30 August 2018, 11:00
Erzbischof Cordileone unterstützt Ex-Nuntius Viganò
 
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Brief an US-Diözese San Francisco: Er vertraue den Viganò-Aussagen, auch wenn sie noch im Einzelnen nachgeprüft werden müssten – Ruft zur spirituellen Antwort auf: „Gott hat in vergleichbaren Zeiten kirchlicher Unruhe immer große Heilige erweckt.“

San Francisco (kath.net/pl) kath.net dokumentiert den Brief des Erzbischofs von San Francisco, Salvatore Cordileone, zum Statement des emeritierten Nuntius Carlo Viganò in voller Länge. © für die Übersetzung: kath.net.

Liebe Gläubige des Erzbistums,
letzten Sonntag kam es zu einem Vorgang, den viele eine „Bombe“ in der Kirche nennen: die Veröffentlichung des „Zeugnisses“ des Erzbischofs Carlo Maria Viganò, in welchem er aufgrund seines langen und umfassenden persönlichen Wissens Vorwürfe über Korruption und Vertuschung auf allen Ebenen der Kirche erhebt.

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Ich habe Erzbischof Viganò in seinen Jahren als Apostolischer Nuntius hier in den Vereinigten Staaten kennengelernt. Ich kann bezeugen, dass er ein Mann ist, der seine Mission mit selbstloser Hingabe erfüllte, der die Petrusmission, „seine Brüder im Glauben zu stärken“, die ihm vom Heiligen Vater anvertraut wurde, gut erfüllte, und zwar unter großen persönlichen Opfern und mit absolut null Rücksicht auf die Förderung seiner eigenen „Karriere“ – das alles spricht für seine Integrität und aufrichtige Liebe zur Kirche. Auch wenn ich keine vertraulichen Informationen über die Situation von Erzbischof McCarrick habe, kann ich aus Informationen, die ich über einige der anderen Aussagen von Erzbischof Viganò habe, sagen, dass auch sie wahr sind. Seine Aussagen müssen daher ernst genommen werden. Sie leichtfertig zu übergehen würde eine Kultur der Verleugnung und Verschleierung fortführen. Natürlich muss eine förmliche Untersuchung durchgeführt werden, die gründlich und objektiv ist, um seine Aussagen im Detail zu bestätigen. Ich bin daher Kardinal DiNardo dankbar, dass er anerkannt hat, dass „schlüssige und faktenbasierte“ Antworten gefunden werden müssen. Ich schließe mich der Stimme anderer Bischöfe an, die angesichts seiner Erkenntnisse eine solche Untersuchung und die Ergreifung aller erforderlichen Korrekturmaßnahmen fordern.

Ich wurde zum Bischof am 5. Juli 2002 ernannt, drei Wochen nach der USCCB-Vollversammlung in Dallas, die die Charta für den Schutz von Kindern und Jugendlichen genehmigte, [man war] immer noch auf dem Höhepunkt des Enthüllungsdramas über sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker.

Zu dieser Zeit wurde ich gebeten, am Ende einer von der Diözese ausgerichteten Konferenz über das Familienleben einen Gebetsgottesdienst anzubieten, der Teilnehmer aus der ganzen Welt anzog. Ich traf dort einen australischen Priester, mit dem ich während unserer Studienzeit in Rom bekannt war, er beglückwünschte mich zu meiner Ernennung. Ich antwortete ihm: „Danke, aber das ist keine gute Zeit, um Bischof zu werden.“ Nie werde ich seine Antwort vergessen: „Aber es ist eine gute Zeit, um ein großer Bischof zu sein.“

Was er seinerzeit zu mir sagte, kann inzwischen zu jedem Katholiken gesagt werden. Die Kirche braucht Reinigung. Reinigung ist immer schmerzhaft. Geschätzte Opfer: Sie wissen das mehr als jeder andere. Bitte wissen Sie darum, dass wir für Sie beten und Sie lieben und dass wir weiterhin für Sie da sind, Sie unterstützen und Ihnen mit unseren Ressourcen helfen zu heilen.

Ich glaube, dass Gott für jetzt uns diesen schmerzlichen Prozess der Reinigung beginnt, aber damit das funktioniert, müssen wir [mit Gott] zusammenarbeiten. Gott hat in vergleichbaren Zeiten kirchlicher Unruhe immer große Heilige aerweckt. Ich rufe uns alle dazu auf, uns wieder dem Gebet, der Buße und der Anbetung des Allerheiligsten zu widmen, damit Gott uns mit dieser Gnade segnen wird.

Ich wissen Sie um meine Dankbarkeit Ihnen gegenüber: Ihnen, unseren Priestern, die in der Nähe des [Gottes-]Volkes bleiben und ihm in dieser Krisenzeit Unterstützung und Seelsorge geben; Ihnen, unseren Diakonen, die den Priestern bei dieser Verantwortung helfen und das Evangelium denen bringen, für die es sonst unerreichbar wäre; Ihnen, unseren Koordinatoren für die Opferhilfe und allen, die die Opfer auf dem schmerzhaften Weg zur Heilung unterstützen; an die Fakultät und Verwaltung des St. Patrick´s Seminary für Ihre harte Arbeit bei der Bereitstellung einer tiefen und gesunden Ausbildung für unsere zukünftigen Priester zur kirchlichen Erneuerung in unserem Teil des Weinbergs des Herrn, und an unsere Seminaristen für Ihre Eifer und Großzügigkeit in der Antwort des Rufes des Herrn zum priesterlichen Dienst; Und zu guter Letzt: Für Sie, unser ([Gottes-]Volk, für Ihr Gebet, für Ihre Liebe und Sorge für die Kirche, die Sie jetzt dazu bewegt, einen wirksamen und entscheidenden Wandel und die Unterstützung unserer Priester zu fordern.

Möge Gott uns allen die Gnade gewähren, um Vermittler der Veränderung und Reinigung zu sein, zu denen er uns in dieser Zeit beruft.

Mit herzlichen Grüßen in unserem Herrn,
Salvatore J. Cordileone,
Erzbischof von San Francisco

Archivfoto Erzbischof Cordileone (c) Erzbistum San Francisco

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