Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. „Das Ende von Maria 2.0“
  12. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  13. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  14. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

Amen - Und Hilfe kam!

6. Jänner 2018 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Heute ist Gedenktag des seligen Erminold (1035-1121) - Monatskolumne von Claudia Sperlich


Berlin (kath.net)
Das Hochfest Erscheinung des Herrn verdrängt liturgisch die auf den 6. Januar fallenden Gedenktage. Dennoch ist das Gedenken an Heilige und Selige, auch wenn sie nicht in der Messe gefeiert werden, sinnvoll.

Um 1035 in einer hochadligen schwäbischen Familie geboren, wurde Erminold als Knabe im Aureliuskloster in Hirsau erzogen, wo er bald durch große Frömmigkeit und Klugheit auffiel.

Ungefähr von 830 bis 1000 hatte es hier bereits das erste Aureliuskloster (möglicherweise bereits ein Benediktinerkloster) gegeben, das aus unbekannten Gründen aufgegeben wurde und verfiel. Das Ende des Karolingerreiches hatte ein „dunkles Jahrhundert“ der Kirchengeschichte eingeläutet, in dem die Moral der Kirche und auch der Ordensgemeinschaften auf einem Tiefpunkt angelangt war. Im 10. und 11. Jh. begann mit den Reformen des Benediktinerklosters Cluny in der Franche-Comté eine Neuorientierung an den mönchischen Idealen, die bald Gorze in Lothringen erreichte, in Deutschland aber zunächst auf Widerstand stieß.

Zehn Jahre später wurde Wilhelm, ein in der Astronomie bewanderter Benediktiner, zum Abt von Hirsau gewählt. Wilhelm war von der Cluniazensischen Reform begeistert und begann die Hirsauer Reform; er wirkte zunächst dahin, dass das Kloster in Hirsau von weltlicher Macht weitgehend unabhängig wurde. Zugleich sorgte er dafür, dass die mönchische Disziplin wieder hochgehalten wurde. Durch diesen Neuaufbruch bekam das Kloster großen Zulauf; das kleine Aureliuskloster wurde ab 1083 durch eine neue Anlage in der Nähe ersetzt – das größte Kloster im damaligen Deutschland. Abt Wilhelm und die neue Blüte des Klosters begeisterten und prägten Erminold.


Prägend für seine Zeit war der Investiturstreit (1076-1122), jenes unwürdige Gerangel der weltlichen Macht um das Recht, geistliche Posten zu besetzen und damit zu instrumentalisieren. Heinrich IV wurde mehrmals exkommuniziert, 1102 wurde zum zweiten Mal der Kirchenbann über ihn ausgesprochen und mit ihm über seine Parteigänger, auch seinen Sohn Heinrich V.

1091 starb Wilhelm; Gebhard von Urach wurde sein Nachfolger. 1105 wurde er zusätzlich zum Bischof von Speyer und zum Abt von Lorsch berufen. Er bat den schon nicht mehr jungen Erminold um Hilfe, um das Kloster in Lorch zu reformieren, das auf de Höhepunkt seiner weltlichen Macht war, geistlich aber dringend der Erneuerung bedurfte. Gebhard starb 1107, und Erminold wurde sein Nachfolger. Die Reformversuche scheiterten hier jedoch endgültig, als Erminolds Bruder hinter dem Rücken des Abtes dem Kaiser aus dem Klosterschatz Geschenke machte. 1110 legte Erminold deshalb die Abtswürde nieder und ging mit vierzig Ordensbrüdern, die seinen Reformideen folgten, zurück nach Hirsau.

1114 ernannte Bischof Otto von Bamberg den sittenreinen und frommen Bruder Erminold zum ersten Abt des Klosters Prüfening in Regensburg, das Otto erst vor kurzem gegründet hatte. Hier war gleich mit den ersten Mönchen ein lässiger Ungeist eingezogen. Erminold orientierte sich an seinem Lehrmeister Wilhelm und führte die alten, strengen und verbindlichen Sitten des Ordens neu ein. Prüfening wurde zum Zentrum der Hirsauer Klosterreform – womit Erminold sich unter den Mönchen von Prüfening nicht nur Freunde machte. Er stand allerdings im Ruf, gegenüber sich selbst weit strenger zu sein als gegenüber seinen Gegnern.

Bei einer Hungersnot in Bayern unterstützte er die Armen aus dem Klosterschatz. Als die Mönche ihm sagten, sie haben nun selbst nichts mehr zu essen, betete Erminold um Hilfe – und Hilfe kam, kaum dass er „Amen“ gesagt hatte, in Gestalt eines reichen Edelmannes, der den Mönchen aus ihrer Not half.

