13 April 2019, 08:30
Indiens Premier Modi will Sonderrechte für Muslime abschaffen
 
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Religiöse Minderheiten befürchten Erfolg der hindunationalistische Regierungspartei BJP bei beginnenden Parlamentswahlen - Organisation für Religionsfreiheit dokumentierte allein im Jänner 29 christenfeindliche Vorfälle in Indien

Neu-Delhi-Wien (kath.net/KAP) Mit einer Kampfansage gegen die Muslime in Kaschmir geht die hindunationalistische Regierungspartei BJP in Indien in die am Donnerstag startenden Parlamentswahlen. Im Falle seiner Wiederwahl werde er sich für die Abschaffung der Sonderrechte für den indischen Teil Kaschmirs einsetzen, sagte Premierminister Narendra Modi laut Bericht der deutschen Katholischen Nachrichtenagentur KNA bei der Vorstellung des Wahlprogramms der BJP in der Parteizentrale in Neu Delhi. Die Region mit dem offiziellen Namen Jammu und Kaschmir ist der einzige indische Bundesstaat mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit und hat einen von der Verfassung Indiens garantierten Sonderstatus.

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In der fünfjährigen Regierungszeit der BJP hat die Gewalt der radikalen Hindunationalisten gegen die religiösen Minderheiten der Muslime und Christen stark zugenommen. Die bedrohten Minderheiten befürchten eine Wiederwahl Modis bei den Parlamentswahlen, die bis Mitte Mai in sieben Etappen durchgeführt werden.

Indien habe zwar in den vergangenen Jahren große ökonomische Schritte gemacht und Abkommen etwa mit der EU geschlossen, eine klare Aussprache für Menschenrechte und die Verteidigung von Minderheiten fehle allerdings bis jetzt, beklagte Andreas Thonhauser von der internationalen Organisation für Religionsfreiheit "Alliance Defending Freedom" (ADF) am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien. Er verwies auf eine Studie des US-amerikanischen Pew-Instituts, wonach Indien weltweit das Land mit der größten sozialen Feindlichkeiten gegenüber religiösen Minderheiten sei.

Alleine im Jänner dokumentierte ADF 29 christenfeindliche Vorfälle in Indien. So wurden in Chhattisgarh Christen verprügelt und Bibeln zerstört, in Tamil Nadu nötigte man sie, in einem Tempel Hindu-Götter anzubeten und in Rajasthan bewarfen Hinduextremisten die Teilnehmer einer Andacht mit Steinen.

Die Angriffe hätten oftmals eine ähnliche Struktur, so die Organisation. Ein Mob komme zu einem Gebet oder einer Zusammenkunft von Christen, rufe Beleidigungen und Belästigungen und schlage die Anwesenden. Dann würden Pastoren oder Priester meist von der Polizei unter der falschen Anschuldigung der erzwungenen Konversion festgenommen. "Obwohl das Recht auf religiöse Freiheit durch die indische Verfassung geschützt ist, sehen wir trotzdem Christen, die Verfolgung ausgesetzt sind und denen ihre Grundrechte verweigert werden", warnt ADF-International-Direktor Paul Coleman.

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Symbolbild: Mädchen in Indien

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