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„Nimm deinen Schuldschein und schreibe...“

19. Mai 2019 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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„Wenn ich das Gleichnis vom klugen Verwalter betrachte, so frage ich mich manchmal, ob nicht einige unserer Hirten sich dieses als Vorlage für ihre Verkündigung gewählt haben.“ Spiritueller Impuls von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) «Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin und schreib «fünfzig». (Lk 16,4-6)

Wenn ich das Gleichnis vom klugen Verwalter betrachte, so frage ich mich manchmal, ob nicht einige unserer Hirten sich dieses als Vorlage für ihre Verkündigung gewählt haben. Vielfach gehen sie dann noch einen Schritt weiter und sagen uns: «Nimm deinen Schuldschein und wirf in gleich ganz weg. Gott versteht alles und verzeiht alles.»

Der kluge Verwalter im Gleichnis hatte einen einleuchtenden Grund, so zu reden: «Ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.» Unsere Hirten haben kaum zu befürchten, dass sie abgesetzt werden, wenn sie ihrem Auftrag, die Lehre, die ganze, unverfälschte Lehre der Kirche, zu verkünden, schlecht nachgekommen sind. So bleibt dann, vielleicht ganz unbewusst, ein anderer Grund: «… damit die Leute weiterhin brav ihre Kirchensteuer bezahlen.»


Christus nennt solche Leute nicht einfach klug. Er spricht davon, dass die Kinder dieser Welt klüger sind, beziehungsweise meinen klüger zu sein, als die Kinder des Licht. Natürlich spricht er auch davon, dass wir klug sein sollen wie die Schlangen. (Mt 10,16) Dass er aber damit die Klugheit dieser Welt gemeint hat, das steht nirgends in der Schrift.

«Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, / die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht.» (Spr 9,10) Dem "klugen" Verwalter im Gleichnis fehlt beides, die Gottesfurcht und die Kenntnis. Wir Kinder des Lichtes aber wissen: «… denn der Herr, euer Gott, ist gnädig und barmherzig. Er wird sein Angesicht nicht von euch abwenden, WENN ihr zu ihm umkehrt.»

Ja, das kleine Wörtchen «Wenn»! Seien wir also weise genug, dieses nicht zu überlesen. Seien wir aber auch tapfer genug, die Ehrfurcht vor Gott, die Gottesfurcht, wieder zu verkünden, die Kenntnis des Heiligen wieder zu vermitteln. Dann werden wir selbst und immer mehr Menschen immer wieder umkehren zu Gott und ihm unsere «Schuldscheine» vorlegen in der Haltung des verlorenen Sohnes: «Vater, ich habe gesündigt!» «Er wird dann den Schuldschein, der gegen uns spricht, durchstreichen und seine Forderungen, die uns anklagen, aufheben. Er wird ihn dadurch tilgen, dass er ihn an das Kreuz seines Sohnes heftet.» (vgl. Kol 2,14)

kath.net Buchtipp
Gottesbeziehung heute
Gedanken und Erfahrungen
Von Stefan Fleischer
Paperback, 184 Seiten
2015 Books on Demand
ISBN 978-3-7392-0045-3
Preis 15.50 EUR

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Lesermeinungen

  20. Mai 2019 
 

Sie sagen es Hr. Fleischer:

Leider geht es auch den meisten unserer Hirten heute nur um das liebe Geld und da ist ihnen jedes Mittel recht, um die Kirchensteuerzahler bei Lust und Laune zu halten. - Auch die Lehre total dem Zeitgeist anzupassen, falsche Versprechungen zu machen und jede/n HinzIn und KunzIn die hl. Sakramente nachzuwerfen. Auf diese Art und Weise, schafft man sich Freunde mithilfe des ungerechten Mammons und wundert sich dann, wenn der Schuss nach hinten losgeht und der Zeit(un)geist die Kirche revolutioniert: Die Geister, die man rief, schlagen zurück und gehen jetzt auf Priester und Bischöfe los. Es ist zu spät: Die Büchse der Pandora lässt sich nicht mehr schließen!


2
 
 Diasporakatholik 20. Mai 2019 
 

Ergänzung zu meinem letzten Posting

Mit "Welt" kann manchmal der engste Familien- und Freundeskreis des Gläubigen gemeint sein.


1
 
 Diasporakatholik 20. Mai 2019 
 

Das Gleichnis vom UNGERECHTEN Verwalter

Der Herr lobt daran nicht die Ungerechtigkeit des Verwalters, die natürlich sündhaft ist.

Aber ER lobt dessen Vorausschau und Umsichtigkeit für die persönliche Zukunft, für die dieser Mensch auf seine eigene gerissene Art vorsorgt.

Und der Herr bemängelt, dass es den Gottgläubigen oftmals an dieser vorausschauenden Umsicht in Bezug auf ihr eigenes ewiges Seelenheil oftmals fehle.

Mit anderen Worten: Ein GESUNDER Heilsegoismus wäre für den Gläubigen manchmal angebrachter als etwa Anpassung und faule Kompromisse mit der Welt.


2
 

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