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„Die Öffentlich-Rechtlichen - Was unter den Redaktionstisch fällt“

30. Jänner 2019 in Prolife, 12 Lesermeinungen
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„Warum hat die Tagesschau mit keinem Wort den Marsch für das Leben am 18. Januar in Washington erwähnt?“ Gastkommentar von Martin Lohmann


Köln (kath.net) Nein, die Öffentlich-Rechtlichen tun wenig oder nichts, um dem immer wieder selbstgerecht verkündeten Anspruch der Objektivität und der fairen Information gerecht zu werden. Sie wehren sich gegen den belasteten Begriff der Lügenpresse, aber sie scheinen intensiv daran zu arbeiten, wenigstens als Lückenpresse wahrgenommen zu werden. Dafür gibt es immer wieder eklatante Beispiele. Und so kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, dass der einstige journalistische Grundsatz der möglichst unabhängigen Informationspflicht längst überwölbt wurde von der möglichst subjektiven Manipulationssucht, bei der nicht ins eigene und selbstgezimmerte Weltbild oder die selbst gestrickte Ideologie passende Informationen einfach weggelassen werden, buchstäblich unter den Redaktionstisch fallen. Ideologie frisst Glaubwürdigkeit. Statt zu informieren scheint man die Verklebtheit ins eigene Weltbild krampfhaft zu bevorzugen.

Es wird beispielsweise über jede noch so kleine Demonstration ausführlich in Bild, Ton und Kommentar berichtet – wenn es denn passt und man eigene Vorstellungen nicht berührt oder hinterfragt sieht. Aber frei nach Pippi Langstrumpf macht man sich auch als jemand, der einmal etwas von journalistischer Sorgfaltspflicht gehört haben muss, lieber die Welt so, wie sie einem gefällt.


Anders kann man sich kaum erklären, dass ganz große, beeindruckende Demonstrationen dem Zuschauer nicht gemeldet, nicht berichtet werden. Warum? Weil sie wohl nichts ins „heilige“ Klischee des selbst-referentiellen Medienmachers neuer deutscher Mainstreamdiktatur passen und nur störend wirken könnten. Oder warum sonst hat die Tagesschau mit keinem einzigen Wort den Marsch für das Leben am 18. Januar in Washington erwähnt? Warum „muss“ der Einsatz von mehr als 100.000 Menschen allen Alters verschwiegen werden, ist keine Nachricht wert? Nun ja, man wollte wohl verhindern, dass der US-Präsident, den man ja in keinem Fall positiv sehen darf, mit seiner beeindruckenden Videobotschaft „rüberkommt“, wo er vom Schutz des Lebens spricht und sich positiv und wertschätzend über das jedem Menschen, also auch vor der Geburt, zustehende Recht auf Leben äußert. Trump und Leben? Geht gar nicht!

Und brutal jede angebliche anders denkende Souveränität störend scheint es auch zu sein, wenn der sogar der US-Vizepräsident Mike Pence zusammen mit seiner Frau teilnahm und eine starke Rede hielt. Warum ist der Einsatz für das Leben manchen ach so unabhängigen Öffentlich-Rechtlichen keiner Nachricht wert? Noch einmal: Viel kleinere, aber viel besser „passende“ andere Demos sind es sehr wohl wert, berichtet zu werden. Dabei ist es doch heute mutig, FÜR das Leben zu werben. Solche „Versäumnisse“ und „Auslassungen“ der Tagesschau, die von den Bürgern zwangsfinanziert wird, tragen nicht zur Glaubwürdigkeit bei. Solange die satt aus erzwungenen Gebührengeldern finanzierten Medienmacher, die zwar gerne von Verantwortung reden und auch gerne moralinsauer das Fehlverhalten anderer zu markieren verstehen, nicht den Mut oder die Fähigkeit aufbringen, fair und möglichst unabhängig zu informieren – erst recht, wenn es um das Recht auf Leben geht –, sind vor allem sie diejenigen, die kräftig daran arbeiten, als Lückenpresse wahrgenommen zu werden.

Nun gut, die USA sind weit weg. Warum sollte man da etwas berichten. Obwohl? Wurden und werden nicht auch viel kleinere Demos jenseits des großen Teichs berichtet, wenn sie etwa gegen Trump oder für Homo-Rechte sind? Aber das gilt ja auch hierzulande. Über den Marsch für das Leben in Berlin, der vor zwei Jahren mehr als 7500 Teilnehmer aus allen Generationen und auffällig viele junge Leute hatte, hat man ja auch nicht berichtet. Passt irgendwie gar nicht ins Bild, oder? Besser schon passen da 120 (!) Demonstranten, die gegen das unbedingte Lebensrecht demonstrieren und das Nein zur Werbung für die Tötung ungeborener Kinder für unmenschlich halten. Gelebte Schizophrenie - aber mit dem Habitus der selbstgerechten Aufklärung. Doch genau so schadet man letztlich der Demokratie und der Freiheit für alle.

Martin Lohmann ist Journalist und Publizist. Er ist Geschäftsführer der Akademie für das Leben Bonn www.akademiefuerdasleben.de

Martin Lohmann: ´Meinungsfreiheit - Wie ist es um die Dialogfähigkeit in unserer Gesellschaft bestellt?´


Foto oben (c) Martin Lohmann


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