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Rom: Blutrotes Kolosseum erinnerte an verfolgte Christen

25. Februar 2018 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Gedenkveranstaltung mit Italiens Bischöfen, Kardinalstaatssekretär Parolin und EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani - Gleichzeitig wurden auch in Aleppo und Mossul christliche Gotteshäuser in rotem Licht ausgeleuchtet - VIDEO der Beleuchtung


Rom (kath.net/KAP) Leuchtendes Mahnmal gegen Christenverfolgung: Um auf verfolgte Christen in aller Welt aufmerksam zu machen, ist das Kolosseum in Rom am Samstagabend für etwa fünf Stunden in blutrotes Licht getaucht worden. Bei einer Kundgebung erinnerten Vertreter aus Kirche und Politik, aber auch Opfer von Christenverfolgung an das Schicksal der geschätzt rund 200 Millionen verfolgten Christen weltweit.

Das blutrote Kolosseum erinnere an das Blut christlicher Märtyrer, betonte der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Bischof Nunzio Galantino. Diese seien nicht nur Opfer von Fanatismus und Ideologien, sondern auch "Opfer unserer Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit". EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani forderte daher, Europa müsse "die Botschaft der Freiheit für jeden, der seinen Glauben öffentlich leben will, verteidigen".


Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin kritisierte, dass Christen nicht nur Opfer religiösen Hasses, sondern auch geostrategischer Interessen würden. Dagegen müssten Christen gemeinsam für die Religionsfreiheit aller Gläubigen eintreten und so die Liebe und Vergebung bezeugen, die Christus vorgelebt habe. Die Aktion am Kolosseum war von der italienischen Sektion des Päpstlichen Hilfswerks "Kirche in Not" organisiert worden.

Der Mann und die Tochter der in Pakistan wegen Blasphemie zum Tod verurteilten Katholikin Asia Bibi sowie die von islamistischen Terroristen entführte und misshandelte Nigerianerin Rebecca Bitrus berichteten dabei von der Gewalt, die sie als Christen erleben mussten. Die drei waren am Vormittag von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen worden.

Gleichzeitig wurden am Samstagabend zwei weitere christliche Gotteshäuser an Symbolorten der Christenverfolgung rot angeleuchtet: die Paulus-Kathedrale in Mossul und die maronitische Elias-Kirche in Aleppo. Zu beiden Orten gab es kurze Live-Schaltungen, in denen die dort anwesenden Christen von ihren Erfahrungen berichteten.

Das Kolosseum ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt Rom, sondern seit langem auch ein Gedenkort für die christlichen Blutzeugen, die dort für ihren Glauben eintraten. Das ab dem Jahr 72 n. Chr. unter den römischen Kaisern Vespasian, Titus und Domitian errichtete Amphitheater, das bis zu 70.000 Menschen bei freiem Eintritt Platz bot, war Schauplatz von Gladiatorenkämpfen, Seeschlachten und Tierhatzen.

Etliche Historiker gehen davon aus, dass in den Schaukämpfen im Kolosseum mehrere Hunderttausend Menschen umkamen. Die Annahme, dass an diesem Ort auch die Exekution von Verurteilten - durch wilde Tiere - durchgeführt wurde, ist dennoch nicht eindeutig geklärt. Seit 1750 wird an den Karfreitagen der römische "Via Crucis" am Kolosseum veranstaltet, zudem dient das antike Gebäude seit 1999 auch als Monument gegen die Todesstrafe: Immer wenn ein Todesurteil ausgesetzt wird oder ein Staat dieser Welt die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang in bunten Farben angestrahlt.

´Kirche in Not´ beleuchtete am 24.2.2018 das Kolosseum in blutrot - Gegen weltweite Christenverfolgung


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