Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  7. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  10. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  11. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  14. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn
  15. Zu jedem Zeitpunkt werden auf der Welt ungefähr 8.000 bis 9.000 Messen gefeiert

Als wenn da kein Gott wäre

26. November 2018 in Kommentar, 25 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Immer neue pastorale Konzepte, Pastoralpläne und Strategien werden entwickelt. Für wen eigentlich? Priester sollten die Bürozeiten reduzieren und die Beichtzeiten erhöhen - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Eine schöne Geschichte erzählt davon, dass nach dem Krieg, als in allen Betrieben die Produktion still stand, ein Gruppe britischer Offiziere die Verwaltung eines großen deutschen Konzerns im Ruhrgebiet besuchte. Es wurde nichts produziert und es wurde nichts vertrieben, es wurde nichts eingekauft und es wurde nichts gelagert. Die Verwaltung aber lief auf Hochtouren. Was tat die Verwaltung? Sie verwaltete sich selbst.

In manchen Momenten erinnert diese Anekdote an die Kirche in unseren Tagen. Noch nie in der Geschichte der Kirche gingen so wenige Menschen zur Beichte und in die Heilige Messe. Niemals wurden prozentual so wenige Kinder getauft. Noch nie in der jüngeren Geschichte der Kirche in unseren Breiten gab es so wenig Katechese. Die Priester müssten an Langeweile ersticken.

Trotzdem bekommt man nur schwer einen Termin bei seinem Pfarrer und noch schwerer (bis gar nicht) bei seinem Bischof. Dennoch laufen die Hauptabteilungen für Pastoral oder Seelsorgeämter auf Hochtouren.

Immer neue pastorale Konzepte, Pastoralpläne und Strategien werden entwickelt. Für wen eigentlich?
Die Pfarrer ächzen unter zunehmender Arbeitsbelastung und sie tun das zu Recht. Immer mehr Aufgaben für Priester und Laien im Gemeindedienst werden von immer mehr Mitarbeitern in den Ordinariaten erfunden und es müssen all die zahlreichen Pläne und Konzepte vor Ort umgesetzt werden.
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Nehmen wir hier die Frage, was ist denn das Produkt der Kirche schlechthin, dann kann die Antwort eben nur „Die Sakramente“ und „Die Verkündigung“ lauten. Statt aber nun Sakramente zu „produzieren“ und Verkündigung zu betreiben – man verzeihe den Ausdruck an dieser Stelle, er dient der Veranschaulichung – „produziert“ man Verwaltungs- und Organisationsvorgänge.


Kardinal Müller sprach jüngst in einem Interview mit Maike Hickson bei "LifeSiteNews". von einem Atheismus in der Kirche. Er nannte diesen sogar den Ursprung der gegenwärtigen Kirchenkrise. In der Tat könnte man zu der Ansicht kommen, dass eine Pastoral betrieben wird, als sei da gar kein Gott. Jahr für Jahr wird mit einem unvertretbaren Einsatz an Personal und Geld ein Jahrgang Kinder und deren Eltern mit der sogenannten Erstkommunionvorbereitung gequält.

Katechetisch auf niedrigstem Niveau, aber das mit für alle beteiligten enorm belastendem Zeitaufwand.

Weder die Eltern noch die Kinder, die vorher keine Glaubenspraxis haben, sieht man in der Gemeinde anschließend wieder. Der Unglaube hat Methode und das wird von Eltern auch zuweilen sehr offen geäußert. Jahre später die Firmung, die Kinder von damals geben dann wieder, was sie seit der Firmung von den Eltern über den Glauben und die Kirche gehört haben: Nichts bis Ablehnung, bestenfalls Gleichgültigkeit.

Die Mitarbeiter der Kirche vor Ort, das sind dann eben sowohl ehrenamtliche und hauptamtliche Laien aber auch Priester schmiegen sich geschmeidig an den Unglauben der Familien an. Als wäre da kein Gott. Man will, so sagte mir vor Jahren eine Katechetin, den Jugendlichen ein gutes Erlebnis mit der Kirche verschaffen. Das war die Motivation und das Prinzip der Firmvorbereitung. Als wenn da kein Gott wäre.

Das zieht sich durch die gesamte Arbeit in den Gemeinden und erstreckt sich zuweilen bis in die Liturgie hinein, die nur noch gefällig sein soll. Die Lesung passt nicht? Wir nehmen was anderes. Das Evangelium verstört? Wir lesen eine erbauliche Geschichte vor. Als wäre da kein Gott. Interkommunion? Was brauchen wir Rom? Als wenn da kein Gott wäre.

Die Kirche in unserem Land läuft vom Bistum bis in die kleinste Pfarrei hinein auf Hochtouren. Aber sie dreht sich nur noch um sich selbst. Es ist höchste Zeit, dass sich die Priester als die, deren Aufgabe das Lehren, Leiten und Heiligen ist, einmal selbst und gegenseitig - und damit dann auch den Gläubigen - versichern, was sie selber glauben. Ich bin mir sicher, persönlicher Glaube ist da.

Und wenn der erste Priester solcherart bestärkt beginnt, aus diesem Glauben heraus die Bürozeiten zu reduzieren und Beichtzeiten zu erhöhen, so als ob da ein Gott wäre, dann wäre viel erreicht.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  2. Die Krise des Bischofsamtes
  3. Der Bischof und der Denunziant
  4. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  7. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  8. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  9. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  10. ZDF hasst Katholiken







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Zu jedem Zeitpunkt werden auf der Welt ungefähr 8.000 bis 9.000 Messen gefeiert
  3. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn
  4. Kardinal Aveline: Motto von Leos Frankreichreise hat auch mit dem Lebensschutz zu tun
  5. X ist Nummer 1 unter Europas Nachrichten-Apps
  6. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  7. Messermann brüllte „Allahu Akbar” in französischer Kirche – Festnahme
  8. Britisches Unterhaus stimmt erneut über Sterbehilfe-Gesetz ab
  9. 'Gott ist gut'
  10. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  11. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  12. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  13. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  14. Archäologen ‚absolut‘ sicher: Bethsaida gefunden
  15. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz