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Verbessern oder verändern? – Oder Die Treue zur Liturgie

24. Mai 2018 in Spirituelles, 23 Lesermeinungen
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Neulich betete ein Priester nach der Wandlung: „Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen in all unseren Brüdern und Schwestern.“ Kolumne „Gedanken eines Nichttheologen“. Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) Jüngst in einer Heiligen Messe fiel mir plötzlich auf, dass der Priester nach der Wandlung betete: „Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen in all unseren Brüdern und Schwestern.“ Das war sicher sehr gut gemeint. Es stimmt natürlich, dass wir berufen sind unserem Nächsten zu dienen. Es stimmt auch, dass wir dabei im Nächsten immer unseren Herrn sehen (vgl. Mt 25,40) und ihm so dienen sollten, „als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen“ (Eph 6,7) Also ist es sicher richtig, dass uns auch das immer wieder gesagt wird.

Nur, wollte die Kirche, als sie diesen Text festlegte, solches sagen? Gehört dieser Gedanke nicht eher in die Verkündigung, vornehmlich in die Homilie? Bezieht sich dieser Satz nicht eindeutig auf den vorangehenden: „Darum, gütiger Vater, feiern wir das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung deines Sohnes und bringen dir so das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles dar“? Meines Erachtens dankt die Kirche hier für ihre Berufung zum priesterlichen Dienst, zur „Darbringung dieses heiligen und lebendigen Opfers“, wie es meines Wissens in einem anderen Hochgebet heißt.


Die Liebe zum Nächsten wird in unserer Kirche heute sehr groß geschrieben, sicher zu Recht. Aber geht dabei nicht allzu gerne vergessen, dass wir alle von Gott auch zu einem direkten Dienst berufen sind, zum Opfer des Lobes zum Beispiel, oder eben zur Feier des Erlösungswerkes unseres Herrn, das in der Heiligen Eucharistie vergegenwärtig wird? Sicher, „Du (Gott) bedarfst nicht unseres Lobes, es ist ein Geschenk deiner Gnade, dass wir dir danken. Unser Lobpreis kann deine Größe nicht mehren, doch uns bringt er Segen und Heil durch unseren Herrn Jesus Christus“ – wie es die Präfation für die Wochentage formuliert.

Wenn nun an dieser Stelle des Heiligen Messopfer der liturgische Text so abgewandelt wird, dass nicht mehr den Dienst des Priester als des in der Person Christi Handelnden zuerst, dann aber auch der Dienst von uns Laien im allgemeinen Priestertum, gemeint ist – oder zumindest nicht mehr so verstanden wird – so wird dadurch unser Gottesdienst nicht verbessert, eher verändert. Dann geht schnell einmal ein wesentlicher Aspekt, der Opfercharakter dieses heiligen Geschehens, vergessen. Dann aber wird die Gefahr groß, dass wir Gläubigen „unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, und schlussendlich erbärmlicher daran sind als alle anderen Menschen.“ (vgl. 1.Kor 15,19)

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
Preis 12.40 EUR

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Foto Stefan Fleischer



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