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Amen - Und Hilfe kam!

6. Jänner 2018 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Heute ist Gedenktag des seligen Erminold (1035-1121) - Monatskolumne von Claudia Sperlich


Berlin (kath.net)
Das Hochfest Erscheinung des Herrn verdrängt liturgisch die auf den 6. Januar fallenden Gedenktage. Dennoch ist das Gedenken an Heilige und Selige, auch wenn sie nicht in der Messe gefeiert werden, sinnvoll.

Um 1035 in einer hochadligen schwäbischen Familie geboren, wurde Erminold als Knabe im Aureliuskloster in Hirsau erzogen, wo er bald durch große Frömmigkeit und Klugheit auffiel.

Ungefähr von 830 bis 1000 hatte es hier bereits das erste Aureliuskloster (möglicherweise bereits ein Benediktinerkloster) gegeben, das aus unbekannten Gründen aufgegeben wurde und verfiel. Das Ende des Karolingerreiches hatte ein „dunkles Jahrhundert“ der Kirchengeschichte eingeläutet, in dem die Moral der Kirche und auch der Ordensgemeinschaften auf einem Tiefpunkt angelangt war. Im 10. und 11. Jh. begann mit den Reformen des Benediktinerklosters Cluny in der Franche-Comté eine Neuorientierung an den mönchischen Idealen, die bald Gorze in Lothringen erreichte, in Deutschland aber zunächst auf Widerstand stieß.

Zehn Jahre später wurde Wilhelm, ein in der Astronomie bewanderter Benediktiner, zum Abt von Hirsau gewählt. Wilhelm war von der Cluniazensischen Reform begeistert und begann die Hirsauer Reform; er wirkte zunächst dahin, dass das Kloster in Hirsau von weltlicher Macht weitgehend unabhängig wurde. Zugleich sorgte er dafür, dass die mönchische Disziplin wieder hochgehalten wurde. Durch diesen Neuaufbruch bekam das Kloster großen Zulauf; das kleine Aureliuskloster wurde ab 1083 durch eine neue Anlage in der Nähe ersetzt – das größte Kloster im damaligen Deutschland. Abt Wilhelm und die neue Blüte des Klosters begeisterten und prägten Erminold.


Prägend für seine Zeit war der Investiturstreit (1076-1122), jenes unwürdige Gerangel der weltlichen Macht um das Recht, geistliche Posten zu besetzen und damit zu instrumentalisieren. Heinrich IV wurde mehrmals exkommuniziert, 1102 wurde zum zweiten Mal der Kirchenbann über ihn ausgesprochen und mit ihm über seine Parteigänger, auch seinen Sohn Heinrich V.

1091 starb Wilhelm; Gebhard von Urach wurde sein Nachfolger. 1105 wurde er zusätzlich zum Bischof von Speyer und zum Abt von Lorsch berufen. Er bat den schon nicht mehr jungen Erminold um Hilfe, um das Kloster in Lorch zu reformieren, das auf de Höhepunkt seiner weltlichen Macht war, geistlich aber dringend der Erneuerung bedurfte. Gebhard starb 1107, und Erminold wurde sein Nachfolger. Die Reformversuche scheiterten hier jedoch endgültig, als Erminolds Bruder hinter dem Rücken des Abtes dem Kaiser aus dem Klosterschatz Geschenke machte. 1110 legte Erminold deshalb die Abtswürde nieder und ging mit vierzig Ordensbrüdern, die seinen Reformideen folgten, zurück nach Hirsau.

1114 ernannte Bischof Otto von Bamberg den sittenreinen und frommen Bruder Erminold zum ersten Abt des Klosters Prüfening in Regensburg, das Otto erst vor kurzem gegründet hatte. Hier war gleich mit den ersten Mönchen ein lässiger Ungeist eingezogen. Erminold orientierte sich an seinem Lehrmeister Wilhelm und führte die alten, strengen und verbindlichen Sitten des Ordens neu ein. Prüfening wurde zum Zentrum der Hirsauer Klosterreform – womit Erminold sich unter den Mönchen von Prüfening nicht nur Freunde machte. Er stand allerdings im Ruf, gegenüber sich selbst weit strenger zu sein als gegenüber seinen Gegnern.

Bei einer Hungersnot in Bayern unterstützte er die Armen aus dem Klosterschatz. Als die Mönche ihm sagten, sie haben nun selbst nichts mehr zu essen, betete Erminold um Hilfe – und Hilfe kam, kaum dass er „Amen“ gesagt hatte, in Gestalt eines reichen Edelmannes, der den Mönchen aus ihrer Not half.

Einmal wollte er in der Klosterkirche beten und fand sie verschlossen vor. Er bat den Küster, den Schlüssel zu holen. Als der Küster wiederkam, sah er Erminold nicht, schloss dennoch die Tür auf und fand seinen Abt im Gebet vor dem Altar kniend.

Als der gebannte Kaiser Heinrich V. das Kloster Prüfening besuchen wollte, verwehrte Abt Erminold ihm den Zutritt. Das trug nicht zu seiner Beliebtheit bei den Brüdern bei. Vermutlich verübelte man ihm, einen Promi mit viel Geld abgewiesen zu haben – dagegen wog der Einwand, das Kirchenrecht verbiete den Zutritt eines Gebannten, zu leicht. Einige planten ein Attentat gegen ihn, dem er aber entging. Angeblich trat er gegenüber den bewaffneten Brüdern so gelassen und furchtlos auf, dass sie es mit der Angst zu tun bekamen und deshalb von ihm abließen.

Bruder Aaron, einer jener feindseligen Clique, ermordete den Abt kurz darauf im Alleingang. Er schlug ihn am 5. Januar 1121 mit einem Holzknüppel nieder; Erminold erlag seiner Verletzung am folgenden Tag.

Der reformerische Geist setzte sich durch. 1281 veranlasste Abt Ulrich von Prüfening die Aufzeichnung der Vita des Erminold und 1283 seine Seligsprechung. Das im 13. Jh. entstandene Hochgrab zeigt den liegenden Erminold im Priesterornat, der mit beiden Händen den Hirtenstab hält. Der Kopf scheint auf einem Kissen zu ruhen; bei genauem Betrachten sieht man aber, dass nur noch die Locken der Tonsur das Kissen berühren. Erminold hebt den Kopf, die Augen sind weit geöffnet, er lächelt. Die Füße sind nicht wie bei einem Liegenden leicht gestreckt, sondern in „stehender“ Position gegen das Fußteil des Lagers gestützt. Er ist „mit Christus auferstanden“.

Foto: (c) Wikipedia; Sebastian Fischer - Eigenes Werk. CC BY-SA


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