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Erzbischof Gänswein: Deutschland sieht Benedikt XVI. oft kritisch

18. Mai 2019 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
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Langjähriger Privatsekretär des emeritierten Papstes: Kritik und Skepsis gegenüber Benedikt XVI. "ein Phänomen, das wir besonders aus seiner Heimat kennen"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Aus Sicht von Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär von Benedikt XVI., wird der emeritierte Papst gerade aus Deutschland oft kritisiert. Wenn Benedikt XVI. (92) Stellung beziehe, gebe es immer auch Kritik und Skepsis, sagte Gänswein am Donnerstag in Rom. "Es handelt sich dabei leider um ein Phänomen, das wir besonders aus seiner Heimat kennen." In anderen Ländern, etwa in den USA, sei die Situation anders, so der Erzbischof. Er äußerte sich an der Lateranuniversität bei der Vorstellung eines italienischen Buchs, das im Nachgang zu einem Aufsatz Benedikts XVI. über das Verhältnis von Christen und Juden entstand. Nach der Veröffentlichung im Juli 2018 hatte es zahlreiche auch kritische Reaktionen gegeben.


Wenn sich Benedikt XVI. (2005-2013) öffentlich äußere, geschehe dies immer auch in Übereinstimmung mit seinem Nachfolger Papst Franziskus, sagte Erzbischof Gänswein der Nachrichtenagentur "Kathpress". "Dass daraus manchmal Polemiken geschmiedet werden, sind üble Früchte, die es eben gibt, aber die darf man nicht ernst nehmen." In den Beiträgen Benedikts XVI. äußerten sich "Gebetsfrüchte", mit denen der emeritierte Papst der Kirche und den Gläubigen helfen wolle. Gänswein ist als Präfekt des Päpstlichen Hauses auch ein enger Mitarbeiter von Franziskus.

Nach dem Aufsatz Benedikts XVI. in der Zeitschrift "Communio" hatte der Wiener Rabbiner Arie Folger in der "Jüdischen Allgemeinen" eine Replik veröffentlicht, auf die Benedikt XVI. in einem persönlichen Brief antwortete. Rabbi Folger reagierte darauf seinerseits wieder. Mitte Jänner diesen Jahres kam es zu einem persönlichen Treffen im Vatikan, bei dem der Streit beigelegt wurde. Der Verlag San Paolo veröffentlichte den schriftlichen Austausch in italienischer Übersetzung unter dem Titel "Benedetto XVI in dialogo con il rabbino Arie Folger: Ebrei e cristiani".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Archivbild


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