04 März 2018, 12:09
Nicht für den eigenen Vorteil, sondern für die Herrlichkeit Gottes
 
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Franziskus: der Eifer für den Vater und sein Haus bringt Jesus ans Kreuz. Die Gefahr, aus seiner Seele eine Markthalle zu machen und auf der ständigen Suche nach seinem Vorteil zu leben

Rom (kath.net/as) Angelus am dritten Sonntag der Fastenzeit. In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Tagesevangelium von der Tempelreinigung (Joh 2,13-25): „Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern; das Geld der Wechsler schüttete er aus, ihre Tische stieß er um und zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!“.

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Das Handeln Jesu sei entschlossen und habe Aufsehen bei der Menge und Feindseligkeit bei den religiösen Autoritäten und bei denen erregt, die ihre wirtschaftlichen Interessen gefährdet gesehen hätten. „Wie aber muss das interpretiert werden?“, fragte sich der Papst.

Gewiss habe es sich um keine gewalttätige Aktion gehandelt, da die Polizei nicht eingegriffen hätte. Sie sei vielmehr als ein für einen Propheten typisches Verhalten gesehen worden. Es sei um die Frage der Vollmacht gegangen, ob Jesus wirklich im Namen Gottes handle.

Um die Geste Jesu zu interpretieren, hätten sich seine Jünger eines Textes aus der Bibel bedient: „Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren“ (V. 17). Dieser Psalm (69) sei ein Ruf um Hilfe in einer Situation der extremen Gefahr aufgrund des Hasses der Feinde: die Situation, die Jesus in seiner Passion erleben sollte. Der Eifer für den Vater und dessen Haus werde ihn bis zum Kreuz führen. Sein Eifer der Liebe „führt ihn zum Opfer seiner selbst, nicht jener falsche Eifer, der vorgibt, Gott durch die Gewalt zu dienen“.

Das „Zeichen“, das Jesus als Beweis seiner Vollmacht geben werde, werde gerade sein Tod und seine Auferstehung sein: „Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten Er aber meinte den Tempel seines Leibes“. Mit dem Pascha Jesu „beginnt der neue Kult, der Kult der Liebe, und ein neuer Tempel, der er selbst ist“.

Die Haltung Jesu mahne uns, unser Leben nicht auf der Suche nach unserem Vorteil zu leben, sondern für die Herrlichkeit Gottes, der die Liebe sei. Wir seien aufgerufen, uns immer der Worte Jesu zu entsinnen: „Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle“ (V. 16). Dies helfe uns, die Gefahr abzuweisen, aus unserer Seele, wo Gott wohne, eine Markthalle zu machen und auf der ständigen Suche nach unserem Vorteil zu leben statt in der großherzigen und solidarischen Liebe.

Diese Lehre Jesu „ist immer aktuell, nicht nur für die kirchlichen Gemeinschaften, sondern auch für die Einzelnen, für die zivilen Gemeinschaften und für die ganze Gesellschaft“. Allgemein gegeben sei die Versuchung, private und sogar unerlaubte Interessen zu pflegen und die guten Aktivitäten auszunutzen. Dies sei eine schwere Gefahr, besonders wenn Gott selbst und der ihm geschuldete Kult missbraucht werde, oder der Dienst am Menschen, seinem Ebenbild: „Deshalb hat Jesus jenes Mal ‚hart zugegriffen’, um uns aus dieser tödlichen Gefahr aufzurütteln“.



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