16 April 2019, 16:00
Dein Gang ans Kreuz ist reine Liebe
Legionaere
 
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Meine Tränen fließen während ich auf dich blicke. Ich blicke dich an und spüre wie auch du mich von diesem Kreuz herab anblickst - Die Jugendkolumne von kath.net - Gedanken zur Karwoche von Magdalena Preineder

Wien (kath.net)
Während ich auf deinen Leib am Kreuz blicke, dich betrachte, kann ich nicht anders als zu weinen. Was du getan hast, was dein Anblick in mir hervorruft - dafür habe ich keine Worte. Es ist wie ein Ruf, der all die Höhen und Tiefen im Raum meiner Seele ereilt und ihnen eine Harmonie der Dankbarkeit, der Reue, und des Staunens entlockt. Dein Kreuz ist der Klangkörper für das Leben in mir.

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Ich blicke dich an und spüre wie auch du mich von diesem Kreuz herab anblickst. Als würde ich auf Golgota vor dir stehen und was du zu mir sagst, trifft mich bis ins Mark: Ich habe dich nicht geschaffen, damit du so lebst.
Diese Worte, die du zu mir sprichst, lassen mich von einem Zittern ergriffen werden. Du hast das alles für mich getan. Für jeden von uns.

Das Joch auf meinen Schultern, die Ketten, die mich umschlungen halten, das Gift der Sünde, das wie ein Stachel mein Herz durchdringt – das alles, und noch viel mehr siehst du. Das ist nicht, was du für mich wolltest. Es ist als ob du mir das Wort „Freiheit“ zuhauchst, wie das sanfte Säuseln eines warmen Windes umspielt es mich, es dringt an mein Ohr und mein Herz ergreift es als hätte es seit seinem ersten Schlag nur darauf gewartet – auf diesen Ruf in die Freiheit – und das hat es wohl auch, denn dazu hast du mich und jeden meiner Brüder und Schwestern berufen.

Dein Gang ans Kreuz ist reine Liebe. Meine Tränen fließen während ich auf dich blicke. Du erfasst mein Herz, so wie du die Hand der Tochter des Jairus genommen hast, um sie zurück ins Leben zu führen. So wie an sie, trittst du auch an mich heran. Immer wieder finden die Worte „Ich habe dich nicht geschaffen, damit du so lebst.“, ihren Resonanzkörper in mir, sie hallen wider, erschwingen immer neu – ein Zusammenspiel aus der Süße deiner Güte und der Bitterkeit meiner Reue.

Du blickst mich voll Leben an. Dein Blick enthält mehr als alles, was ich mir nur erträumen könnte – es ist die wahre Fülle, die darin liegt. Die Fülle der Wahrheit, des Lebens, der Ewigkeit. Du hältst mein Herz umgriffen, um mir genau das zu geben, denn deine radikale Liebe bedeutet Leben.

Du willst mich frei machen, damit du zu mir sagen kannst, dass ich Fleisch von deinem Fleisch bin – rein gewaschen, erlöst, dem Ruf deiner Freiheit gefolgt. Das ersehnst du für jeden von uns. Dich dürstet … nach uns.

So bete ich, dass dir viele in diesen Tagen, an diesem Osterfest, nicht den bitteren Trank der Ablehnung reichen, sondern, dass sie deinen Durst mit ihrem Ja zu dir und zu der Freiheit, in die du uns rufst, stillen wollen. Ja, ich bete, dass diejenigen, die auf der Suche nach der wahren Fülle sind, in deinem Kreuz nicht mehr bloße Torheit sehen, sondern erkennen, dass dein Kreuzesstamm es ist, der die Tür zu eben jener Fülle darstellt, denn du bist das Leben.

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