16 Mai 2018, 14:31
Das Kreuz kann gar nicht „nur benutzt“ werden
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Kreuz'
Passauer Bischof Oster äußert sich positiv zum Kreuzerlass in Bayern durch Markus Söder und stellt sich die Frage: "Welcher Politiker in einer Demokratie ist in seinem Handeln je frei vom Blick auf den Effekt auf potentielle Wähler?"

Passau (kath.net)
Der Passauer Bischof Stefan Ostern hat einem aktuellen Beitrag auf seiner Homepage mit dem Titel "Sag, wie hältst Du es mit dem Kreuz? Und mit Markus Söder?" sich de facto positiv zum Kreuzerlass in Bayern geäußert. "Ich freue mich über jedes Kreuz, das ich in Bayerns Ämtern, Behörden, staatlichen Stellen sehe – und zukünftig noch mehr sehe. Freilich mag man über die Motive des Politikers streiten. Ist Ministerpräsident Söder einer, der aus christlicher Überzeugung handelt und tatsächlich auch den Glauben, die christliche Identität der Menschen stärken will? Möchte er wirklich zeigen, dass das Kreuz tief hinein verwoben ist in das, was unsere Kultur und Geschichte, das Werden und Wachsen unseres Volkes und Freistaates ausmacht?" Für Oster stelle sich natürlich die Frage, ob da auch Kalkül dabei ist. Für Söder selbst ist laut eigenen Aussagen das Kreuz in den staatlichen Einrichtungen ein "Zeichen der Erinnerung an Menschenwürde, Nächstenliebe und Toleranz. Auch Oster sehe das Kreuz ebenso, aber eben auch weiter und tiefer. "Es steht auch für die Gottesliebe, für die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, für den Sieg Jesu über Sünde und Tod, für den offenen Himmel, für die Gemeinschaft der Glaubenden, für das Zusammen von Himmel und Erde, von Menschheit und Gott, dem Vater aller Menschen.", schreibt er.

Werbung
messstipendien


Für Oster könne das Kreuz gar nicht "in einem letzten Sinn" nur benutzt werden, da selbst, wenn benutzt und verfügt wird, immer "ein Rest von Unverfügbarkeit" bleibe, weil eben "ein Gekreuzigter für den nur menschlichen Blick" noch kein Heilszeichen ist sondern gut biblisch "Ärgernis oder Torheit" sei. "Das Kreuz kommt bleibend „von außen“, es kommt von Gott in die menschliche Welt, in unsere Welt, in der wir so gerne über alles verfügen und nicht selten auch alles zu Geld oder zum Wahlerfolg, zum Ruhm oder äußerem Wohlbefinden machen wollen. Es durchkreuzt solche letzten Ambitionen und verweist immer neu auf das Wesentliche, das weder der einzelne Mensch noch ein Staat letztlich nicht selbst herstellen, sondern nur empfangen kann."

Zurückzukommend auf Markus Söder und die Anzweifelung an seinen Motiven stellte sich Oster die Frage, wer von uns schon immer eindeutig in den Motiven seines Handelns sei. "Oder anders: Welcher Politiker in einer Demokratie ist in seinem Handeln je frei vom Blick auf den Effekt auf potentielle Wähler?" Oster möchte Söder "unterstellen", dass er für das Land und seine Bewohner das Gute will. "Und ich will dafürhalten, dass er die Bayern auch stärken will im Bewusstsein, dass das Christentum und sein Gottesverständnis ein modernes Verständnis von Staat und Religion erst mit ermöglicht und begünstigt hat – auch wenn dieses Verständnis erst errungen worden ist in der Geschichte und nicht wie selbstverständlich immer schon da war. Vielmehr gehören auch die Zeit und Erfahrung der Aufklärung und die Selbsterfahrung des Christentums darin ebenso tief in die Geschichte mit hinein, zusammen mit anderen Erscheinungsformen, die unser Leben und Denken geprägt haben."

Archivfoto Bischof Oster




Archivfoto Bischof Oster (c) Bistum Passau

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

Eine Erotik-Primiz eines Neupriesters aus der Diözese Rottenburg (118)

"Erhebliche Bedenken" (65)

Deutschland: Zahl der Gottesdienstbesucher sinkt unter 10 Prozent! (50)

Kardinal Marx attackiert vermeintlichen Rechtskurs der CSU (46)

Fall Kardinal McCarrick: Missbrauch war lange bekannt (44)

Die ‚geheime Umfrage’ von Paul VI. zu ‚Humanae vitae’ (44)

Maltesischer Bischof meint: Eucharistie ohne Flüchtlingshilfe wertlos (37)

Das Dilemma des Glaubens in der Welt von heute (37)

USA: Geweihte Jungfrauen enttäuscht von neuer Instruktion (37)

Amnesty International für die Tötung ungeborener Kinder (26)

'Erschütternde Untreue der österreichischen Bischöfe' (22)

Die prophetische Botschaft von Papst Paul VI. (20)

Werke und Glaube (19)

FAZ: Im „Abendmahlsstreit ist Papst Franziskus konsequent Peronist“ (19)

„Mord“? – „Die ZEIT weigert sich, diese Täuschung richtigzustellen“ (16)