Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  2. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  3. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  7. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  8. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  9. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem
  10. R.I.P. Martin Lohmann
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  15. Polnische Bischofskonferenz: „Wir appellieren um Respekt vor dem hl. Johannes Paul II.“

„Sogar für den Bär ‚Bruno‘ wurde 2006 ein Kreuz aufgestellt“

8. Mai 2018 in Kommentar, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Offener Brief an Kardinal Marx: „In Bayern gab und gibt es seit jeher Kreuze in jedem Klassenzimmer und in jedem Gerichtssaal.“


München (kath.net) Einige Mitglieder von CSU-Organisationen schrieben einen offenen Brief an Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. kath.net dokumentiert diesen Brief in voller Länge:

Sehr geehrter Herr Kardinal Marx,

aus rein theologischer Sicht mag Ihre, im Interview mit der SZ vom 30. April getätige Aussage, "Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden", richtig sein. Aus gesellschaftlich-kultureller Sicht ist sie falsch!

In Bayern gab und gibt es seit jeher Kreuze in jedem Klassenzimmer und in jedem Gerichtssaal. Auch wenn diese Regelung durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts 1995 teilweise aufgehoben wurde; seither gibt es bekanntlich eine Widerspruchsregelung. Auch das Schulgebet wurde in Bayern nicht abgeschafft, wenngleich es in der Praxis nur wenig Beachtung findet. Aber auch an anderen säkularen Orten finden wir Kreuze in Bayern, als Gipfelkreuze, als Wegmarterl. Sogar für den Bär „Bruno“ wurde 2006 ein Kreuz aufgestellt. Das war zwar kurz vor Ihrer Ernennung als Erzbischof von München und Freising; dennoch kann ich mich nicht erinnern, dass irgendein kirchlicher Vertreter damals von der „Enteignung“ des Kreuzes gesprochen hätte. Diese, Ihre Wortwahl ist unangemessen und falsch, und dient dabei in keiner Weise unserer Kirche und der Verkündigung!


Wer unseren Ministerpräsidenten Söder etwas besser kennt, der weiß, dass er ein gläubiger Mensch und aktiver evangelischer Christ ist. Er selbst sieht im Kreuz sicher nicht nur ein „kulturelles Symbol“. Dieser Umstand scheint Sie offenbar nicht weiter zu interessieren.

Man müsste die Frage stellen, warum Sie beispielsweise als Erzbischof der Diözese München und Freising am 21.12.2017 die neue Zugspitzbahn eingeweiht haben. Haben Sie damals die Zugspitzbahn für die Kirche „enteignet? Was wäre denn der Sinn dieser Segnungen, eingeschlossen aller Segnungen von Fahrzeugen-, Straßen, Tunneln, Gebäuden und öffentlicher Plätze, zu denen sich Vertreter beider Kirchen gerne und regelmäßig einladen lassen. Sie selbst bilden da keine Ausnahme. Wenn Ihnen soviel an einem säkularen Verhältnis zwischen Kirche und Staat liegt, dann sollten Sie in Zukunft auch keine Einweihungen und Segnungen öffentlicher Gebäude, Anlagen und Fahrzeuge mehr durchführen.

Es drängt sich doch der Verdacht auf, dass die „Publicity“ in solchen Fällen Vorrang hat. Im Falle der nun aktuellen Debatte um den „Kreuzerlass“ scheint Ihnen aber der Mainstream, oder vielleicht doch die Einmischung in den Wahlkampf wichtiger zu sein. Konsequent verhalten Sie sich damit allemal nicht!

Zu anderen, wesentlich wichtigeren Themen schweigen Sie als Vertreter der deutschen Kirche. Wo bleibt denn Ihre mahnende Stimme in der aktuellen Diskussion um die Streichung des Paragrafen 219a? Schon zur Abtreibung selbst schweigen unsere Bischöfe; nun aber auch noch wenn es um die Werbung für die Tötung ungeborenen Lebens geht? Dass die Streichung des §219a widersinnig ist, lässt sich schon damit begründen, dass generell Werbung für Ärzte in Deutschland verboten ist. Warum sollte Werbung dann für Abtreibungen gestattet sein? In diese Debatte bringen Sie Ihre Stimme nicht ein. Ist diese Debatte vielleicht nicht populär genug?

An dieser Stelle richte ich meine Bitte an Sie, überdenken Sie derartige Äußerungen in Zukunft gründlicher. Zeigen Sie Mut in den wirklich brennenden Fragen unserer Zeit und in der Verkündigung, anstatt Gemeinplätze zu publizieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Klaus Debes
CSA Kreisverband Freising

Bernhard Plath
Gewerkschaft GÖD

Arno Reichert
CSA Kreisverband Freising

Frank Langwieser
CSU Neufahrn

Archivfoto: Kardinal Marx mit Brustkreuz im Jahr 2012


Foto oben (c) kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kreuz

  1. „Bekreuzigen Sie sich, wenn Sie an einer Kirche vorbeigehen?“
  2. Nicaragua: „Kirche in Not“ verurteilt Brandanschlag auf Kathedrale
  3. Erstmals live übertragenes Gebet vor Turiner Grabtuch
  4. Die Hand Jesu – Eine Betrachtung in einer außergewöhnlichen Fastenzeit
  5. „Ich war ein Baum. Ich wurde zum Kreuz“
  6. Kreuzweg-Meditationen
  7. Schweiz: Jägermeister-Logo darf das Kreuz behalten
  8. Wien: Erzdiözese bedauert Verzicht auf Kreuze in Spital
  9. ÖVP Wien will "Kreuze für jedes Klassenzimmer"
  10. Ministerin Raab: Das Kreuz gehört zu Österreichs Kulturgeschichte






Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  8. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"
  15. Papst ordnet Diözese Rom neu und hebt Reform des Vorgängers Papst Franziskus auf

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz