01 Dezember 2017, 23:00
Sinai-Terror: Weitere Anschläge, auch auf Kirchen, befürchtet
 
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Sorge um das Katharinenkloster, das eine Topdestination des weltweiten Pilgertourismus ist

Wien-Kairo (kath.net/KAP) Große Sorge über die möglichen Konsequenzen des mörderischen islamistischen Attentats auf eine Sufi-Moschee im nördlichen Sinai hat der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II., geäußert. In einem Interview im ägyptischen Fernsehen über den Anschlag, der mehr als 300 Todesopfer gefordert hat, sagte Theodoros II.: "Ich bin sehr beunruhigt. Vor einem Monat hatte ich die Ehre, den ägyptischen Präsidenten zu treffen. Wir haben über die Notwendigkeit der christlich-islamischen Brüderlichkeit gesprochen, und stehen jetzt vor dem Problem, dass der Sinai von Terroristen bedroht ist. Unsere Mönche im Katharinenkloster und die Verantwortlichen der Kirchen stehen vor der Frage: Was wird morgen geschehen?", so Theodoros.

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Das frühchristliche Katharinenkloster am Fuß des Berges Sinais ist eine der Topdestinationen des internationalen Pilgertourismus. Obwohl es auf ägyptischem Territorium liegt, gehört es jurisdiktionell zum griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem.

Er sei zutiefst betrübt über das Attentat auf die Al-Rawdah-Moschee, sagte Theodoros: "Wir nähern uns schwierigen Zeiten. Ein Ereignis wird dem anderen folgen. Der ganze Nahen Osten ist bedroht."

Mit dem Attentat sei eine "subkutane Krise" zwischen den Sufis und den radikalen Salafisten an die Oberfläche gekommen. Die Moschee Al-Rawdah gilt als Geburtsort des Sufi-Predigers Scheich Eid al-Jariri, der den Sufismus auf der Sinai-Halbinsel ausgebreitet hat. Der Anschlag hatte weltweit Bestürzung und Verurteilung ausgelöst.

Auch der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. brachte den Schmerz über das Leid der Betroffenen und die Verurteilung des blutrünstigen Attentats. "Wir übermitteln den Familien der Getöteten unsere innige Anteilnahme und beten, dass Gott die Verletzten heilen möge", schrieb er. Die Anrufung des Barmherzigen Gottes gelte aber auch der Befreiung Ägyptens von der Gewalt und vom brutalen Terrorismus. "Wir sind mit der Gesamtheit des ägyptischen Volkes und den staatlichen Institutionen in ihrem gerechten Krieg gegen den Terrorismus und die Gewalt im Namen der Religion solidarisch." Eine ähnliche Kondolenzbotschaft formulierte auch der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak.

KAICIID: Terror kennt keine Religion

In Wien verurteilte das König-Abdullah-Dialogzentrum KAICIID den Terroranschlag. "Wir sind traurig und entsetzt über diesen schrecklichen Angriff auf Gläubige in Ägypten. Unsere Gebete sind bei jenen Familien, die Angehörige durch diese sinnlose, brutale Gewalt verloren haben. Mögen sie Trost und Heilung finden", so das mulitreligiöse Direktorium des Zentrums.

Gebetsstätten seien heilige Orte des Friedens und der Hingabe - egal ob Kirchen, Moscheen oder Tempel. Angriffe gegen sie seien Angriffe gegen jegliche religiösen Werte und den Glauben, "sie sind ungeheuerliche Verletzungen grundlegender Menschenrechte", heißt es in der KAICIID-Erklärung. Ihr Ziel sei, das soziale Gefüge zu schwächen, den sozialen Zusammenhalt zu zerstören sowie Misstrauen und Hass entlang religiöser und ethnischer Linien zu schaffen. "Tatsächlich können sie jedoch den gegenteiligen Effekt bewirken, da sie zweifelsfrei beweisen, dass Terror keine Religion kennt. Wenn wir nicht zusammenkommen, um diejenigen zu besiegen, welche die Religion für ihre eigenen gewalttätigen Zwecke manipulieren, sind wir alle gleichermaßen anfällig für ihre Gewalt und ihr Böses. Wir stehen hinter allen Bürgern von Ägypten, die nach diesem Angriff in Trauer zusammenkommen", so das KAICIID.

Unterdessen wurden die Mittwochaudienzen des koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Tawadros II. in der Markuskathedrale in Kairo auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Offizielle Grund dafür sind "gesundheitliche Probleme" des Patriarchen. Der Patriarch soll demnach Untersuchungen für eine mögliche Operation an der Wirbelsäule unterzogen worden sein. Die Mittwochaudienzen in der Kathedrale - mit der Beantwortung von Fragen der Gläubigen - gehören fest zum Stil der Amtsausübung von Tawadros II. Er hat diese Tradition von seinem Amtsvorgänger Schenuda III. übernommen.

Katharinenkloster und Zionsberg (Ägypten), ein kurzer Rundgang (engl.)




Das Katharinenkloster am Berg Zion (Ägypten)





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