Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Wozu brauchen wir die Kirche überhaupt?
  2. Erzbischof meint: Sie werden sonst in der Hölle landen!
  3. Das II. Vatikanische Konzil: Probleme der Interpretation
  4. Diözese Linz: Gay-Fahne auf katholischer Kirche
  5. Weil sie beim Beten keine Maske tragen wollte
  6. Papst-Unterstützung für Synodalen Weg?
  7. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  8. R.I.P. Georg Ratzinger
  9. China-Dissident behauptet: China hat Vatikan-Schweigen gekauft
  10. Vatikanberaterin bringt "Kardinalskollegium mit Frauen" ins Spiel
  11. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  12. Fridays For Future Weimar: „Die Polizei diskriminiert, mordet, prügelt, hehlt“
  13. Dümmer geht nimmer!
  14. Die Helden von Kalifornien
  15. Prozession zur Ehre des hl. Johannes erstmals seit 14. Jahrhundert verboten!

US-Bischöfe an Missbrauchsopfer: „Wir haben euch enttäuscht“

28. August 2018 in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Neuerliche Stellungnahme der US-Bischofskonferenz zum Missbrauchs- und Vertuschungsskandal – Praktizierende Katholiken äußern daran heftige Kritik in den sozialen Netzwerken – Häufige Hashtags: #FrancisKnew, #FrancisMustResign. Von Petra Lorleberg


Washington D.C. (kath.net/pl) „Ich bin zuversichtlich, dass Papst Franziskus unseren Wunsch nach höherer Effektivität und Transparenz bezüglich der Disziplinierung von Bischöfen teilt. In diesen schwierigen Tagen erneuern wir unsere brüderliche Liebe zum Heiligen Vater.“ Das schrieb der Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Daniel Kardinal DiNardo/Galveston-Houston, am 27.8. in einem aktuellen Statement nach der durch die Veröffentlichung von hochbrisantem Insiderwissen des emeritierten Nuntius Carlo Viganò ausgelösten weiteren Eskalation der Missbrauchskrise in den USA. Er warte dringend auf eine Audienz beim Papst, um Unterstützung für das weitere Vorgehen der Bischofskonferenz zu erhalten.

Interessanterweise streitet DiNardo keinesfalls den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe Viganòs völlig ab. Diese brächten vielmehr „besondere Aufmerksamkeit und Dringlichkeit“ in den durch die US-Bischöfe bereits angestoßenen Aufklärungsvorgang, erläuterte DiNardo. Diese Aufklärung sei nötig, damit sich nicht womöglich „unschuldige Männer sich zu Unrecht angeklagt sähen, während Schuldige übrig bleiben und die Fehler der Vergangenheit wiederholten“.

DiNardo räumte gegenüber den Missbrauchsopfern wörtlich ein: „Wir haben euch enttäuscht. Dies gilt besonders für jene Erwachsenen, die von Machtinhabern sexuell belästigt wurden und dies gilt für jeglichen Missbrauch oder Belästigung, die von einem Bischof kamen.“


Auf Twitter reagieren praktizierende Katholiken mit heftiger Kritik

Die US-amerikanische Bischofskonferenz postete DiNardos Statement auch auf ihrem Twitterauftritt, darunter sammeln sich Reaktionen US-amerikanischer Katholiken (Link siehe unten). Selbst wenn man mit einrechnet, dass sich jemand eher zu Wort meldet, wenn er sich ärgert als wenn er zustimmt, mag trotzdem die Wucht der kritischen Postings überraschen:

- „Wars das schon? Wie wäre es denn, mal die Handlungen des Papstes zu durchleuchten?“
- „Zu spät, zu wenig.“
- „Öffnet die Geheimarchivakten der bestätigten Missbrauchstäter und ihrer Helfer“
- „Ich werde nur noch akzeptieren, wenn jene, die in die Vertuschung verwickelt sind und jene, die missbrauchten, ins Gefängnis gehen. ‚Sorry‘ reicht mir nicht mehr. Es ist mir egal, wie weit hinauf auf der [Hierarchie-]Leiter jene stehen, die den Missbrauch ermöglicht haben, sie müssen bestraft werden.“
- „Ach, Ihr wollt Viganòs Anschuldigungen untersucht sehen, richtig?“
- „Gebt uns Bescheid, wenn Ihr etwas Substantielles zu sagen habt.“
- Ein Ordensmann: „Taten sprechen lauter als Worte.“
- „Ich bin enttäuscht, dass die US-amerikanische katholische Bischofskonferenz nicht auf Viganòs Aussage eingeht, dass Seine Heiligkeit um die Kardinal McCarricks Überschreitungen wusste und sie vertuscht hat.“
- „Wir haben die Nase voll von eurer Rhetorik. Macht euch an die Arbeit, statt uns Lippenbekenntnisse vorzusetzen.“
- „Und wieder habt Ihr die Laien enttäuscht. Ihr habt keine Glaubwürdigkeitsreserve mehr und wir können Euch nicht länger vertrauen, dass Ihr das Richtige tun werdet. Wieviele Rechtsanwälte habt Ihr gebraucht, um dies zu schreiben?“
- „Warum ist Kardinal Wuerl heute Abend noch im Amt?“
- „Glaubwürdigkeit fällt von ganz oben nach ganz unten“
- „Rücktrittsbriefe. Schreibt sie und schickt sie nach Rom. Ihr alle. Ihr wusstet alle Bescheid. Zeigt Reue.“
- „Auch Franziskus hat versagt. Falls er irgendetwas über McCarrick wusste, ist er kompromittiert. Bereue, solange du noch kannst. Jetzt kommt der Knall #FrancisKnew, #FrancisMustResign“

