Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  6. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  7. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  8. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  12. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  15. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg

Der Skandal der Menschwerdung

8. Juli 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: ‚Gott hält sich nicht an menschliche Vorurteile’. Der Mangel an Glauben: ein Hindernis für Gottes Gnade. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat“: Angelus am vierzehnten Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Evangelium vom Tag (Mk 6, 1b-6). Jesus kehrt nach Nazareth zurück und lehrt am Sabbat in der Synagoge.

Seit er fortgegangen sei und begonnen habe, für die benachbarten Dörfer zu predigen, habe er keinen Fuß mehr in seine Heimat gesetzt. Daher werde es das ganze Dorf gewesen sein, diesen Sohn des Volkes angehört zu haben, dessen Ruhm als weiser Meister und mächtiger Heiler sich nun in Galiläa und darüber hinaus verbreitet habe.

Was aber als Erfolg gewertet werden könnte, werde zu einer eklatanten Ablehnung, bis zu dem Punkt, dass Jesus dort kein Wunder wirken könne, sondern nur wenige Heilungen. Die Dynamik dieses Tages werde vom Evangelisten Markus detailliert rekonstruiert: die Leute von Nazareth hörten zuerst zu und seien erstaunt; dann wunderten sie sich: „Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm“ (V. 2-3). Deshalb schließe Jesus mit dem dann sprichwörtlich gewordenen Ausdruck: „Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat“ (V. 4).


„Wie gehen die Mitbürger Jesu vom Staunen zum Unglauben über?“, fragte sich der Papst. Sie stellten einen Vergleich zwischen der bescheidenen Herkunft Jesu und seinen gegenwärtigen Fähigkeiten her: er sei ein Zimmermann, er habe nicht studiert, aber er predige besser als die Schriftgelehrten und wirke Wunder. Anstatt sich der Realität zu öffnen, seien sie empört.

Den Bewohnern von Nazareth zufolge sei Gott zu groß, um sich zu erniedrigen und durch solch einen einfachen Mann zu sprechen. Es sei dies der Skandal der Menschwerdung: „das beunruhigende Ereignis eines fleischgewordenen Gottes, der mit einem menschlichen Verstand denkt, mit menschlichen Händen arbeitet und handelt, der liebt mit einem menschlichen Herzen, ein Gott, der sich abmüht, isst und schläft wie einer von uns“.

Der Sohn Gottes kehre jedes menschliche Scheman um. Es seien nicht die Jünger, die die Füße des Herrn gewaschen hätten, sondern der Herr, der die Füße der Jünger gewaschen habe: „das ist eine Ursache von Skandal und Unglauben, in jedem Zeitalter, auch heute“.

Die durch Jesus gewirkte Umkehrung verpflichte seine Jünger von gestern und heute zu einer persönlichen und gemeinschaftlichen Überprüfung. In unserer Zeit könne es tatsächlich geschehen, dass Vorurteile geschürt würden, die uns daran hinderten, die Realität zu erfassen. Aber heute lade der Herr uns ein, eine Haltung des demütigen Hörens und des fügsamen Wartens anzunehmen, weil die Gnade Gottes oft in überraschender Weise zu uns komme, die nicht unseren Erwartungen entsprächen. So sei dies der Fall bei Mutter Teresa gewesen.

„Gott hält sich nicht an Vorurteile“, so Franziskus. Wir müssten uns bemühen, das Herz und den Geist zu öffnen, um die göttliche Wirklichkeit, die uns entgegenkommt, aufzunehmen. Es gehe darum, Glauben zu haben: der Mangel an Glauben sei ein Hindernis für Gottes Gnade. Viele Getaufte lebten, als ob Christus nicht existiere. Die Gesten und Zeichen des Glaubens würden wiederholt werden, aber sie entsprächen nicht einem echten Festhalten an der Person Jesu und an seinem Evangelium. Jeder Christ sei stattdessen aufgerufen, diese grundlegende Zugehörigkeit zu vertiefen und zu versuchen, sie mit einer konsequenten Lebensart zu bezeugen, deren Hauptthema die Liebe sei.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an das ökumenische Gebetstreffen in Bari mit den Patriarchen der Kirchen des Nahen Ostens für den Frieden in der Region (7. Juli 2018), ein "beredtes Zeichen für die Einheit der Christen".




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse







Top-15

meist-gelesen

  1. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  2. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  3. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  4. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  5. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  6. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  7. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“
  8. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  10. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  11. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  12. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  13. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  14. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz