Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ADIOS!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  4. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  5. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  6. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  7. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  8. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  10. THESE: Und die Bibel hat doch Recht!
  11. L'Avvenire sorgt für Confusione!
  12. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  13. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  14. Papst sagt Weihbischof für Schweizer Diözese Chur zu
  15. Jede Abtreibung ist eine zu viel!

Müller: Missbrauchsgipfel greift Daten zum Grundproblem nicht auf

18. Februar 2019 in Weltkirche, 46 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Früherer Glaubenspräfekt im „Spiegel“: 80 Prozent der Opfer sind „junge Männer im pubertären und nachpubertären Alter“ – Papst Franziskus sei umgeben von „Hofschranzen“, denen jede beiläufige Bemerkung von Franziskus als „sakrosankt“ gelte.


Vatikan (kath.net) Papst Franziskus „ist leider umgeben von Leuten, die wenig von Theologie und der kirchlichen Soziallehre verstehen, sondern die jahrhundertealte Höflingsmentalität nicht ablegen wollen. Benedikt XVI. wurde ein mittelalterliches Verständnis des Papsttums vorgeworfen. Doch diesen Hofschranzen gilt heute jedes Wort, jede beiläufige Bemerkung von Franziskus, und sei es in einem Interview, als sakrosankt. Als hätte Gott selbst gesprochen. Dabei hat, was der Papst als Privatmann sagt, mit Unfehlbarkeit in Glaubensfragen nicht das Geringste zu tun. Jeden, der nicht in ihre Linie passt, bezichtigen sie des Komplotts gegen den Papst, auch Personen mit größten Verdiensten für die Kirche. So polarisiert man, statt zur Einheit in der Wahrheit beizutragen.“ Dies sagte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, im Interview mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass sich „echte Katholiken“ „ein erfolgreiches Pontifikat auch des Papst Franziskus“ wünschten und ihn dabei unterstützten.


Zur Kritik von Kardinal Kasper an Müllers Glaubensmanifest sagte der frühere Glaubenspräfekt, dass Kaspers Reaktion eine „Auftragsarbeit“ gewesen sei, darin habe „kirchliche Machtpolitik über die Theologie gesiegt“. Kasper werte in seiner Kritik „die Grundsätze des katholischen Glaubens, die im Katechismus unserer Kirche von Papst Johannes Paul II. dargestellt sind, als ‚halbe Wahrheiten‘“, doch dies sei ein Rätsel, das er nur selbst lösen könne. Müller überlegte, ob Kasper „seine Deutungshoheit über Papst Franziskus bedroht sah nach dem Motto: ‚Das ist mein Papst‘“. Dass Kasper Müller mit Luther verglichen hatte, sei der „größte ökumenische Witz des Jahrhunderts“, denn mit Luther stimme er nur darin überein, dass damals und heute „in der Kirche die Wahrheit des Evangeliums den Vorrang haben muss vor Macht und Politik“. Und er könne mit Luther sagen: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen!“

Deutschland sei früher in Fragen der Theologie führend gewesen, doch derzeit seien es ausgerechnet Deutsche, „die sich bei dieser völligen Talfahrt an die Spitze des Zuges setzen und die Lokomotive für die Weltkirche spielen wollen, für eine Weltkirche unter deutscher Führung“.

Auf die Frage des „Spiegel“, ob Papst Franziskus ein Häretiker sei, erläuterte Müller, dass der Franziskus ein rechtgläubiger Papst sei. Doch sei es die Aufgabe des Papstes, „die Kirche in der Wahrheit zu einen, und es wäre gefährlich, wenn er der Versuchung erläge, jene Gruppe, die sich mit ihrem Progressismus brüstet, gegen den Rest der Kirche auszuspielen.“ Auch dürfe die Gesamtkirche nicht „nach den Regeln des Jesuitenordens geführt“ werden.

Zur aktuellen Missbrauchskrise in der Kirche erläuterte Müller, dass man in der Glaubenskongregation deutlich gesehen habe, dass „weit über 80 Prozent der Opfer sexuellen Missbrauchs Jugendlicher“ „junge Männer im pubertären und nachpubertären Alter“ waren. Müller erinnerte daran, dass man diese Daten in der Glaubenskongregation ja vorliegen habe. Er kritisierte dann wörtlich: „Bei dem am Donnerstag beginnenden Missbrauchsgipfel aber sollen diese Daten unvernünftigerweise keine Rolle spielen.“ Müller sagte, dass es aus kirchlicher Perspektive klar sei: nicht geeignet für das Priesteramt sei derjenige, der sich nicht beherrschen könne, da helfe auch kein Schönreden. Auch sei er der Meinung, „dass kein Mensch gottgewollt als Homosexueller geboren wird, wir werden geboren als Mann oder Frau“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Müller

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  5. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  6. „Jesus ist also nicht aus religiöser Poesie geboren…“
  7. „Im Jubiläumsjahr ermutigt uns die Kirche, vom Geschenk der Barmherzigkeit Gottes zu profitieren“
  8. Kardinal Müller im „Giornale“-Interview: „Der Papst ist kein Star – Nein zum LGBTQ+-Jubiläum“
  9. Erste Papstreisen von Leo XIV. gehen in die Türkei und in den Libanon
  10. Erntedank: „Der Kosmos besteht um des Menschen willen“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. ADIOS!
  3. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  4. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  5. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  6. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  7. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  8. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  9. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  10. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  11. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  12. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  13. Papst sagt Weihbischof für Schweizer Diözese Chur zu
  14. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  15. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz