Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus

Eine Gebetsstätte im Herzen Londons – Der Tyburn Convent

9. November 2017 in Weltkirche, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Als Katholik entdeckt man immer wieder völlig unerwartet Orte, an denen man Glaubensstärkung erfährt und sich der Kraft unseres Bekenntnisses wieder neu bewusst wird - Von Anna Diouf


London (kath.net)
Wer etwa an der nordöstlichen Ecke des Londoner Hyde Parks die belebte Kreuzung überquert, ahnt in der Regel nichts von der bedeutsamen Geschichte dieses Ortes: Hier befand sich der Tyburn Tree, der Londoner Galgen, an dem nicht nur Verbrecher hingerichtet wurden, sondern an dem zwischen 1535 und 1681 zahlreiche englische Märtyrer den Tod fanden.

Heute erinnern nur eine Gruppe von drei Bäumchen und eine Plakette im Boden an die Schrecken dieses Richtplatzes; es war unter Elisabeth I., als man dem einfachen Galgen zwei Balken hinzufügte, so dass an dem von drei Bäumen gestützten Dreieck schneller mehr Menschen hingerichtet werden konnten. Eine "Verbesserung", die in den folgenden Jahrzehnten vor allem auch Katholiken traf. Es ist bezeichnend, dass man nach einem Hinweis auf das Schicksal dieser Glaubensszeugen suchen muss: Außerhalb katholischer Kreise in England sind sie kaum bekannt und die anglikanisch geprägte Geschichtsschreibung hat die verdienstvolle katholische Geschichte des Vereinigten Königreichs weitgehend marginalisiert. Dennoch ist das Erbe dieser Märtyrer lebendig und eindrucksvoll - nur wenige Schritte von der geschichtsträchtigen Kreuzung entfernt hat sich Anfang des 20. Jahrhunderts eine benediktinische Kongregation angesiedelt, die mit dem Tyburn Convent mitten in London einen Ort der ewigen Anbetung geschaffen hat.


Auch dieses Kloster wird leicht übersehen und ist doch für das geistliche Leben der Stadt von großer Bedeutung. In strenger Klausur hüten die Nonnen das Andenken der insgesamt über 350 Opfer der Katholikenverfolgung in England. Wer zu bestimmten Zeiten an die Klosterpforte klopft, kann an einer Führung durch die Unterkirche teilnehmen, in der zahlreiche Reliquien der Märtyrer aufbewahrt werden. Hingerichtet wurden Männer und Frauen, weil sie einem Priester ein Gewand nähten, einem inhaftierten Priester ein Seil in die Zelle schmuggelten oder sich weigerten, Elisabeth I. als oberste Glaubensautorität anzuerkennen. Besonders wertvoll ist das Geschenk eines anglikanischen Bischofs an die Schwestern: eine Reliquie des Bischofs und Märtyrers Thomas Becket. Dessen Grabstätte war bereits unter Heinrich VIII. zerstört worden. Auch Rosenkranzperlen von Maria Stuart sind hier zu sehen - "Sie ist keine richtige Märtyrerin – aber irgendwie doch", sagt die junge Schwester verschmitzt, die eine kleine Gruppe durch die Kirche führt und von zahllosen ergreifenden Begebenheiten und den überlieferten letzten Worten der Gepeinigten erzählt, die deren Gottvertrauen und Tapferkeit dokumentieren. Erschütternd auch die Erläuterungen zur Hinrichtung: "Christi Herz ist für uns gebrochen – und während der Hinrichtung wurde den zum Tode Verurteilten noch bei lebendigem Leibe das Herz herausgerissen..." - ein Detail, das die Schwestern nicht aus Lust am Grauen betonen, sondern weil es ihnen geistlich bedeutsam ist: Dem Vorbild der Gründerin der Kongregation entsprechend widmen sie sich besonders der Herz-Jesu-Verehrung und bringen sich durch ihr Leben ebenfalls Gott dar. Die Schwestern sind dem Leiden der Glaubenszeugen innig verbunden. Hier wird ganz unmittelbar die Gemeinschaft der Heiligen, die Gemeinschaft der Kirche durch die Zeit fassbar und vor allem auch der tiefe innere Zusammenhang zwischen kontemplativem Leben und aktivem Martyrium, die keine Gegensätze sind, sondern einander bedingen.

Nicht nur das berührende und beeindruckende Zeugnis der Märtyrer, auch die Geschichte des Ordens lohnt einen Besuch und macht uns die göttliche Vorsehung im menschlichen Wirken bewusst: Gegründet als Kongregation von benediktinischen Anbetungsschwestern Ende des 19. Jahrhunderts von Marie Adèle Garnier, deren Seligsprechungsverfahren mittlerweile läuft, flohen die Schwestern 1902 wegen antikatholischer laizistischer Gesetze der französischen Republik ausgerechnet nach England. Ursprünglich beheimatet am Mont-Martre, dem "Berg der Marter", ließen sie sich nun wiederum an einem Ort des Martyriums nieder und führen seitdem auf ihre Weise das wirkmächtige Bekenntnis der englischen Märtyrer weiter. Durch sie werden auch die Besucher des Konvents eingeladen, sich durch das eigene Leben, und sei es auch im Kleinen und Verborgenen, den Tyburn Tree Martyrs anzuschließen – ein ergreifendes und starkes Zeugnis.

Homepage des Konvents:

Große kath.net-Leserreise nach England


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Großbritannien

  1. Akademie Johannes Paul II. begrüßt Ablehnung des britischen Euthanasiegesetzes
  2. Wollte gestohlenes Bild von Jesus zurückholen: Lebensschützer bei Marsch für das Leben verhaftet
  3. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  4. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  5. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  6. Pastor in London wegen Straßenpredigt verhaftet: Vorwurf der „Hassrede“ nach Kritik am Islam
  7. Reform UK will Umwandlung von Kirchen in Moscheen verbieten
  8. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt
  9. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet
  10. England und Wales: Katholische Erwachsenen- und Jugendtaufen steigen deutlich, Messbesuch leicht







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  3. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  4. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  5. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  6. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  7. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  8. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  9. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  10. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  11. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  12. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  13. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  14. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  15. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz