04 Dezember 2017, 12:00
Die Kirche in der Fremde
 
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Prosit Neujahr! Wir haben ein neues Kirchenjahr - Ab sofort jeden Montag der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net/pw)
Prosit Neujahr! Wir haben ein neues Kirchenjahr. Mit dem ersten Advent, genau genommen mit der ersten Vesper zum ersten Sonntag im Advent, hat es begonnen. Weil ein Kirchenjahr ein liturgisches Jahr ist, gibt es einen liturgischen Start. An den meisten Orten geht das geräuschlos vonstatten.

Bei kath.net gibt es im neuen Kirchenjahr etwas Neues: Einen Montagskick. Jeden Montag gibt es von mir einen kleinen Starter in die Arbeitswoche. Mal heiter, mal besinnlich, mal kritisch, durchaus mal etwas schärfer soll beleuchtet werden, was gerade in der Kirche aktuell ist. Es geht nicht nur um die Kirche. Es geht um die Welt und darum, wie die Kirche in der Welt wahrgenommen wird. Keine Frage, die Kirche dient dem Heil der Menschen. Von da aus entfaltet sie ihren Auftrag in der Welt, u.a. ihr caritatives Engagement. Das muss man erklären. Die Kirche ist nicht ein Sozialinstitut mit einem frommen Anhängsel für schlichte Gemüter. Es ist umgekehrt. Um des Reiches Gottes willen setzt sich die Kirche für die Menschen ein.

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Das muss man erklären, das wird nicht ad hoc gewusst. Dinge, die unsere Großmütter sogar ohne Studium wussten, muss man heute Akademikern mühsam erklären. Das ist Fakt. Die Entfremdung der Gesellschaft von der Kirche wird durchaus in jedermanns Alltag sichtbar. Wer sich zur Kirche bekennt, kann etwas erleben. Diese Fremdheit schlägt sich aber besonders in den Medien nieder.

Da wird beispielsweise der Erzbischof von München und Freiburg interviewt. Das wird zur Nachricht. Doch nicht nur das! Der Kardinal der römischen Kirche und Erzbischof von München und Freising will nicht in seiner westfälischen Heimat beerdigt werden. Es ist schon seltsam, so etwas zu fragen. Noch seltsamer ist es – für den Katholiken! – wenn jemand nicht weiß, dass Bischöfe in den Kathedralen beigesetzt werden, in denen sie gewirkt haben.

Das ist ein banales Beispiel. Es zeigt sehr sehr deutlich, wie fremd die Gesellschaft und die Medien als Spiegel der Gesellschaft der Kirche geworden sind. Manchmal, wie im oben gezeigten Beispiel, ist das harmlos. Man geht mit einem Lächeln darüber hinweg. Doch in anderen Fällen ist es gerade nicht harmlos. Die Fremdheit der Kirche schließt das Wesen der Kirche ein. Das ist nicht ungefährlich. Wenn das fromme Sozialinstitut, für welches man die Kirche gerne halten möchte, klare Ansagen machen muss, wird es haarig.

Wenn die Kirche z.B. für das Leben spricht, ohne Wenn und Aber, dann ist sie Stachel im Fleisch und muss das sein. Eine der Kirche entfremdete Gesellschaft reagiert mit Unverständnis, Wut und Ablehnung. Doch die Pflicht zur Wahrheit bleibt. Und da findet sich der innerste Kern dieser kleinen Kolumne. An jedem Montag geht es darum, in der einen oder anderen Weise von der Wahrheit Zeugnis abzulegen. Man hat sie nicht gepachtet und man mag widersprechen, wenn es angezeigt ist.

Die Wahrheit ist in die Welt gekommen, hat Fleisch angenommen und sich uns offenbart. Darauf übrigens gehen wir im Advent gerade zu. Für diese Wahrheit im Kleinen und im Großen Zeugnis abzulegen, ist unsere Aufgabe in der Welt von heute.

Das kann manchmal bedeuten, einfach zu erklären, warum ein Bischof nach seinem Tod nicht in heimischer Erde liegen wird. „mementote praepositorum vestrorum“ (Gedenket Eurer Vorsteher, Hebr 13,7) so steht es auf der Grabplatte der Ruhestätte der Bischöfe von Osnabrück. Kein Besuch in der Heimat, ohne kurz in den Dom zu gehen. Kein Besuch im Dom ohne der verstorbenen Vorsteher zu gedenken, deren sterbliche Hülle im Fundament der Kathedrale auf die Auferstehung wartet. Mit Euch bin ich Christ und für Euch bin ist Bischof. Der Hl. Augustinus brachte es in diese schönen Worte. Dieses Band eines Bischofs zu seinen Gläubigen überwindet den Tod, so wie unser Glaube den Tod überwindet.

Zeugnis geben, Dinge erklären, Strukturen analysieren, den Zeitgeist das Fürchten lehren, Opportunisten an die Wahrheit erinnern. Das und vieles mehr soll der innere Kern des Montagskicks sein.

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Foto: (c) Kirche in Not

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