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Übersetzungsregeln für Liturgie können ‚großen Schaden’ anrichten

9. November 2017 in Weltkirche, 34 Lesermeinungen
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Derzeit sehe es so aus, dass die Bischofskonferenzen der einzelnen Länder ganz unterschiedliche Versionen der Liturgie beschließen könnten.


Birminghamn (kath.net/LSN/jg)
Die neuen Richtlinien zur Übersetzung der liturgischen Texte der katholischen Kirche in die jeweilige Landessprache könnten „großen Schaden“ anrichten. Das sagten Robert Royal, Herausgeber des katholischen Onlinemagazins The Catholic Thing und der Kirchenrechtler Gerald Murray in einer Analyse für den katholischen Fernsehsender EWTN.

Die öffentliche Korrektur von Robert Kardinal Sarah, dem Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, habe längst nicht alle Fragen geklärt, wer für die Übersetzung der liturgischen Texte die Letztverantwortung trage, sagte Royal. Nach seiner Ansicht müsste der Vatikan das letzte Wort haben, fügte er hinzu.


Derzeit sehe es so aus, dass die Bischofskonferenzen der einzelnen Länder ganz unterschiedliche Versionen der Liturgie beschließen könnten. Dies könne zu großem Schaden führen, insbesondere sobald ideologische Vorgaben in die Übersetzungen einfließen würden. Die Verwendung einer „inklusiven“ und „nicht sexistischen“ Sprache sei vielen einflussreichen Männern in der Kirche ein großes Anliegen. Beispielsweise gebe es derzeit einen starken ideologischen Druck, das Wort „man“ (dt. Mensch/Mann) aus der englischen Sprache zu entfernen. „Man kann die Sprache nicht aus ideologischen Gründen manipulieren, ohne dem Inhalt zu schaden“, betonte Murray.

Papst Franziskus sei gegenüber den Aussagen von Kardinal Sarah offenbar sehr sensibel. In diesem Licht sei die Zurechtweisung des Präfekten durch den Papst bemerkenswert, stellte Royal fest. kath.net hat hier berichtet: Papst Franziskus, Kardinal Sarah und Magnum principium

Royal erinnerte in diesem Zusammenhang an Kardinal Sarahs Vorschlag, Priester sollten auch in der ordentlichen Form des römischen Messritus in Richtung des Altars zelebrieren. Dies sei vom Vatikan sehr schnell zurückgewiesen worden.

Murray warf der römischen Kurie vor, den Brief von Papst Franziskus an Kardinal Sarah über das Motu proprio „Magnum principium“ den Medien zugespielt zu haben, bevor der Kardinal selbst darauf reagieren konnte. Christen sollten so nicht miteinander umgehen. Papst Franziskus sei gewählt worden, um diese Art interner Machtkämpfe innerhalb der römischen Kurie abzustellen, sagte der Kirchenrechtler. Er bedaure es, dass Kardinal Sarah an den Rand gedrängt werde.

Royal und Murray kritisierten, dass Papst Franziskus Kardinal Sarah vor der Veröffentlichung von „Magnum principium“ nicht in die Beratungen über das Motu proprio einbezogen habe. Dieses Vorgehen sei merkwürdig, insbesondere deshalb, weil Franziskus selbst Kardinal Sarah zum Präfekten der Gottesdienstkongregation ernannt habe.


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