07 April 2018, 18:30
Vatikan nimmt eigenen Diplomaten wegen Kinderpornografie fest
 
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Im Vorjahr aus der Vatikanbotschaft in Washington abberufener Priester nun in Untersuchungshaft

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan hat am Samstag einen früheren Kirchendiplomaten unter Kinderpornografie-Vorwürfen in Untersuchungshaft genommen. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, stellte ein Ermittlungsrichter im Vatikan in der Früh einen entsprechenden Haftbefehl aus. Die Gendarmerie setzte den betreffenden Priester daraufhin fest. Zum Hintergrund verwies der Vatikan auf einen Gesetzesartikel, in dem es um den Besitz und die Verbreitung kinderpornografischen Materials geht.

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Das vatikanische Strafrecht sieht dafür ein bis fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor. Die Mitteilung nannte ausdrücklich auch Artikel 10, Satz 5 des betreffenden Gesetzes von 2013. Demnach erhöht sich das Strafmaß, wenn es sich um eine "sehr große Menge" einschlägigen Materials handelt.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Vatikanangaben um den Priester Carlo Alberto Capella, einen Geistlichen der Erzdiözese Mailand, der in der Botschaft des Heiligen Stuhls in den USA tätig war. Nach Hinweisen aus dem US-Außenministerium Ende August 2017 hatte der Vatikan den Mitarbeiter abberufen; seitdem hielt er sich im Vatikan auf, war aber nicht inhaftiert. Im September teilte der Vatikan mit, es liefen strafrechtliche Untersuchungen.

Die kanadische Justiz erließ Ende September 2017 einen landesweiten Haftbefehl gegen den Mann. Ermittler im Bundesstaat Ontario warfen ihm vor, während eines Aufenthalts im kanadischen Windsor an Weihnachten 2016 kinderpornografisches Material über einen kirchlichen Rechner heruntergeladen und weiterverbreitet zu haben. Die kanadische Diözese London bestätigte, es gebe einen entsprechenden Verdacht.

Die italienische Internetseite "Vatican Insider" berichtete kurz darauf unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen, der Haftbefehl für Kanada sei beim Heiligen Stuhl bekannt, allerdings habe die dortige Justiz kein Festnahmeersuchen an die Vatikanbehörden gestellt.

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