Einmal wollte er in der Klosterkirche beten und fand sie verschlossen vor. Er bat den Küster, den Schlüssel zu holen. Als der Küster wiederkam, sah er Erminold nicht, schloss dennoch die Tür auf und fand seinen Abt im Gebet vor dem Altar kniend.

Als der gebannte Kaiser Heinrich V. das Kloster Prüfening besuchen wollte, verwehrte Abt Erminold ihm den Zutritt. Das trug nicht zu seiner Beliebtheit bei den Brüdern bei. Vermutlich verübelte man ihm, einen Promi mit viel Geld abgewiesen zu haben – dagegen wog der Einwand, das Kirchenrecht verbiete den Zutritt eines Gebannten, zu leicht. Einige planten ein Attentat gegen ihn, dem er aber entging. Angeblich trat er gegenüber den bewaffneten Brüdern so gelassen und furchtlos auf, dass sie es mit der Angst zu tun bekamen und deshalb von ihm abließen.

Bruder Aaron, einer jener feindseligen Clique, ermordete den Abt kurz darauf im Alleingang. Er schlug ihn am 5. Januar 1121 mit einem Holzknüppel nieder; Erminold erlag seiner Verletzung am folgenden Tag.

Der reformerische Geist setzte sich durch. 1281 veranlasste Abt Ulrich von Prüfening die Aufzeichnung der Vita des Erminold und 1283 seine Seligsprechung. Das im 13. Jh. entstandene Hochgrab zeigt den liegenden Erminold im Priesterornat, der mit beiden Händen den Hirtenstab hält. Der Kopf scheint auf einem Kissen zu ruhen; bei genauem Betrachten sieht man aber, dass nur noch die Locken der Tonsur das Kissen berühren. Erminold hebt den Kopf, die Augen sind weit geöffnet, er lächelt. Die Füße sind nicht wie bei einem Liegenden leicht gestreckt, sondern in „stehender“ Position gegen das Fußteil des Lagers gestützt. Er ist „mit Christus auferstanden“.

Foto: (c) Wikipedia; Sebastian Fischer - Eigenes Werk. CC BY-SA


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Ebuber 10. Jänner 2018 
 

Danke

für die Geschichte über einen Seligen, den ich noch nicht kannte. Es ist interessant, etwas über die geschichtlichen Hintergründe der Zeit und des Umfeldes dieser Person zu erfahren und wie Menschen wirkten.


2
 
 Der Gärtner 6. Jänner 2018 

Unsere Aufgabe

Vielen lieben Dank für diese Geschichte des Erminold. Ich liebe es. Kaum das ich vor 50 Jahren einigermaßen flüssig lesen konnte, waren diese Geschichten Alltag für mich. Hatte gerade so einen kleinen Flash.
Da fiel mir spontan ein: Früher war alles besser.
Was?
Mord und Totschlag?
Immer alles gleich!
Früher gab es Probleme und irgend einer hat diese dann gelöst.
Heute gibt es Probleme, die warten auf ihre Lösung.
Warten auf... wen?

War Erminold der vorbestimmte Held?

Vermutlich war er zunächst ein kleiner Junge, der den Mönchen ans Altartuch gebunden wurde. Was kann der tun?
Was müssen wir aufgeben, um etwas zu tun?


3
 
 Stefan Fleischer 6. Jänner 2018 

Dusziplin und das Hochalten der mönchischen Ideal

waren damals die Erfolgsfaktoren für gegen den Niedergang der Klöster und der Kirche. Wann werden wir heutige Menschen begreifen, dass dieser Weg auch für unsere Zeit der einzig Erfolg versprechende wäre?


7
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Heilige

  1. Der letzte Sommer des heiligen Thomas Morus
  2. Drei Heilige, die den Kampf gegen die Sucht verstehen
  3. Schutzpatron der Schwimmer – die erstaunliche Geschichte des heiligen Adjutor von Vernon
  4. Die Bekehrung der beiden Gefängniswärter des Apostels Petrus in Rom
  5. Spaniens Mikel Merino feiert WM-Siegestreffer mit Gruß an den hl. Fermín
  6. USA: Schülerin bemalt in Großprojekt ihre katholische Schule mit lebensgroßen Heiligenfiguren
  7. „Von den Möglichkeiten, die wir heute haben, konnten Ansgar und Bonifatius nur träumen“
  8. Episode über Carlo Acutis als TV-Debüt von Scorseses Tochter
  9. Papst Leo XIV.: „Von den Berufungen ist die Ehe eine der edelsten und höchsten“
  10. Wird die PlayStation von Carlo Acutis die erste Gaming-Reliquie in der Kirchengeschichte?







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  3. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  4. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  5. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  6. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  7. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  8. Initiative Pro Fide Ecclesiae richtet dringenden Appell an deutsche Bischöfe
  9. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  12. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“
  13. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  14. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  15. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz