Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  2. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Auferstehung des Sozialdarwinismus

6. Mai 2019 in Kommentar, 24 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn das Bistum Würzburg mit Naziargumenten und laizistischen Vorurteilen gegen die priesterliche Ehelosigkeit vorgehen lässt - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Langsam wundert einen gar nichts mehr. Während in der Gesellschaft ein Kampf gegen Rechts tobt, kann eine Kirchenzeitungsredakteurin Sozialdarwinismus in Reinkultur predigen. Anna-Lena Herbert, Redakteurin des Würzburger katholischen Sonntagsblattes, forderte in einen Kommentar, Priester sollten heiraten dürfen. Für sich genommen ist das eher langweilig, weil gar nicht so neu.

Oberflächlich fällt am Kommentar eine beängstigende Unkenntnis der katholischen Sakramentenlehre auf, die einer Kirchenzeitungsredakteurin schlecht ansteht. Priester könnten auch dann nicht heiraten, wenn der Zölibat optionale Lebensform von Priestern wäre. Die Weihe ist ein Ehehindernis. Allenfalls könnte man verheiratete Männer zu Priestern weihen. Es gibt gute Gründe dagegen.

Das Drama des Kommentars liegt nicht im erhobenen Postulat an sich. Liest man die Begründung für die Priesterehe mit nüchternem Verstand, so packt einen das Grausen. Die Autorin macht das volle "Menschsein" allein am erfüllten Fortpflanzungstrieb fest. Das ist eine sozialdarwinistische Argumentation in Reinkultur. Mensch ist bei Frau Herbert nur der, der sich erfolgreich fortgepflanzt hat. Es gilt so gerade noch, wenn der Mann sich zumindest per legaler sexueller Betätigung die Option dafür gewahrt hat. Man wendet sich mit Grausen.


In biologistischer Anmutung wird die Freiheit des Menschen bestritten. Da schwingt der implizit angenommene Zusammenhang zwischen Ehelosigkeit und sexuellem Missbrauch mit. Wer nicht vom Eheweibe sexuell gebändigt wird, so die implizite Argumentation, wird zum Triebtäter. Das ist nicht nur abstoßend, es steht zudem noch in unguter Tradition nationalsozialistischer Kämpfe gegen den katholischen Klerus. Man erinnert sich an die sogenannten Sittlichkeitsprozesse gegen Priester in den Jahren 1936/37.

Der im weiteren Verlauf argumentativ äußerst flache Artikel reiht dann nur noch eine Ansammlung bekannter Platituden auf.

Alterseinsamkeit ist natürlich kein Merkmal von Ehelosigkeit. Selber eine Familie zu haben, bedeutet garantiert nicht, näher an der Lebenswirklichkeit zu sein. Oder ist allein der Krebspatient qualifiziert, Onkologe zu werden? Die großspurige Behauptung, der Zölibat stände „theologisch auf wackeligen Füßen“, mag gerade noch einen Lacher auslösen. Da ist es nur noch erbärmlich. Brutal beleidigend schließt der Artikel mit der implizierten These, Priester seien keine normalen Menschen.

Fazit nach Lektüre des Artikels: Es ist ein Kommentar mit Naziargumenten und laizistischen Vorurteilen gegen die priesterliche Ehelosigkeit, der in einer katholischen Bistumszeitung erschienen ist. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Ganz absurd wurde es, als sogar die Socialmediaredaktion des Bistums Würzburg diesen unsäglichen Artikel auch noch auf seiner Facebookseite anpries. Das hat die Ausmaße eines handfesten Skandals.

Gegen eine seriöse Debatte für und wider Zölibat ist nichts einzuwenden. Es muss wohl jede Generation gegen die Widerstände der Welt für sich neu entdecken und herausfinden, welch ein Schatz die Ehelosigkeit um des Himmelreiches Willen ist. Auf solcherlei Mist wie diesen Kommentar von Anna-Lena Herbert können wir dabei getrost verzichten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  2. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  3. Die Krise des Bischofsamtes
  4. Der Bischof und der Denunziant
  5. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  6. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  7. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  8. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  9. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  10. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum







Top-15

meist-gelesen

  1. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  2. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  3. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  4. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  5. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  6. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  7. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"
  8. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  9. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  10. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  11. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  12. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  13. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  14. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  15. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz