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Maria - Mutter der Kirche

21. Mai 2018 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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Warum feiern wir am Pfingstmontag den Gedenktag „Maria, Mutter der Kirche“? Predigt von Josef Spindelböck


St. Pölten (kath.net/St. Josef)
Pfingstmontag - Lesejahr B (21.05.2018) Gen 3,9–15.20; oder Apg 1,12–14 Ev: Joh 19,25–34

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Am Pfingstmontag wird diesmal der Gedenktag „Maria – Mutter der Kirche“ begangen.

Die selige Jungfrau und Gottesmutter Maria ist der Inbegriff dessen, was Kirche bedeutet: Sie hört auf Gottes Wort und nimmt es im Glauben an. Das Wort Gottes wird Fleisch in ihrem Schoß; die Jungfrau wird zur fruchtbaren Mutter, die uns den Erlöser schenkt. So ist Maria auf vollkommene Weise mit ihrem Sohn Jesus Christus verbunden.

Ja, noch mehr: Wie sie die leibliche Mutter Jesu Christi ist – und sie wird sogar Gottesmutter oder Gottesgebärerin genannt –, so ist sie die geistliche Mutter aller, die zu Jesus gehören. Maria ist die Mutter des Hauptes der Kirche, also Jesu Christi, und der Glieder der Kirche, also von uns allen.


Warum feiern wir diesen Gedenktag am Pfingstmontag? Es handelt sich um ein pfingstliches Geheimnis: Maria war inmitten der Kirche zugegen, als die Apostel und Jünger den Heiligen Geist empfingen. Sie hat sozusagen als betendes und mütterliches Herz der Kirche den Heiligen Geist herabgerufen auf uns alle und tut dies auch weiterhin vom Himmel her.

Auf diese Weise versinnbildlicht Maria die Kirche, welche unsere Mutter und Lehrerin ist. Lieben wir die Kirche als unsere Mutter, lieben wir Maria als unsere geistliche Mutter! In ihr zeigt uns die Kirche ihr mütterliches Angesicht.

Während des 2. Vatikanischen Konzils wurde in besonderer Weise über die Kirche nachgedacht. Dabei haben die Konzilsväter auf die Gottesmutter Maria nicht vergessen. Im achten Kapitel der dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“ ging das Konzil ein auf: „Die selige jungfräuliche Gottesmutter Maria im Geheimnis Christi und der Kirche“ (Nr. 52–69). Dabei wurde die heilsgeschichtliche Aufgabe Marias hervorgehoben, und sie wurde auch als „Bild und Anfang der in der kommenden Weltzeit zu vollendenden Kirche“ bezeichnet. Maria ist ja „im Himmel schon mit Leib und Seele verherrlicht“ und leuchtet daher „hier auf Erden in der Zwischenzeit bis zur Ankunft des Tages des Herrn (vgl. 2 Petr 3,10) als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran.“ (Nr. 68).

Blicken wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes, wenn wir Maria als „Mutter der Kirche“ verehren! Dieser Titel wurde ihr in feierlicher Weise durch Papst Paul VI. zugesprochen, und zwar am Ende der dritten Sitzungsperiode des 2. Vatikanischen Konzils am 21. November 1964. Papst Franziskus hat nun angeordnet, dass künftig der Pfingstmontag diesem Gedenken gewidmet ist.

Die Kirche bedarf auch in unserer Zeit des mütterlichen Schutzes Mariens. Wir alle wollen uns ihr anempfehlen; sie vergisst keines ihrer Kinder. Gerade die Armen und Bedrängten sind ihr nahe. Wenn wir uns der Gottesmutter Maria in Liebe schenken und weihen, dann schenkt sie uns Anteil an ihrer Gnade, die sie vom Heiligen Geist empfangen hat. Möge die Fürbitte Marias, der Mutter der Kirche, uns allezeit begleiten! Amen.



Foto (c) Markus Gehling/kath.net


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