Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  4. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  5. Die Krise des Bischofsamtes
  6. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  7. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  8. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  9. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  10. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  11. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  14. R.I.P. Dolly Parton
  15. Erzdiözese Mexiko will angemessenes Begräbnis für abgetriebene und nach der Geburt gestorbene Babys

„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht…“

30. November 2018 in Spirituelles, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Nein, Gott braucht unsere Gottesdienste nicht, zumal sie leider viel zu oft armselig sind und ohne Begeisterung gefeiert werden. Aber wir brauchen den Gottesdienst.“ Von Bischof em. Heinz Josef Algermissen


Fulda (kath.net/pbf) Als Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil einberief, ging es ihm darum, den Menschen in einer gewandelten Zeit den Glauben an Jesus Christus nahezubringen. Keineswegs wollte er den Glauben und das Leben der Kirche an den sich stets wandelnden Zeitgeist anpassen.

In diesen Prozess gehörte besonders auch die Erneuerung des Gottesdienstes als wesentliches Element. Das Konzil hatte sich „zum Ziel gesetzt, das christliche Leben unter den Gläubigen… zu vertiefen. Darum hält es das Konzil auch in besonderer Weise für seine Aufgabe, sich um Erneuerung und Pflege der Liturgie zu sorgen“, so im Artikel 1 der Liturgiekonstitution.

Als erste Frucht seiner Arbeit und gleichsam wie ein roter Faden für die ganze geistliche Erneuerung konnte am 4. Dezember 1963, also bereits ein Jahr nach Konzilseröffnung, die Liturgiekonstitution als Basistext erscheinen.

Nein, Gott braucht unsere Gottesdienste nicht, zumal sie leider viel zu oft armselig sind und ohne Begeisterung gefeiert werden. Sein Lob singen die Engel am Thron des Allerhöchsten, wie uns der Prophet Jesaja lehrt. Aber wir brauchen den Gottesdienst, den Dienst Gottes für uns und zum Heil der ganzen Welt. Er dient uns, wie eine Mutter ihren kleinen Kindern dient, sie nährt und pflegt. In jeder heiligen Messe schenkt der Vater uns seinen Sohn, nicht mehr wie an Weihnachten in der Krippe von Bethlehem, sondern in unsere Hostienschale und in den Kelch hinein, damit der Leib und das Blut des Herrn in der Feier der Eucharistie für die ihn Empfangenden zur „Arznei der Unsterblichkeit“ und zum „Gegengift gegen den Tod“ werde, wie schon in der Frühzeit des Christentums der heilige Ignatius von Antiochien (+ 117) die eucharistischen Gaben bezeichnet hat.


Zum Dienst Gottes gehört auch, dass er uns in den heiligen Schriften seine heilende Gegenwart schenkt. Wie wir in einem Kanon aus dem „Gotteslob“ (Nr. 450) singen:

„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht;
es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;
es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,
ist wie ein Stern in der Dunkelheit.“
Gottes Wahrheit wird uns in den biblischen Texten bekanntgemacht. Wir lernen, die Mitmenschen, die ganze Welt mit dem Blick Gottes zu sehen. Und sind damit eigentlich davor gefeit, anderen wehzutun oder sie gar zu missbrauchen.

Im Zusammenhang mit der prägenden Kraft des Wortes denke ich persönlich immer wieder an das Martyrium, das der heilige Bonifatius am 5. Juni 754 erlitten hat. Sie, liebe Leserinnen und Leser, kennen sicher das Bild, auf dem er das Buch der Bibel über den Kopf hält, um sich zu schützen. Mir steht dabei auch meine eigene Bischofsweihe vor gut 22 Jahren im Paderborner Dom vor Augen. Im entscheidenden Moment der Weihehandlung wird die Bibel wie ein Dach über das Haupt des Kandidaten gehalten, um anzudeuten: Von heute an sollst du im Haus des Wortes wohnen. All dein Denken und Fühlen, dein Beten und Tun sollen vom Wort Gottes inspiriert sein; an ihm sollst du in deinem Reden und Tun Maß nehmen. Und wenn es Widerstand von außen gibt, wenn die Welt uns nicht versteht: Beim Wort der Heiligen Schrift sollst du immer wieder Zuflucht nehmen, es wird dich stärken, trösten, aufrichten und je neu orientieren.

Liebe Leserinnen und Leser!
Wenn wir am 1. Adventssonntag ein neues Kirchenjahr beginnen, werden wir die tröstlichen biblischen Texte zur Vorbereitung auf die Ankunft des Heilands und Erlösers aus dem Messlektionar des Lesejahres C in der revidierten deutschen Fassung der Einheitsübersetzung hören.

Über 10 Jahre haben viele Bibelwissenschaftler und Bischöfe an der Revision der fast 40 Jahre alten Einheitsübersetzung gearbeitet. Nun musste dafür Sorge getragen werden, dass der überarbeitete Text getreu in den Lektionaren abgedruckt wird, damit die neuen Bücher eine verlässliche Grundlage für unseren Gottesdienst sind. Ich hoffe, dass die revidierten Bücher als Mittel verstanden werden, um Lektorinnen und Lektoren, Diakonen und Priestern zu helfen, die Frohe Botschaft so zu verkünden, dass sie als Gottes Wort angenommen wird und Frucht bringt.

Mögen Ihnen die biblischen Texte in der Feier der Liturgie zur adventlichen Vorbereitung auf das Weihnachtsfest Stütze sein. Sie unterscheiden sich von allen anderen Worten des Alltags und öffnen in einer Gesellschaft, die weithin aus Advent und Weihnachten eine Karikatur gemacht hat, Herz und Blick auf das, worauf es ankommt.

Foto Bischof Algermissen (c) Bistum Fulda


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Beda46 30. November 2018 

Meine Verpflichtung zur Verehrung wird allein schon im Begriff GottesDIENST deutlich. Es heißt ja nicht Gottesarbeit. 😉


2
 
 lesa 30. November 2018 

Wenn du die Gabe Gottes kenen würdest

Da sagte Jesus zur Samariterin am Jakobsbrunnen: Gib mir zu trinken.
Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest …
Johannes 4
Und dann ebenfalls bei Johannes - Kap 19 …


2
 
 hortensius 30. November 2018 
 

Natürlich will Gott verehrt werden.

Nur wenn ich Gott verehre, wende ich mich dem Guten zu. Wenn Gott mein Bestes will, muss er auch wollen, dass ich ihn verehre. Und wenn ich ihn nicht verehren würde, hätte ich den richtigen Weg verlassen. Das könnte Gott nicht gefallen


4
 
 Fink 30. November 2018 
 

@ Beda46

Gott "braucht" unseren Gottesdienst nicht, aber er "will" ihn. Ist das besser formuliert?
Oder aber, weil er von uns nichts "braucht", somit "will" (erwartet)er auch den Gottesdienst (kultische Verehrung) von uns auch nicht?


0
 
 Beda46 30. November 2018 

@Fink

Es gibt nichts, was Gott braucht. Das schließt nicht aus, das er von dem Teil der Schöpfung, der dazu fähig ist, verehrt werden will. Wo ist das Problem?


2
 
 Fink 30. November 2018 
 

"Gott braucht unsere Gottesdienste nicht"

So oder so ähnlich höre ich es seit Jahrzehnten. Ist das so?
Immerhin hat Gott über Moses dem Volk Israel mitgeteilt, dass- und wie er verehrt werden will (Buch "Exodus", Buch "Levitikus").
Wie steht Jesus im Evangelium dazu?
Ich behaupte: Doch- Gott will verehrt werden!


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Liturgie

  1. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  4. Brasilianischer Bischof: Junge Katholiken haben ein ‚Recht‘ auf traditionelle Liturgie
  5. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  6. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  7. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“
  8. Vom Elend der Fürbitten
  9. „Laetare Jerusalem“ – Freude mitten in der Bußzeit
  10. Umkehr – Beichte – Bußsakrament






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Mexiko: Gedenkfeier zum 100. Todestag der ersten Cristero-Märtyrer
  4. Babyboom auf einer US-Entbindungsstation: 17 Krankenschwestern erwarten zeitgleich Nachwuchs
  5. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  6. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  7. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  8. Ein Wunder der Vorsehung
  9. Die Krise des Bischofsamtes
  10. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  11. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  12. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  13. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  14. Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens
  15. Nicaragua: Regime veröffentlicht Propaganda-Video von festgenommenem Bischof Mata

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz