Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  12. THESE: Warum die UNO weg muss!
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. 'Glaube ist kein PR-Problem': US-Burger-Kette verweigert Entfernung von Bibelversen

Ungarn: Mehr Missbrauchsfälle gäbe es in Ländern mit "liberalem Geist"

9. April 2019 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ungarischer Bischofskonferenz-Vorsitzender Veres: In Ungarn weniger Missbrauch als anderswo


Budapest (kath.net/KAP) Auch die katholische Kirche in Ungarn stehe zur "Null Toleranz"-Politik gegenüber Missbrauch und werde ihre Präventionsarbeit verstärken - gleichzeitig sei offensichtlich, dass in Ungarn der Anteil an Missbrauchsfällen in der Kirche sehr klein sei. Das betonte der Vorsitzende der Ungarischen Bischofskonferenz, Andras Veres, in einem aktuellen Interview für die in Budapest erscheinende Zeitung Nepszava. "Wir haben nichts verschwiegen, denn es gibt keinen Grund dafür. Bei uns ist wahrscheinlich weniger Missbrauch passiert als in anderen Ländern", antwortete der Bischof von Györ darin auf eine Journalistenfrage, warum in Ungarn "Stillschweigen" herrsche, während die Weltkirche von Berichten über sexuellen Missbrauch durch Kirchenvertreter erschüttert werde.

Mehr Fälle von Kindesmissbrauch gebe es in Ländern mit einem gesellschaftlich "liberalem Geist" in der Bevölkerung, meinte Veres, der in dem Interview auch zwei weitere persönliche Thesen äußerte: So trage in Ungarn eine in der Bevölkerung verbreitete Familien- und Kinderfreundlichkeit dazu bei, derartige Verbrechen zu verhindern. Eine weitere "Hypothese" sei, so der Bischof, dass es wegen dem kommunistischen System in der Vergangenheit weniger Missbrauchsfälle gegeben habe. "Zur Zeit des Kommunismus ging die politische Polizei streng gegen Gewalttaten gegen Minderjährige vor, auch in Kirchengemeinschaften", meinte Veres wörtlich.


Bei einer für kommendes Monat von der Kirche in Budapest geplanten Tagung zum Kinderschutz stünden Möglichkeiten zur Prävention von Missbrauch im Zentrum, kündigte der Bischofskonferenz-Vorsitzende an. Nicht nur die Kirche, auch die Politik müsse sich gegen Missbrauch in der Gesellschaft einsetzen, zumal dieser vor allem ein "weltliches Phänomen" sei. Den Anteil von in kirchlichem Umfeld begangenen Gewalttaten beziffert Veres mit 0,4 bis 0,5 Prozent. Gleichzeitig betonte der Bischof, dass jeder Missbrauchsfall in der Kirche einer zu viel ist.

Die Ungarische Bischofskonferenz habe 2012 Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche aufgestellt, so Veres weiter. Eine landesweite Statistik zu seither bekannt gewordenen Fällen gebe es nicht. Er selbst wisse aber von elf Fällen in diesem Zeitraum.

"Dem Christentum verpflichtete Regierung wichtig"

Weiteres Schwerpunktthema des Interviews war die Bewertung der Kirchenpolitik der aktuellen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban. Auf die Frage, wie er als Bischofskonferenz-Vorsitzender die gegenwärtige politische Richtung in Ungarn bewerte, erklärte Veres: "Von meiner Warte aus halte ich es für wichtig, dass Ungarn von einer patriotischen, den Kirchen und dem Christentum verpflichteten Regierung geführt werden soll. So eine Regierung betreibt eine andere Politik, als ihre Vorgänger." Kritik an der Regierung wolle er nicht öffentlich über Medien äußern, sondern artikuliere sie bei immer wieder stattfindenden persönlichen Begegnungen, fügte der Bischof hinzu.

"Es ist wahr, dass wir und auch andere Kirchen mehr Förderung erhalten, als zur Zeit der vorherigen Regierungen", antwortete Veres auf eine entsprechende Interviewfrage. Er verwies auf die zuletzt verbesserten finanziellen Subventionen für katholische Privatschulen in Ungarn. In früheren Zeiten seien kirchliche Schulen im Vergleich zu anderen benachteiligt worden: "Jetzt gibt es kein solches Problem."

Auf eine Frage zu den Anti-Migratonskampagnen der Regierung in Budapest ging Veres nicht direkt ein. Er betonte stattdessen, dass Bischöfe aus Syrien und anderen Ländern der Nahostregion darum bitten, den Christen vor Ort zu helfen, damit diese in ihrer Heimat bleiben können. "Ziel ist, dass jeder in seinem eigenen Land leben kann", sagte Veres. Die Ungarische Bischofskonferenz habe mehrfach Spendensammlungen organisiert, um die christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten zu stärken. Europa habe in der Region "viele Sünden" begangen, "es ist unsere Pflicht zu helfen", betonte Veres.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  2. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  3. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  4. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  5. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  6. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  7. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  8. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  9. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche
  10. Bistum Basel: Bischof Gmür räumt Fehler bei Missbrauchsfall ein







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  10. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. „Öffnet eure Herzen“: Protestantin begeistert das Netz mit dem Rosenkranz
  14. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'
  15. THESE: Warum die UNO weg muss!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz