Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  3. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

Hinter dem Horizont ist noch mehr

23. April 2018 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Problem der Theologen – „Wie sollte jemand, der vom Staat besoldet wird, nicht das Lied des Staates singen?“ - Der Montagskick von Peter Winnemöller


München-Linz (kath.net/pw)
Theologie ereignet sich immer in der Zeit, in der sie betrieben wird. Umso mehr verwundert es, dass ein Bischof dies einfordern muss, wie jüngst Reinhard Kardinal Marx in München (kath.net hat berichtet). Schon lange ist die Theologie in Deutschland schwer leidend. In kaum einem Land wären die Bedingungen besser, da Theologen als Professoren in diesem Land vom Staat beamtet werden. Doch genau da liegt der Kern des Problems. Wie sollte jemand, der vom Staat besoldet wird, nicht das Lied des Staates singen.

Exakt diese dreifache Nahtstelle von staatlicher Besoldung, kirchlicher Beauftragung und vermeintlich freier Forschung macht Theologie in Deutschland so problematisch. Wenn sich deutsche Theologen hervortun, dann eher durch Memoranden, Erklärungen und Postulate. Diese sind dann eher gegen die Kirche, ihre Lehre und Tradition gerichtet, als sie aufzubauen. Dabei wird oft genug verkannt, wer das ordentliche Lehramt innehat. Das sind nicht die exzellent besoldeten und unkündbaren Staatsbeamten. Das ordentliche Lehramt in der Kirche nimmt immer noch er Episkopat wahr, der in Einheit mit dem Bischof von Rom steht.


So scheint Theologenschelte wahrlich nicht angebracht, denn diejenigen, die die Verantwortung für die Lehre tragen, tragen auch die Letztverantwortung für die in ihrem Auftrag lehrenden Professoren. Wer sich über sinnlose Professorenmemoranden ärgert, sollte diesen Ärger auch seinem Bischof vortragen.

Kardinal Marx ist zuzustimmen, wenn er eine neue Epoche der Theologie fordert. Versetzen wir uns gedanklich einmal 850 Jahre zurück. Thomas von Aquin lehrt unter anderem in Rom und Paris. Wer zu dieser Zeit Theologie trieb, setzte gedanklich auf Platon. Gerade in dieser Zeit wird Aristoteles wieder entdeckt. Der Heilige Thomas stellt sich dem und integriert diese „neue Mode“ in seine Theologie. Er muss sich dafür schelten lassen und intellektuell verteidigen. Es gelingt ihm und sein Denken wird für Jahrhunderte der Maßstab, an dem sich Theologen orientieren.

Wir leben heute in einer Zeit, in der dekonstruktivistische Gedankengebäude die Welt dominieren. Wo bitte sind die Theologen, die moderne philosophische Denkstrukturen von der Tradition her untersuchen und bewerten? Theologen, so könnte man denken, forschen nur für die eigenen Kollegen. Kaum mal ein Theologe, der über den Schatten seiner Fakultät hinaus kommt. Von einem gesellschaftlichen Einfluss der Theologie mag man nur noch träumen.

Man könnte ebenso fragen, wann hat zuletzt ein deutscher Theologe ein über die Fakultätsgrenzen hinweg beachtetes und diskutiertes Buch geschrieben? Lassen wir Papst Benedikt XVI. mit seiner Jesus-Trilogie mal außen vor, dann müssen wir lange suchen.

Wenn wir also in eine neue Epoche der Theologie eintreten wollen, dann brauchen wir Theologen, denen das Sentire cum ecclesia im Blut liegt. Wir brauchen Wissenschaftler, die die zu stellenden Fragen auf dieser Seite des Horizonts zu formulieren verstehen. Es braucht Forscher, die den Mut haben, die Antworten hinter dem Horizont suchen und finden. Mag der Zeitgeist die Fragen formulieren, das ist erlaubt und erwünscht, beantworten muss sie der Heilige Geist, sonst drehen wir uns weiterhin nur im Kreis.

Eine solch epochal neue Theologie muss missionarisch sein, denn nur so macht es Sinn, sich den Fragen der Zeit zu stellen. Aus dem Evangelium lassen sich Antworten geben. Das fleischgewordene Wort Gottes hat nicht in Mitte des vergangenen Jahrhunderts seine Gültigkeit verloren. Darum ist es so unverständlich, dass gerade die Theologie vor rund 50 Jahren stagniert hat.

Der nun die neue Epoche in der Theologie postuliert hat, gehört zum Kreis derer, die sie auslösen können. Wenn es kein populistisches Lippenbekenntnis war, was wir vernommen haben, könnte es sich an künftigen Professorenberufungen zeigen, wohin die neue Epoche strebt.

Bis dahin muss man allerdings leider bezüglich der Theologie in Deutschland im Großen und Ganzen weiter pessimistisch bleiben.

Archivfoto Peter Winnemöller



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  4. Geht zu denen, die Christus nicht kennen
  5. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  6. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  7. Panik in Magdeburg
  8. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  9. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  10. Der Tod der Theologie in Deutschland






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  3. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  6. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  7. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  8. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  9. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  10. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  11. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  12. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  13. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  14. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  15. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz