Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  7. Menschenrecht auf Abtreibung?
  8. So fühlt sich Nachhausekommen an
  9. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  12. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  13. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  14. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne
  15. Venezuela schließt sein Foltergefängnis, viele politische Gefangene sind auf dem freien Fuß!

Die „Entweltlichung“ muss bei der Theologie beginnen

26. September 2018 in Spirituelles, 19 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Immer mehr dreht sich alles um diese Welt (Friede, Gerechtigkeit, Umweltschutz) und um die Werke (Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen etc.). Doch Gott bleibt dabei auf der Strecke.“ Gedanken eines Nichttheologen. Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Mt 16,21-27

Von Verweltlichung und Entweltlichung unserer Kirche ist oft die Rede. Und doch passiert eigentlich herzlich wenig. Packen wir das Problem vielleicht am falschen Ort an? Versuchen wir die Symptome statt die Wurzeln des Übels zu bekämpfen?

"Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen." Ich glaube, diese Stelle der Schrift (übrigens praktisch gleichlautend in Mk 8,33) ist die wohl beste Umschreibung für Verweltlichung beziehungsweise Entweltlichung. Was wir heute beobachten ist, dass die Kirche, oder genauer die moderne Theologie und Verkündigung, sich immer mehr mit der Frage befassen, was die Menschen wollen, was sie glauben nötig zu haben. Immer mehr dreht sich alles um diese Welt, um Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einerseits, und um die Werke, genauer um die leiblichen Werke der Barmherzigkeit, Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen etc. Und Gott bleibt dabei auf der Strecke. Das ist Verweltlichung im eigentlichen Sinn des Wortes.


Schon Petrus war irgendwie einer solchen Verweltlichung der Botschaft unseres Herrn erlegen. Deshalb konnte er nicht begreifen, dass dieser "Wohltäter der Menschen" nicht die ihm gebührende Anerkennung erfahren, sondern im Gegenteil für seine guten Taten den Tod erleiden sollte. Das Wort von der Auferstehung realisierte er dabei wohl noch kaum. Und dass der Menschensohn gekommen ist nicht seinen Willen zu erfüllen oder gar den Willen der Menschen, sondern den Willen seines Vaters, den Willen Gottes, das war ihm, trotz verschiedener vorangegangener Hinweise noch nicht aufgegangen. So konnte er dann auch nicht verstehen, dass Gottes Willen so ganz anders sein könnte, als das, was er selber glaubte, dass er sein müsse.

Nach der Auferstehung und nach Pfingsten wird er dann erkennen, dass Christus nicht gekommen ist um ein irdisches Gottesreich aufzurichten, sondern um das "Himmelreich", das ewige Reich Gottes für uns wieder zu erschließen. Dann wird ihm auch klar, dass dieses Kreuz, dieses – aus menschlicher Sicht – Scheitern des Herrn, jener Weg ist, den Gott in seiner Allmacht und Weisheit gewählt hat, um sein Volk aus seinen Sünden zu erlösen. Erst dann wird er wohl auch die tiefe Bedeutung des strengen Verweises Christi von damals begriffen haben.

Von da an beginnt die Kirche immer tiefer einzudringen in den ganzen tiefen Sinn des Lebens und der Botschaft Christi. Sie erkennt, dass es in keinem anderen Zeichen Heil gibt (weder irdisches noch ewiges) als im Kreuz. Sie merkt, dass alles, das ganze Leben des Menschen, nur ein Ziel hat, das ewige Heil, und dass das irdische Heil eigentlich nur eine Folge davon ist, wenn sich der Mensch mit Gott versöhnen lässt und so ein Leben führt, das immer mehr dem Leben Christi ähnlicher und dem Willen Gottes gerechter wird. Das ist christliche Entweltlichung.

Ich bin überzeugt, je mehr unsere Kirche, je mehr wir alle uns wieder darauf besinnen und uns bemühen, "die irdischen Dinge so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren", desto mehr wird das Reich Gottes schon hier und jetzt sichtbar und erfahrbar. Um so klarer und einladender leuchtet es als ein für alle erstrebenswertes Ziel des irdischen Lebens auf. In diesem Sinn meine ich, dass diese Entweltlichung bei der Theologie, der Erlösungstheologie, beginnen und durch die Verkündigung in unsere Kirche und Welt hineingetragen werden muss.

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
Preis 12.40 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berthier GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Foto Stefan Fleischer


Foto © Stefan Fleischer


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  2. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  3. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  4. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  5. Meinungsfreiheit auf katholisch
  6. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  7. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  8. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen
  9. "Die Christen und Lebensschützer trauern um Martin Lohmann"
  10. "Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist, sie ist parteipolitisch nach links gekippt!"






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  7. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  8. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  9. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  12. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  13. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  14. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  15. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz