londoner Hyde Parks die belebte Kreuzung überquert, ahnt in der Regel nichts von der bedeutsamen Geschichte dieses Ortes: Hier befand sich der Tyburn Tree, der Londoner Galgen, an dem nicht nur Verbrecher hingerichtet wurden, sondern an dem zwischen 1535 und 1681 zahlreiche englische Märtyrer den Tod fanden.

Heute erinnern nur eine Gruppe von drei Bäumchen und eine Plakette im Boden an die Schrecken dieses Richtplatzes; es war unter Elisabeth I., als man dem einfachen Galgen zwei Balken hinzufügte, so dass an dem von drei Bäumen gestützten Dreieck schneller mehr Menschen hingerichtet werden konnten. Eine "Verbesserung", die in den folgenden Jahrzehnten vor allem auch Katholiken traf. Es ist bezeichnend, dass man nach einem Hinweis auf das Schicksal dieser Glaubensszeugen suchen muss: Außerhalb katholischer Kreise in England sind sie kaum bekannt und die anglikanisch geprägte Geschichtsschreibung hat die verdienstvolle katholische Geschichte des Vereinigten Königreichs weitgehend marginalisiert. Dennoch ist das Erbe dieser Märtyrer lebendig und eindrucksvoll - nur wenige Schritte von der geschichtsträchtigen Kreuzung entfernt hat sich Anfang des 20. Jahrhunderts eine benediktinische Kongregation angesiedelt, die mit dem Tyburn Convent mitten in London einen Ort der ewigen Anbetung geschaffen hat.


Auch dieses Kloster wird leicht übersehen und ist doch für das geistliche Leben der Stadt von großer Bedeutung. In strenger Klausur hüten die Nonnen das Andenken der insgesamt über 350 Opfer der Katholikenverfolgung in England. Wer zu bestimmten Zeiten an die Klosterpforte klopft, kann an einer Führung durch die Unterkirche teilnehmen, in der zahlreiche Reliquien der Märtyrer aufbewahrt werden. Hingerichtet wurden Männer und Frauen, weil sie einem Priester ein Gewand nähten, einem inhaftierten Priester ein Seil in die Zelle schmuggelten oder sich weigerten, Elisabeth I. als oberste Glaubensautorität anzuerkennen. Besonders wertvoll ist das Geschenk eines anglikanischen Bischofs an die Schwestern: eine Reliquie des Bischofs und Märtyrers Thomas Becket. Dessen Grabstätte war bereits unter Heinrich VIII. zerstört worden. Auch Rosenkranzperlen von Maria Stuart sind hier zu sehen - "Sie ist keine richtige Märtyrerin – aber irgendwie doch", sagt die junge Schwester verschmitzt, die eine kleine Gruppe durch die Kirche führt und von zahllosen ergreifenden Begebenheiten und den überlieferten letzten Worten der Gepeinigten erzählt, die deren Gottvertrauen und Tapferkeit dokumentieren. Erschütternd auch die Erläuterungen zur Hinrichtung: "Christi Herz ist für uns gebrochen – und während der Hinrichtung wurde den zum Tode Verurteilten noch bei lebendigem Leibe das Herz herausgerissen..." - ein Detail, das die Schwestern nicht aus Lust am Grauen betonen, sondern weil es ihnen geistlich bedeutsam ist: Dem Vorbild der Gründerin der Kongregation entsprechend widmen sie sich besonders der Herz-Jesu-Verehrung und bringen sich durch ihr Leben ebenfalls Gott dar. Die Schwestern sind dem Leiden der Glaubenszeugen innig verbunden. Hier wird ganz unmittelbar die Gemeinschaft der Heiligen, die Gemeinschaft der Kirche durch die Zeit fassbar und vor allem auch der tiefe innere Zusammenhang zwischen kontemplativem Leben und aktivem Martyrium, die keine Gegensätze sind, sondern einander bedingen.

Nicht nur das berührende und beeindruckende Zeugnis der Märtyrer, auch die Geschichte des Ordens lohnt einen Besuch und macht uns die göttliche Vorsehung im menschlichen Wirken bewusst: Gegründet als Kongregation von benediktinischen Anbetungsschwestern Ende des 19. Jahrhunderts von Marie Adèle Garnier, deren Seligsprechungsverfahren mittlerweile läuft, flohen die Schwestern 1902 wegen antikatholischer laizistischer Gesetze der französischen Republik ausgerechnet nach England. Ursprünglich beheimatet am Mont-Martre, dem "Berg der Marter", ließen sie sich nun wiederum an einem Ort des Martyriums nieder und führen seitdem auf ihre Weise das wirkmächtige Bekenntnis der englischen Märtyrer weiter. Durch sie werden auch die Besucher des Konvents eingeladen, sich durch das eigene Leben, und sei es auch im Kleinen und Verborgenen, den Tyburn Tree Martyrs anzuschließen – ein ergreifendes und starkes Zeugnis.

Homepage des Konvents:

Große kath.net-Leserreise nach England


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Großbritannien

  1. Akademie Johannes Paul II. begrüßt Ablehnung des britischen Euthanasiegesetzes
  2. Wollte gestohlenes Bild von Jesus zurückholen: Lebensschützer bei Marsch für das Leben verhaftet
  3. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  4. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  5. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  6. Pastor in London wegen Straßenpredigt verhaftet: Vorwurf der „Hassrede“ nach Kritik am Islam
  7. Reform UK will Umwandlung von Kirchen in Moscheen verbieten
  8. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt
  9. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet
  10. England und Wales: Katholische Erwachsenen- und Jugendtaufen steigen deutlich, Messbesuch leicht







Top-15

meist-gelesen

  1. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  2. 'Ich habe mich geirrt'
  3. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  4. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  5. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  6. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  7. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben
  8. Britische Regierung will ein Verbot für katholische Premierminister aufheben
  9. Tantum ergo Sacramentum
  10. Stift Heiligenkreuz unter neuer Leitung
  11. '40 Tage für das Leben' in Wien
  12. Akademie Johannes Paul II. begrüßt Ablehnung des britischen Euthanasiegesetzes
  13. Fünf Jahre seit der Seligsprechung von Kardinal Wyszyński: „Wer hasst, hat schon verloren“
  14. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei
  15. Papst feiert Namenstag: Feiertag im Vatikan

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz