08 August 2018, 10:30
Werden Christen durch irakische Regierung jetzt besser geschützt?
 
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Stopp für Ansiedlung von 450 sunnitischen Familien in der Ninive-Ebene zum Schutz „des demographischen Gleichgewichts

Mosul (kath.net/Agenzia Fides)
Der Provinzrat von Ninive hat mit einer Verfügung vom 31.Juli die von der Zentralregierung bereits genehmigte Umsiedlung von 450 arabischen Sunnitenfamilien in die Ninive-Ebene angeordnet und gefordert, dass die betreffenden Familien in Gegenden im Süden und Osten von Mosul geschickt werden. Diese Entscheidung wurde in der Absicht getroffen, dem Prozess Veränderung des demographischen Gleichgewichts in der Ninive-Ebene vorzubeugen oder ihn zumindest aufzuhalten; in der Ninive-Ebene sind traditionsgemäß die irakischen christlichen Gruppen und religiöse Minderheitsgruppen wie die Yazidi und die Shabak verwurzelt. Der Umsiedlungsstopp, vom Lokalpolitiker Ghazwan Hamid Hamid als ein Erfolg des Provinzrats beansprucht, gilt als Ausdruck einer neuen politischen Sensibilität gewertet, auch auf die Zentralregierung in Baghdad Druck auszuüben in der Absicht zu vermeiden, dass jemand von der chaotischen Situation nach dem Konflikt mit dem sog. Islamischen Staat profitiert, um so das demografische Gleichgewicht in der Gegend zum Schaden der dort ansässigen, ethnisch-religiösen Minderheitsgemeinden auszunutzen.

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In den vergangenen Jahrzehnten war die sunnitische Komponente in den nord-irakischen Regionen infolge der Maßnahmen zur demographischen Umkehr angewachsen, die vom Baath-Regime seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts verfolgt wurde. Die derzeitige Verfassung des Irak hat jegliche Politik als gesetzeswidrig erklärt, die auf dirigistische Weise die demographische Zusammensetzung der verschiedenen ethnischen und religiösen Gegenden verändern will.

Sowohl lokale als auch nationale Politiker, die aus der Ninive-Ebene stammen, haben ihre Absicht erklärt, alle Rechtsinstrumente zu nutzen – einschließlich Demonstrationen – um von der Regierung in Bagdad zu erwirken, dass Maßnahmen und Verfügungen vermieden werden,die am Ende den religösen Minderheitsgruppen auch in ihren herkömmlichen Siedlungen schaden und sie zur Abwanderung zwingen.

In der Ninive-Provinz ist eine langsame und nicht einfache Rückkehr zahlreicher christlicher Familien zu verzeichnen, die ab 2014 angesichts des Vormarschs der Daesh-Milizen ihre Häuser und Dörfer verlassen hatten. Vor weniger als einem Jahr hatte das chaldäische Patriarchat „den Versuch“ verurteilt, „ dass die anhaltenden öffentlichen Auseinandersetzungen und
und verborgenen Machenschaften negative Auswirkungen für die ursprüngliche Bevölkerung dieser Gegend“ habe. In der Zeit schien auch die Ninive-Ebene eine Art „umkämpfte Gegend“ zu sein, wobei es auch um geopolitische Interessen ging, wie z.B. die mögliche – bisher allerdings noch nicht gelungene Unabhängigkeitserklärung der autonomen Region des irakischen Kurdistan.

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