Es gab natürlich auch Postings, die die US-amerikanische Bischofskonferenz unterstützen. Darin wurde u.a. vermutet, dass Viganò wegen seiner Differenzen mit Papst Franziskus seine Behauptungen aufgestellt habe.

Inzwischen tauchen auf Twitter in steigendem Maße Postings von praktizierenden US-Katholiken auf mit den Hashtags #FrancisKnew (Franziskus wusste es), #FrancisMustResign (Franziskus muss zurücktreten), #CatholicMeToo, #ChurchMeToo, #paedophilePriests. Auch der Hashtag #Vigano wird häufig genutzt.

Der Autorin auf Twitter folgen!

Der Tweet der US-Bischofskonferenz, darunter findet sich die angegebene Diskussion



Papst Franziskus antwortet beim Rückflug von Irland auf die Frage einer Journalistin nach dem Wahrheitsgehalt der Nuntius-Viganò-Vorwürfe (engl.)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Kostadinov 28. August 2018 

ist schon schräg, dass medien,

die im letzten Pontifikat nichts anderes taten als Benedikt mit Dreck zu bewerfen, jetzt dessen Nachfolger gegen "Intrigen" in Schutz nehmen. Die sog. liberale Presse erhofft sich halt doch von PF noch einiges Richtung HS, Frauenpriester, Zölibat etc. Ausserdem ist er ein guter Verbündeter in allen Fragen der linken Migrations- und Umweltpolitik... lange Rede, kurzer Sinn, die SZ würd ich bei dem Thema noch nicht mal mit Gummihandschuhen anfassen


15

0
 
 Antonia54 28. August 2018 

Beten wir für alle!


3

0
 
 wedlerg 28. August 2018 
 

@Antonia54: auf die SZ fällt keiner mehr rein

Der Artikel aus der SZ ist abgeschrieben aus den USA, wo man beginnt, in den liberalen Medien Vignano mit Dreck zu bewerfen.

Die Faktenlage ist indes eindeutig für Vignano.

Er wird es allerdings schwer haben durchzuhalten. Er braucht unser aller Unterstützung und Gebet.

www.lifesitenews.com/news/vigano-issues-new-statement-documents-to-clear-his-name-of-false-charges


14

0
 
 Antonia54 28. August 2018 

Bitte aufhören zu polemisieren!

Geradezu befreiend ist ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung die Herr Viganós Motivationen für sein Schreiben gerade zu dieser Zeit zu ergründen sucht. Der Böse will die Kirche in ihren Grundfesten erschüttern und wir machen mit! Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade! Vielleicht wird dieser Skandal die Herzen der Menschen wieder der Vernunft zuwenden, bevor diese Kultur alles infiltriert und wir ins Gefängnis gehen müssen, wenn wir sagen Homosexualität sei ungeordnet.


2

0
 
 Mariat 28. August 2018 

Ein Psychiater schrieb 2010 bereits ...

über die Ursache, warum es immer wieder zu Missbrauch von Priestern an Schutzbefohlenen kommt.
http://www.kath.net/news/26425


8

0
 
 Herbstlicht 28. August 2018 
 

@goegy

Ich fürchte, Sie haben recht mit Ihrer Einschätzung.
Es werden schwere Zeiten auf uns zukommen, doch es ist wichtig, dass wir dem, was noch kommen mag, in die Augen schauen und uns der Wirklichkeit stellen.
Die Zeit des Augenschließens ist vorüber und unser aller Mut ist gefragt, aber auch Mut "bei denen da oben".

Jesus hat uns gesagt: Die Wahrheit wird euch frei machen.
Diese Freiheit und das großartige Gefühl der Erleichterung empfinden wir ja auch nach einer guten Beichte, selbst wenn wir zuvor womöglich große Hemmungen überwinden mussten.

