Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  12. „Das Ende von Maria 2.0“
  13. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  14. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Der Skandal der Menschwerdung

8. Juli 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: ‚Gott hält sich nicht an menschliche Vorurteile’. Der Mangel an Glauben: ein Hindernis für Gottes Gnade. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat“: Angelus am vierzehnten Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Evangelium vom Tag (Mk 6, 1b-6). Jesus kehrt nach Nazareth zurück und lehrt am Sabbat in der Synagoge.

Seit er fortgegangen sei und begonnen habe, für die benachbarten Dörfer zu predigen, habe er keinen Fuß mehr in seine Heimat gesetzt. Daher werde es das ganze Dorf gewesen sein, diesen Sohn des Volkes angehört zu haben, dessen Ruhm als weiser Meister und mächtiger Heiler sich nun in Galiläa und darüber hinaus verbreitet habe.

Was aber als Erfolg gewertet werden könnte, werde zu einer eklatanten Ablehnung, bis zu dem Punkt, dass Jesus dort kein Wunder wirken könne, sondern nur wenige Heilungen. Die Dynamik dieses Tages werde vom Evangelisten Markus detailliert rekonstruiert: die Leute von Nazareth hörten zuerst zu und seien erstaunt; dann wunderten sie sich: „Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm“ (V. 2-3). Deshalb schließe Jesus mit dem dann sprichwörtlich gewordenen Ausdruck: „Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat“ (V. 4).


„Wie gehen die Mitbürger Jesu vom Staunen zum Unglauben über?“, fragte sich der Papst. Sie stellten einen Vergleich zwischen der bescheidenen Herkunft Jesu und seinen gegenwärtigen Fähigkeiten her: er sei ein Zimmermann, er habe nicht studiert, aber er predige besser als die Schriftgelehrten und wirke Wunder. Anstatt sich der Realität zu öffnen, seien sie empört.

Den Bewohnern von Nazareth zufolge sei Gott zu groß, um sich zu erniedrigen und durch solch einen einfachen Mann zu sprechen. Es sei dies der Skandal der Menschwerdung: „das beunruhigende Ereignis eines fleischgewordenen Gottes, der mit einem menschlichen Verstand denkt, mit menschlichen Händen arbeitet und handelt, der liebt mit einem menschlichen Herzen, ein Gott, der sich abmüht, isst und schläft wie einer von uns“.

Der Sohn Gottes kehre jedes menschliche Scheman um. Es seien nicht die Jünger, die die Füße des Herrn gewaschen hätten, sondern der Herr, der die Füße der Jünger gewaschen habe: „das ist eine Ursache von Skandal und Unglauben, in jedem Zeitalter, auch heute“.

Die durch Jesus gewirkte Umkehrung verpflichte seine Jünger von gestern und heute zu einer persönlichen und gemeinschaftlichen Überprüfung. In unserer Zeit könne es tatsächlich geschehen, dass Vorurteile geschürt würden, die uns daran hinderten, die Realität zu erfassen. Aber heute lade der Herr uns ein, eine Haltung des demütigen Hörens und des fügsamen Wartens anzunehmen, weil die Gnade Gottes oft in überraschender Weise zu uns komme, die nicht unseren Erwartungen entsprächen. So sei dies der Fall bei Mutter Teresa gewesen.

„Gott hält sich nicht an Vorurteile“, so Franziskus. Wir müssten uns bemühen, das Herz und den Geist zu öffnen, um die göttliche Wirklichkeit, die uns entgegenkommt, aufzunehmen. Es gehe darum, Glauben zu haben: der Mangel an Glauben sei ein Hindernis für Gottes Gnade. Viele Getaufte lebten, als ob Christus nicht existiere. Die Gesten und Zeichen des Glaubens würden wiederholt werden, aber sie entsprächen nicht einem echten Festhalten an der Person Jesu und an seinem Evangelium. Jeder Christ sei stattdessen aufgerufen, diese grundlegende Zugehörigkeit zu vertiefen und zu versuchen, sie mit einer konsequenten Lebensart zu bezeugen, deren Hauptthema die Liebe sei.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an das ökumenische Gebetstreffen in Bari mit den Patriarchen der Kirchen des Nahen Ostens für den Frieden in der Region (7. Juli 2018), ein "beredtes Zeichen für die Einheit der Christen".




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  3. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  4. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  5. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  6. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  7. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  8. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  9. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  10. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  11. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  12. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  13. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  14. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz