24 Oktober 2018, 16:00
Die eigene Komfortzone und der liebe Gott
 
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Manchmal hält man sich vielleicht sogar die Ohren zu, um den Ruf Gottes nicht hören zu müssen,
weil man sich dem nicht gewachsen fühlt - Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Magdalena Preineder

Wien (kath.net)
Wer kennt es nicht, das Gefühl, dass Gott einen aus der eigenen Komfortzone ruft? Hinaus aus dem
Gemütlichen, Wohlbekannten, Geborgenheit-Schenkendem – hinein in Herausforderungen, Neues,
Fremde.

In diesen Tagen ist es die Person des Abraham, die mich besonders bewegt. Gott hat viel von ihm
gefordert. Der Ruf Gottes an Abraham ist radikal, er erstreckt sich bis in die Wurzeln seines

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existentiellen Fundaments. Abraham ist nicht nur aufgefordert, sein Land zu verlassen, sondern auch
seine Verwandtschaft und sein Vaterhaus. Der Ruf Gottes ist ein Ruf, der Abraham viel abverlangt –
er soll die familiäre Gemeinschaft verlassen, die ihm im damaligen Verständnis eine Herkunft und
auch Zukunft geben sollte. Er soll in die Fremde gehen.

Abrahams Antwort ist nicht minder radikal als der Ruf Gottes. Er zieht fort aus seinem bisherigen
Lebensraum. Er hört auf den Ruf Gottes, und er glaubt an die Verheißung, die Gott mit seiner
Forderung verbindet: „Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen
groß machen. Ein Segen sollst du sein.“ (Gen 12,2)

Man kann wohl behaupten, Abraham habe seine Komfortzone vielfach verlassen. Auch im weiteren
Verlauf der Abrahamserzählung steht er immer wieder vor neuen Herausforderungen, was so weit
ging, dass Gott ihm einen leiblichen Sohn als Erben versprach, nachdem Abraham darüber verzagte, dass ihm keine Nachkommen gegeben waren, und er dann vor der Prüfung stand, ob sein
Gottesgehorsam so weit reichte, dass er bereit wäre, seinen eigenen Sohn zu opfern.

Für Abraham war das alles sicher nicht leicht, das waren Herausforderungen, die nicht mehr
komfortabel sind. Obwohl sowohl Sarah als auch er dabei immer wieder vor großen Fragezeichen zu
stehen kamen und manches Mal auf eigene Initiative handelten, ist es dennoch Abraham, der dem
Ungehorsam in der biblischen Urgeschichte seinen Gehorsam gegenüberstellt. Als Gott ihn rief, ging er.

Er hat seine Komfortzone verlassen. Er legte seine ganze Zukunft in die Hände Gottes und zog in
die Fremde. In die Fremde, wo Gott das, was Abraham bereit war, zurückzulassen, ihm noch in viel
reicherem Maße schenken wollte.
Manchmal ruft Gott auch dich und mich in die Fremde. Manchmal sind es nur kleine Situationen im
Alltag, in denen wir Gott verherrlichen könnten, die einem aber schon das Gefühl geben, vor einem Exodus in unbekanntes Land zu stehen. Manchmal sind es Entscheidungen oder Situationen, die einem so richtig viel Mut abverlangen, um weiterhin auf Gottes Pfad zu gehen. Manchmal ist es vielleicht einfach nur ein Ja – oder Nein – zu einer Situation, das man kaum über die Lippen bringt,
obwohl man im Innersten weiß, dass dieses kleine Wörtchen der Weg ins je eigene Kanaan ist.

Manchmal hält man sich vielleicht sogar die Ohren zu, um den Ruf Gottes nicht hören zu müssen,
weil man sich dem nicht gewachsen fühlt. Doch so wie Abraham hoffte, wo es keine Hoffnung mehr
gab (vgl. Röm 4,18), dürfen auch wir auf die Verheißungen hoffen, die Gott in unser, in dein und in
mein Leben spricht. Wir dürfen darauf hoffen, dass Gott bereits in dieser Fremde auf uns wartet und
was auch immer wir zurücklassen, oder bereit sind zu geben, nicht einmal nur annähernd an die Fülle
heranreichen kann, die er uns schenken will.

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