Und dieses Gefühl der Befreiung von einer schweren Last und des Neubeginns wünsche ich der katholischen Kirche und uns allen.
Nach jedem Winter kommt auch der Frühling wieder.


9

0
 
 Lautensack1 28. August 2018 
 

Keine Unterstützung für Franziskus

Das Schreiben des Vorsitzenden der Bischofskonferenz ist sehr vorsichtig-neutral formuliert, es wird eine genaue Aufklärung der Vorgänge gefordert.

Jedoch findet sich hier kein einziges Wort, das Franziskus in Schutz nimmt oder die Rücktrittsforderung als überzogen ablehnt.

Die gleichfalls beschuldigten Kardinäle Tobin, Wuerl und Cupich haben mehr oder weniger verklausulierte Dementi verfaßt, aber ansonsten hat sich offenbar kein einziger amerikanischer Bischof von den Anschuldigungen Erzbischof Viganòs distanziert und seine Unterstützung für Franziskus ausgesprochen - im Gegenteil, einige priesen Viganò als verläßlichen Mann.


12

0
 
 goegy 28. August 2018 
 

Ich fürchte, dieser Feuersturm wird nicht auf die USA beschränkt sein. Er wird schmerzlich sein, sehr schmerzlich sogar, für alle.
Es könnte zu einem Exodus von Gläubigen kommen und die Spendenquellen werden versiegen.
Eine ohnehin schon kirchenfeindliche Medienszene, politisch Linke, Grüne, Freimaurerei und Freigeister werden das ihre dazu beitragen.
"Wir haben dies immer schon gesagt" wird es heissen.
Harte Zeiten für gläubige Katholiken, stehen bevor!

Die Hoffnung besteht, dass der Feuersturm morsches und von Ungeziefer befallenes Holz vernichtet und ein neuer grüner und gesunder Wald entsteht.


12

0
 
 Sureno 28. August 2018 

1 + 1

Man muss sich über Folgendes im Klaren sein:
Franziskus hat McCarrick nicht gedeckt und gefördert, obwohl dieser homosexuelle Kontakte zu Seminaristen hatte, sondern genau deswegen!
Franziskus ist doch zweifellos und erklärtermaßen ein Freund der LGBT-Lobby, da ist das doch neheliegend.
Man muss doch wirklich nur 1 +1 zusammenzählen.
Ich denke nicht, dass er sich seines Verhaltens schämt. Er hat eine andere Meinung als wir. Meines Erachtens steht die Haltung des Papstes zur praktizierten Homosexualität etc. im Widerspruch zur biblischen Überlieferung, ich halte sie - vorsichtig formuliert - für frevelhaft.


11

0
 
 gebsy 28. August 2018 

Wird es angesichts

dieser Zustände noch einen Kardinal geben, der seine Papstwahl annimmt?


5

0
 
 Diadochus 28. August 2018 
 

Gewalt

In Amerika ist das Thema noch viel emotionaler. Wartet nicht solange, bis die Angelegenheit in offenen Hass umschlägt und ihr Bischöfe mit Gewalt aus dem Amt gejagt werdet. Blanke Rhetorik ist jetzt zu wenig. Das hat in der Vergangenheit funktioniert, jetzt nicht mehr.


17

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Verbot von Kinder-Sexpuppen!
  2. Bistum Limburg ließ Vertuschungsstrategien bei Missbrauch rekonstruieren
  3. Argentinischer Nacktselfie-Bischof arbeitet wieder im Vatikan
  4. Pentin: „Keine Vatikan-Antwort auf Nachfragen nach McCarrick-Report“
  5. Lyon: Fünf Jahre Haft für Ex-Priester wegen Missbrauchs
  6. Köln: Pressekonferenz zur „Unabhängigen Untersuchung“ wird verschoben
  7. Vatikanische Inspektion wegen Missbrauch in Mexiko verschoben
  8. Kirche in Mexiko und Vatikan untersuchen Vertuschungsvorwürfe
  9. Hoffnung auf saubere Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln
  10. Vatikan plant "Task Forces" gegen Missbrauch in der Kirche








Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Georg Ratzinger
  2. Weil sie beim Beten keine Maske tragen wollte
  3. Diözese Linz: Gay-Fahne auf katholischer Kirche
  4. Das II. Vatikanische Konzil: Probleme der Interpretation
  5. Erzbischof meint: Sie werden sonst in der Hölle landen!
  6. Wozu brauchen wir die Kirche überhaupt?
  7. Keine Veranlassung etwas zu ändern!
  8. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  9. Papst-Unterstützung für Synodalen Weg?
  10. Die Sprache der Engel
  11. Die Helden von Kalifornien
  12. China-Dissident behauptet: China hat Vatikan-Schweigen gekauft
  13. Washington DC.: Priester angegriffen und verletzt
  14. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  15. „In dieser Stunde der Trauer…“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz