Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ein unvermeidliches Schisma?
  2. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  3. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  4. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  5. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  6. Piusbruderschaft legt Einspruch gegen Exkommunikatons-Dekret ein
  7. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  8. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  9. Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen
  10. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  11. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  12. Ann Widdecombe, britische konservative Ex-Ministerin (78), wurde zu Hause ermordet
  13. Glaubte Papst Benedikt XVI. an die nahende Endzeit?
  14. Bereits vierte Kirchenübergabe an Kopten in Wien
  15. „Priesterberufungen in Europa: Wachstum in Frankreich, Krise in Deutschland“

Die Zeit der Ponykuriere ist vorbei

24. September 2018 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es war nicht das erste Mal, dass im Umfeld der Kirche oder sogar aus kirchlichen Dienststellen sensible Informationen geleakt wurden. Die Indiskretion bei der DBK scheint Methode zu haben. Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net/pw)
Vor gut zwei Wochen veröffentlichten die „Zeit“ und der „Spiegel“ Auszüge aus der Missbrauchsstudie, die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegeben worden war. Wesentliche Details kamen ans Tageslicht. Sprachlose Bischöfe, denen die Studie nicht zur Verfügung stand, machten den Skandal komplett. Der Inhalt wird zu späterem Zeitpunkt zu kommentieren sein. Dann nämlich, wenn sie öffentlich ist und sie jeder lesen kann.

Die Auftraggeber der Studie waren niemand anders als die deutschen Bischöfe. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Zeit und Spiegel lag den Bischöfen die Studie in voller Fassung noch gar nicht vor. Man rieb sich verwundert die Augen. Das verdoppelt den Skandal im Grunde noch. In den genannten Redaktionen war sie schon diskutiert und bewertet worden.

Katholiken mussten zur Kenntnis nehmen, wie derart heikles Material durch die Hintertür an die Öffentlichkeit kam und die Deutungshoheit den Hirten aus der Hand geschlagen war. Das Entsetzen war groß, wie es sein konnte, dass keiner der Bischöfe in der Lage war, die Veröffentlichungen durch eigene Stellungnahmen zu verifizieren oder zu falsifizieren.


Ein Notruftelefon für Opfer konnte nicht rechtzeitig geschaltet werden. Man beschränkte sich seitens der DBK auf eine beleidigte und peinlich wirkende Stellungnahme des Missbrauchsbeauftragten.

Der gesamte Vorfall erscheint, wie auch andere Kommunikationspannen der DBK, als ein bitterböses Spiel. Vertrauliche Briefe, Bischofsernennungen und jetzt die Studie kamen vorzeitig an die Öffentlichkeit. Wie fast immer war man paralysiert und hat nicht schnell genug reagiert, hier indem man den Bischöfen unverzüglich die Studie zugesandt hatte. Die Auftraggeber der Studie standen im Regen, wie der Bischof von Regensburg zu Recht anprangerte.

Sowas kann sich kein Romanschriftsteller ausdenken.

Es war nicht das erste Mal, dass im Umfeld der Kirche oder sogar aus kirchlichen Dienststellen sensible Informationen geleakt wurden. Die Indiskretion scheint Methode zu haben. Dabei gibt es Möglichkeiten, solche Indiskretionen durch Verschwiegenheitsverpflichtungen mit empfindlichen Konventionalstrafen und mit technischen Vorrichtungen zu verhindern. Man muss das nur wollen. Ein Schelm wer an dieser Stelle Arges denkt.

Niemand kann allen Ernstes sagen, erhöhte Sicherheitsstandards seien mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Man wird nicht umhin kommen, zuzugeben, dass der Umgang mit sensiblen Informationen in der Kirche ungefähr den Grad von Vertraulichkeit aufweist, den eine Wandzeitung hat. Von manchen Informationen, ist der Vollständigkeit halber hinzuzufügen.

Es ist zudem ein böses Spiel, dieses Spiel mit der Indiskretion. Menschen könnten in diesem Falle ernsthaft zu Schaden kommen. Wer als Opfer und den Folgen der Traumatisierung leidet, wird von solcherart unsensiblem Kommunikationsverhalten massiv getriggert. Wäre dies nicht schon schlimm genug, das Leak, die Sprachlosigkeit, die mangelhafte Sicherheit und die völlig unzureichende Krisenkommunikation sprechen entweder die Sprache eines erbärmlichen Dilettantismus oder was noch schlimmer wäre, die eines perfiden Intrigantentums. Weder das Eine noch das Andere kann ein Beobachter mit Außensicht bestätigen. Das müssen die Verantwortlichen selber untersuchen.

Eines aber kann jeder wissen, die 27 Diözesanbischöfe mit dem Volltext der Studie zu versorgen, wäre im Jahr 2018 mit einem Klick per Mail zu erledigen gewesen. Wenn schon das Kind in den Brunnen gefallen war, muss man nicht die eigenen Leute so im Stich lassen. Die *.pdf- Datei ist auch im Sekretariat der DBK bekannt und die Zeit der Ponykuriere dürfte selbst in der Kirche langsam vorbei sein.

Pressefoto Peter Winnemöller


Foto: (c) Sarah Bömer


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  2. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  3. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  4. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  5. ZDF hasst Katholiken
  6. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  7. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  8. Geht zu denen, die Christus nicht kennen
  9. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  10. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt






Top-15

meist-gelesen

  1. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  2. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  3. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  4. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  5. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  6. Universität Aberdeen prüft intern Hasskommentar eines Angestellten gegen Ann Widdecombe
  7. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  8. Ein unvermeidliches Schisma?
  9. Ann Widdecombe, britische konservative Ex-Ministerin (78), wurde zu Hause ermordet
  10. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  11. „Priesterberufungen in Europa: Wachstum in Frankreich, Krise in Deutschland“
  12. „Abgeordnete, die das Gesetz zur Sterbehilfe unterstützen, können nicht mehr zur Kommunion gehen“
  13. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  14. „Was, wenn sich herausstellt, dass Ann Widdecombe eine Märtyrerin war?“
  15. Leipzig: Christliches Café schließt nach 26 Angriffen von Linkextremisten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz