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Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder

6. Juli 2018 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Gedanken des Hl. Johannes Chrysostomus über "Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder"


Rom (kath.net)
Weshalb hat Jesus Matthäus nicht zugleich mit Petrus und Johannes und den übrigen Aposteln berufen? Weil die Berufung der Apostel immer erst dann erfolgte, wenn der Herr wusste, sie würden seinem Ruf auch wirklich Folge leisten. So rief er auch Matthäus erst dann, als er ihn bereit wusste, auf seinen Ruf zu hören. Deshalb hat er auch den hl. Paulus erst nach seiner Auferstehung an sich gezogen (vgl. Apg 9). Er kannte eben die Herzen und sah die verborgenen Gedanken eines jeden. So wusste er, wann jeder von ihnen bereit sein würde, ihm zu folgen. Aus diesem Grund rief Jesus Matthäus nicht schon gleich im Anfang, weil er damals noch nicht zugänglich genug war, sondern erst, nachdem er viele Wunder gewirkt und einen großen Ruf erlangt hatte, und als er wusste, dass er inzwischen bereitwilliger geworden war, seiner Berufung Gehör zu schenken.


Auch die Weisheit des Evangelisten verdient Bewunderung; denn er verbirgt sein früheres Leben nicht […] Aber trotz all dem scheute der Herr vor seiner Berufung nicht zurück. Doch was sage ich, er hat sich des Zöllners nicht geschämt; er hat sich ja nicht einmal gescheut, eine Sünderin zu rufen und zu gestatten, dass sie seine Füße küsse und mit ihren Tränen abtrockne (Lk 7,36f.). Gerade deshalb ist ja der Herr gekommen; nicht, um bloß den Körper zu heilen, sondern auch um die Seelenkrankheiten zu beseitigen. Das tat er auch bei dem Gelähmten. Und erst nachdem er klar gezeigt hatte, dass er die Macht habe, Sünden nachzulassen, kam er auch zu Matthäus, damit niemand Ärgernis nähme, wenn sie sähen, dass ein Zöllner in den Kreis seiner Jünger aufgenommen worden sei.


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