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Vatikan präzisiert Papstaussage zu Missbrauch von Ordensfrauen

6. Februar 2019 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
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Laut Vatikansprecher Gisotti bezog sich Papst vor allem auf 2013 wegen Skandalen aufgelöste Gemeinschaft, in der sexuelle Übergriffe auf Frauen durch Priester "einen gewissen Umfang" erreichten


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan hat eine Aussage des Papstes über Missbrauch von Ordensfrauen präzisiert. Mit seiner Wortwahl von "sexueller Sklaverei" als Grund für die Auflösung einer religiösen Frauengemeinschaft habe Franziskus "'Manipulation' in Form von Machtmissbrauch" gemeint, "der sich auch in sexuellem Missbrauch zeigt", heißt es in einer Erklärung der vatikanischen Pressestelle (Mittwoch). In seiner Antwort auf eine entsprechende Frage beim Rückflug von Abu Dhabi hatte der Papst am Dienstag gesagt, dass es in der katholischen Kirche auch Missbrauch von Ordensfrauen durch Kleriker gebe.


Dabei erwähnte er, dass unter anderem eine Gemeinschaft aufgelöst worden sei, in der sexuelle Übergriffe auf Frauen durch Priester "einen gewissen Umfang" erreicht hätten. Es habe dort regelrechte "Sklaverei gegeben bis hin zu sexueller Sklaverei durch Kleriker". Franziskus habe sich dabei auf eine Abspaltung der Johannes-Gemeinschaft (Congregation Saint-Jean) bezogen, präzisierte der kommissarische Vatikansprecher Alessandro Gisotti auf "Kathpress"-Anfrage.

Die von dem französischen Dominikaner Marie-Dominique Philippe 1975 gegründeten Johannes-Gemeinschaft wurde 1986 kirchenrechtlich anerkannt und hat Niederlassungen in zahlreichen Ländern, darunter auch Österreich. Einige Zeit nach dem Tod des Gründers 2006 spaltete sich eine Schwesterngemeinschaft ab, die die neue, vom verantwortlichen Bischof ernannte Leitung ablehnte. Diese Splittergruppe der "Congregation Saint Jean" habe Skandale verursacht; Papst Benedikt XVI. löste sie daraufhin auf. Darauf habe sich Papst Franziskus am Dienstag in seiner Pressekonferenz bezogen, so Gisotti.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 Federico R. 7. Februar 2019 
 

Der Papst wollte vielleicht nur ...

... ablenken: von sexuellen Bedrängnissen durch Kleriker mit homosexueller Orientierung (was ja die meisten der Fälle ausmacht) auf solche mit heterosexueller, also normaler Ausrichtung. Und das heißt für ganz bestimmte Kreise allemal: weg mit dem Pflichtzölibat, weg mit der katholischen Sexualmoral, weg mit der Männerherrschaft usw.
Nun ist es theoretisch aber durchaus denkbar, dass es in anderen Frauengemeinschaften ähnliche Vorfälle gibt, aber ausgeführt von Frauen, die dort das Sagen haben, an Frauen, die zwar alle auch mündig sind, aber zu schwach, um Verführungen zu widerstehen. Aus Sicht des Papstes müsste das dann ebenfalls „klerikalistisch“ sein.
In Wirklichkeit handelt es sich in fast allen Fällen um schwache Sünder. Der Teufel setzt überall dort an, wo es gilt, die Kirche Jesu Christi zu zerstören. Das ist vielleicht sein Hauptwerk. Eine regellose, zügellose, animalische Sexualität ist sicher eines seiner Einfallstore – derzeit ein besonders breites.


4
 
  7. Februar 2019 
 

Wie wär's mit präzisen Papstaussagen? Dann müsste nicht ständig nachgebessert werden.


9
 
 Montfort 7. Februar 2019 

Also, was jetzt?

"Diese Splittergruppe der "Congregation Saint Jean" habe Skandale verursacht; Papst Benedikt XVI. löste sie daraufhin auf."

Ich dachte, der Ordensgründer selbst hätte den Missbrauch begangen?

Und wenn angeblich die "Splittergruppe" wirklich "Skandale verursacht" und Papst Benedikt XVI. sie aufgelöst hat, warum ließ Papst Franziskus sie dann wieder zu?


9
 
 Melchisedech 6. Februar 2019 

Wenn der Zukorrigierende...

... immer wieder korrigiert oder präzisiert werden muss, dann spricht das gegen den Zukorrigierenden ...


11
 
 Hadrianus Antonius 6. Februar 2019 
 

@Mysterium Ineffabile: vollkommen richtig!

Diese "tickende Zeitbombe" ist schon etwas länger bekannt und auch im Internet gut dokumentiert.
Es wundert immer wieder, wie wenig informiert die "eingebettete" Presseleuten sind und wie wenig und wie spät auch die moderne Medien berichten.
Das Interesse für die jüngere Kirchenprovinzen und die Regulieren ist offensichtlich sehr oberflächlich und bruchstückhaft, und nicht stark von Sympathie geprägt.
Das wirkt am Ende doch alles recht scheinheilig.
Sehen wir es positiv: die Schwestern wehren sich und sie haben tüchtige Mitkämpfer.
Sub tuum praesidium


4
 
 Anita-Therese 6. Februar 2019 
 

Plauderpapst ...

Was der Papst jedoch verschweigt, ist dass die abgespaltene und dann von Benedikt XVI. verbotene Schwesterngemeinschaft bald darauf unter P. Franziskus (unter neuem Namen) wieder zugelassen wurde und nun weiter wirkt, obwohl da sehr sektenhafte Tendenzen waren.
Und die wenigen Missbrauchsfälle, die allesamt inzwischen aufgearbeitet sind, den Johannesbrüdern JETZT nochmals anzulasten - das spricht Bände über den Papst ... jedenfalls keine guten Bände!


15
 
 Johannes Evangelista 6. Februar 2019 
 

Es ist ein schlechtes Zeichen ...

... wenn der Vatikan
im Nachhinein
Erklärungen erklären muss.


16
 
 Andrzej123 6. Februar 2019 
 

@Mysterium ineffablie

"es geht um diese tickende Zeitbombe, wie dies Magister nannte:"

Und dieser Artikel hat seine Erkenntnisse nach eigenen Angaben von Constance Vilanova.
(... einer LGBT Aktivistin)


2
 
 winthir 6. Februar 2019 

Danke, für die präzisen Ergänzungen, Mysterium Ineffabile.

Gelt's Gott.

winthir.


3
 
 wedlerg 6. Februar 2019 
 

Dann dürfte es wohl gerade kein Klerikalismus sein

sondern eine Verselbständigung dubioser abspalterischer Gruppen.

Es sieht ja wohl so aus, als ob die Tendenz sich über alles kirchenstrukturelle hinwegzusetzen, in dieser Gruppe markant gewesen wäre.


8
 
 Freude_am_Glauben 6. Februar 2019 
 

PP = Plauder Papst ??

„Erst denken, dann reden.“ So haben wir das in der Schule gelernt und im Leben praktiziert.
Und "Du kannst kein Wort zurückholen, was du ausgesprochen hast"

Oje, wie anders liest sich dieser Erklärungsversuch zum Geschehen in 2013 als die heutigen Überschriften und Artikel in den Gazetten und weiteren Medien....

"Dabei erwähnte er..."

Hätte nie geglaubt, daß ich mal soo enttäuscht von unserem Papst denken (oder jetzt sogar schreiben) könnte...

Dennoch bin ich weiterhin gerne katholisch und behalte meine große Freude am Glauben!

Wahrer Gott, wir glauben DIR !!!


18
 
  6. Februar 2019 
 

Wenn die "Präzisierung" schlimmer ausfällt als das, was "präzisiert" werden soll

Die Journalistin Nicole Winfield stellte eine präzise Frage hinsichtlich des Missbrauchs von Schwestern durch Kleriker. Dieses Problem wurde von Lucetta Scaraffia in der Frauenbeilage des Osservatore Romano behandelt (1.2.2019).

Bereits Tage vorher hatte sich der Vatikanist Sandro Magister zu diesem Problem geäußert, weil auch DAS eine schwere Form von Missbrauch ist, zu der es vor allem in Afrika, Indien, Asien kommt. Alle werden sich noch an den der Vergewaltigung angeklagten indischen Bischof erinnern.

Also: es geht um dieses die Frauen entwürdigende Massenphänomen, nicht um die zwar prickelnde, aber irrelevanten Dinge um diese Johannes-Gemeinschaft herum, es geht um diese tickende Zeitbombe, wie dies Magister nannte:

Sexual Abuse Against Nuns. The Other Bomb That Is About To Explode http://magister.blogautore.espresso.repubblica.it/2019/01/30/sexual-abuse-against-nuns-the-other-bomb-that-is-about-to-explode/


12
 

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