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Marx: „Jeder ist berufen“

21. Mai 2018 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Kardinal Marx betont zu Pfingsten den Sendungsauftrag aller Christen


München (kath.net/pem) Kardinal Reinhard Marx hat zu Pfingsten die Christen aufgerufen, den Geist Gottes in die Welt zu tragen. Gerade Christen, so Marx, sollten ein besonderes Gespür haben für den Umgang miteinander und den „Kriterien für den Geist Gottes“ folgen, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Pfingstpredigt im Münchner Liebfrauendom am Sonntag, 20. Mai. Falsche Werte wie Hass, Abgrenzung oder Urteile über andere sollten die Christen zurückweisen, so der Erzbischof. „Liebe, Langmut, Geduld und Verzeihung sind die Gaben des Heiligen Geistes.“

Kardinal Reinhard Marx betonte, nicht nur wenige seien berufen, den Auftrag Jesu anzunehmen und seinen Namen in der Welt zu verkünden, sondern jeder Getaufte. „Alle sind eingebunden, alle werden vom Geist erfüllt“, so Marx. „Unsere Sendung können wir nicht an andere delegieren.“ Eine Ausrichtung auf wenige sei „nicht die Konzeption des Volkes Gottes, wie sie angelegt ist“, sagte der Erzbischof. Priester, Bischöfe und die Amtskirche hätten die Aufgabe, den Menschen zu helfen, die eigene Berufung zu erkennen und die gemeinsame Sendung für die ganze Kirche anzunehmen. Niemand stehe über dem anderen, jeder sei berufen, „weil er Mensch ist, weil er getauft ist“.


Der Erzbischof verwies auf Papst Franziskus, dem es wichtig sei, dass die Christen ihre „geistliche Spürnase lebendig“ hielten. Dazu seien Gebet und Betrachtung nötig. „Nicht wer am lautesten schreit, hat den Geist Gottes“, sagte Marx. Entscheidend sei die „Unterscheidung der Geister“.

Bezug nehmend auf das sogenannte Sprachenwunder von Pfingsten sagte Kardinal Marx, der Geist Gottes trage den Gläubigen auf, offen zu sein für alle Völker, Sprachen und Kulturen. Die gemeinsame Sprache werde zu einem „Element des Verstehens“ und zu einem „Weg der Freundschaft“. Selbst wenn es dabei auch zu Versagen und Fehlern komme, mache doch der Grundimpuls von Pfingsten immer neuen Mut, das Evangelium zu bezeugen. Auch durch aktuelle Entwicklungen oder Zahlen sollten Christen sich von dieser Verkündigung nicht abbringen lassen. „Wir lassen uns nicht entmutigen“, sagte Kardinal Marx. Wer „in der Spur Jesu“ lebe, setze auf „Verstehen, Hören, Austausch“.

Dabei gelte es, so der Erzbischof, auch das Leid und die Not der Menschen in den Blick zu nehmen. Jesus Christus habe nach seiner Auferstehung den Jüngern seine Wunden gezeigt. „Die Kirche wird sich nicht zeigen, wenn sie nicht auf die Wunden schaut“, erklärte Kardinal Marx. Diese Wunden seien „die Wunden der Menschen, die Angst, der Krieg in Syrien, Auschwitz, die Flüchtlinge, die Armen.“

Archivfoto oben: Kardinal Marx (c) Erbistum München und Freising


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